351 Sprüche — Seite 6
Was dem Alltag Farbe, Bewegung und neue Perspektiven verleiht, ist die Abwechslung. Sie bewahrt vor Erstarrung, weckt Sinne und Gedanken und erinnert daran, dass Lebendigkeit oft aus dem Wechsel von Formen, Eindrücken und Erfahrungen entsteht. Darum besitzt dieses Thema eine heitere und zugleich tiefere Lebensbedeutung.
Nicht jede Veränderung schafft schon Bereicherung, doch Monotonie verengt den Blick. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie sehr Abwechslung Kreativität, Freude und Offenheit fördern kann, wenn sie nicht bloß Zerstreuung, sondern wirkliche Belebung bedeutet.
Man ist manchmal von sich selbst so verschieden wie von anderen.
— François de la Rochefoucauld
Jeder ist ein Trottel, nur auf jeweils auf einem anderen Gebiet.
— William Penn Adair Rogers
Vergiss nicht, dass jede Wolke, so schwarz wie sie ist, dem Himmel zugewandt, doch ihre Sonnenseite hat
— Friedrich Wilhelm Weber
Das Weib sieht tief. Der Mann sieht weit.
— Christian Dietrich Grabbe
Die Herzen sind so ungleich wie die Gesichter.
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
— Antoine de Saint-Exupéry
Alles auf Erden hat seine Zeit, Frühling und Winter, Freude und Leid
Sei immer froh gestimmt und munter, und lass der Sonne ihren Lauf, am Abend geht sie eben unter, am Morgen jedoch wieder auf.
Wer immer im Lärm sitzt, wird stumpf ... wer immer in der Stille sitzt, auch. Nur die wechselnde Welle trägt des Menschen Schiff.
Bleib nicht auf ebenem Feld, steig nicht zu hoch hinaus, am schönsten sieht die Welt auf halber Höhe aus!
— Friedrich Nietzsche
Zur Freundschaft gehört, dass wir einander gleichen, einander in einigem übertreffen, einander in einigem nicht erreichen.
— Jean Paul
Es ist wichtig, vieles auszuprobieren, aber noch wichtiger dabei ist, du selbst zu bleiben.
Wer einen Unterschied zwischen Leib und Seele macht, besitzt keines von beiden.
— Oscar Wilde
Gib der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele.
— Peter Rosegger
Das sind die Praktiker der Welt, die über Nacht sich umgestellt, die sich zu jedem Staat bekennen: Man könnte sie auch Lumpen nennen.
— Wilhelm Busch
Man kann die Menschen in drei Klassen einteilen: Solche, die sich zu Tode arbeiten, solche, die sich zu Tode sorgen, und solche, die sich zu Tode langweilen.
— Winston Churchill
Der Mensch kann nicht tausend Tage ununterbrochen gute Zeiten haben, so wie die Blume nicht hundert Tage blühen kann.
Wer nicht die hohen Berge besteigt, kennt die Ebene nicht.
Es hilft uns kein Gedeutel, so nimm es, wie es fällt: Der eine hat den Beutel, der andre hat das Geld. Es lässt sich nichts erklopfen: der eine hat den Wein, der andre hat die Pfropfen. Man muss …
— Theodor Fontane
Die Liebe ist bei den Frauen eine Himmelsleiter, bei den Männern ist sie zuerst eine Sturmleiter hinauf, dann die Feuerleiter, auf der man sich in Sicherheit bringt.
— Gottlieb Moritz Saphir