904 Sprüche — Seite 14
Wer ohne Richtung lebt, bewegt sich oft viel und kommt doch selten dort an, wo das Eigene Gestalt gewinnt. Ziele bündeln Wunsch, Wille und Entscheidung zu einer Kraft, die dem Alltag Ordnung und dem Handeln Bedeutung verleiht. Darum gehören sie zu den stillen Motoren eines erfüllten Lebens.
Nicht erst das Erreichen macht sie wertvoll, sondern schon die Klarheit, die sie auf dem Weg schaffen. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Hoffnung, Disziplin und Ausdauer zusammenhängen und warum ein fernes Ziel oft schon dadurch wirksam wird, dass es den nächsten Schritt bestimmt.
Es hilft nichts, das Unvollkommene heutiger Wirklichkeit zu höhnen oder das Absolute als Tagesprogramm zu predigen. Lasst uns stattdessen durch Kritik und Mitarbeit die Verhältnisse Schritt für Schrit …
— Gustav Walter Heinemann
Lerne, spare, leiste was, dann kannste, haste, biste was.
Es ist ein Tasten in der Welt, als wären wir alle abgestürzt und suchten in der Finsternis nach irgendeinem Stützpunkt zum Aufschwung.
— Carl Ludwig Schleich
Wenn du viel erreichen willst, darfst du niemals mucken; wer den Teich aussaufen will, muss auch Kröten schlucken.
Der Hund hat vier Beine, aber er kann nicht gleichzeitig auf vier Wegen gehen.
Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte - das Amen des Universums.
— Novalis
Es gibt nichts Schwierigeres, als mit dem Rauchen aufzuhören: Selbst wenn ich wollte, würde ich es nicht schaffen.
— Rudyard Kipling
Eine wissenschaftliche Entdeckung ist nie die Arbeit von nur einer Person.
— Louis Pasteur
Ohne Kraft erreicht man nichts, und Kraft muß man durch Kraft erlangen
— Fjodor M. Dostojewski
Der Mensch ist für eine freie Existenz gemacht, und sein innerstes Wesen sehnt sich nach dem Vollkommenen, Ewigen und Unendlichen als seinem Ursprung und Ziel.
— Matthias Claudius
Höhepunkt des Glücks ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.
— Erasmus von Rotterdam
Eine Sache entwickelt sich von selbst – wenn man dauernd an sie denkt.
— Henry Ford
Das Wesentliche ist nicht "gesiegt", sondern sich wacker geschlagen zu haben.
— Pierre Baron de Coubertin
Von allen Werken der Literatur Schönheit oder ein moralisches Ziel zu verlangen, wäre dasselbe, wie von jedem Staatsbürger makellosen Lebenswandel und Bildung zu verlangen.
— Alexander Puschkin
" Was will ich?" fragt der Verstand. " Worauf kommt es an?" fragt die Urteilskraft. " Was kommt dabei heraus?" fragt die Vernunft
— Immanuel Kant
Zwischen Entweder und Oder führt manches Sträßlein
— Joseph Victor von Scheffel
Kein Wind ist dem günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will
— Michel de Montaigne
Ein Ziel ist nicht immer zum Erreichen da, oft dient es nur zum richtigen Zielen.
Die Lektüre der "großen Werke" oder der angeblich großen Werke führt zu dem Glauben, man könne weiterkommen als sie. Die Lektüre der anderen, man könne ohne sie auskommen.
— Henry de Montherlant
Leben ist ja doch des Lebens höchstes Ziel.
— Franz Grillparzer