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Sprüche über Sprache

419 Sprüche — Seite 6

Kein anderes menschliches Werkzeug verbindet so unmittelbar Denken, Gefühl und Gemeinschaft wie die Sprache. Mit ihr wird getröstet, verletzt, erkannt, verschwiegen und erinnert, weshalb sie weit mehr ist als bloße Verständigung. Darum gehört dieses Thema zu den grundlegenden Kräften jeder Kultur und jeder Beziehung.

Ihre Schönheit zeigt sich nicht nur im treffenden Wort, sondern ebenso im bewussten Schweigen. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie Sprache Welten eröffnet, Missverständnisse schafft und dem Unsichtbaren eine Form geben kann.

  1. Niemals davon sprechen, immer daran denken.

    Leon Gambetta

  2. Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes zu hören wie die Bilder in einem Museum

    Edmond de Goncourt

  3. Es gibt immer Erlebnisse, von denen man nie und nimmer reden kann, und doch jemand wünschte, der es schweigend verstünde, ohne daran zu rühren.

    Franziska Gräfin zu Reventlow

  4. Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.

    Mark Twain

  5. Das Geheimnis, langweilig zu sein, besteht darin, dass man alles sagt.

    Voltaire

  6. Wie menschlich Menschen sind, zeigt ihr Umgang mit der Muttersprache.

    Friedrich von Schiller

  7. Wer zuviel ißt, fühlt sich nicht wohl. Wer zuviel redet, kann mit seinen Nachbarn nicht in Frieden leben.

  8. Literatur ist Unsterblichkeit der Sprache.

    Friedrich von Schlegel

  9. Will man Tiefes sagen, so gewöhne man sich zunächst, nichts Falsches zu sagen.

    Marquis de Vauvenargues

  10. Keiner ist zu arm dafür, es kostet nichts, bewirkt doch viel und erhält seinen Wert erst, wenn man es weitergibst: ein böses Wort.

    Baltasar Gracián y Morales

  11. Es ist eine Schwäche großer Herren, mit dem Grundbaß von "Ich sage etwas" zu reden, zur Marter der Zuhörer: Bei jedem Satz horchen sie nach Beifall oder Schmeichelei und treiben die Geduld der K …

    Baltasar Gracián y Morales

  12. Länger als Taten lebt das Wort.

    Pindar

  13. Wovon das Herz nicht voll ist, davon geht der Mund über, habe ich öfters wahr gefunden als den entgegengesetzten Satz.

    Georg Christoph Lichtenberg

  14. Die Ehe ist eine lange Unterhaltung, unterbrochen durch Dispute.

    Robert Louis Stevenson

  15. So geht es oft mit einer Unterhaltung: Nach einer Weile vergeblicher Auseinandersetzung merkt man, dass man gar nicht von derselben Sache gesprochen hat

    André Gide

  16. Alles, was sich nicht mit Mitteln der Volkssprache auseinandersetzen läßt, damit ist es nichts.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  17. Zu reden, wenn man nicht gefragt wurde, das nennt man Geschwätzigkeit

    Chuang-tzu

  18. Der Umweg übers Reden ist die gebräuchlichste und sicherste Art Schweigsamkeit, mit der Menschen sich vor andern verbergen.

    Hermann Stehr

  19. Jedes Wort enthält einen Hauch von dem Geiste dessen, der es ausgesprochen hat

    Sebastian Faber

  20. Erst mit der Liebe kommt Klang in die Menschensprache.

    Paul Olaf Bodding

  21. Die Red' ist uns gegeben, damit wir nicht allein vor uns nur sollen leben und fern von Leuten sein.

    Simon Dach

  22. Die Sauce ist für die Kochkunst, was die Grammatik für die Sprache.

  23. Die beste Frau ist die, die am wenigsten spricht.

    Perikles

  24. Es fehlt uns das Gefühl für die Schönheit des Sprechens und noch mehr für charakteristisches Sprechen

    Rudolf Steiner

  25. Die wahre Heimat ist eigentlich die Sprache. Sie bestimmt die Sehnsucht danach, und die Entfremdung vom Heimischen geht immer durch die Sprache am schnellsten und leichtesten, wenn auch am leisest …

    Wilhelm von Humboldt

  26. Die Wunde von eines Messers Schneide heilt, aber der Hass, den böse Worte schlugen, stirbt nicht ab.

  27. Ein guter Ausdruck ist so viel wert als ein guter Gedanke, weil es fast unmöglich ist, sich gut auszudrücken, ohne das Ausgedrückte von einer guten Seite zu zeigen.

    Georg Christoph Lichtenberg

  28. Ich spreche nicht gern mit Leuten, die stets meiner Meinung sind. Eine Zeitlang macht es Spaß, mit dem Echo zu spielen, auf die Dauer aber ermüdet es.

    Thomas Carlyle

  29. Die Blume ist ein Wort, ein Ausdruck, ein Seufzer aus voller Brust

    Bettina von Arnim

  30. Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag; sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigene Sprache.

    Georg Büchner

  31. Das Gewissen ist die Stimme der Seele. Die Leidenschaften sind die Stimme des Körpers

    Jean-Jacques Rousseau

  32. Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, geleichgültig, welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit.

    Albert Camus

  33. Das echte Gespräch bedeutet: aus dem Ich heraustreten und an die Tür des Du klopfen

    Albert Camus

  34. Wenn Leute mit mir über das Wetter reden, habe ich immer das ganz sichere Gefühl, dass sie etwas anderes sagen wollen. Und das macht mich so nervös.

    Oscar Wilde

  35. Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  36. Mancher hält sich für taub, bloß weil nicht mehr über ihn gesprochen wird.

    Charles de Talleyrand

  37. Es ist schwer den harten Stein böser Worte glatt zu schleifen.

  38. Ein Mann mit Geschäft mag über Philosophie reden; ein Mann, der keines besitzt, mag sie anwenden

    Jonathan Swift

  39. Ein Wort, ein Buch, ein Autor sind nichts als einzelne Wassertropfen. Alle zusammen ergeben den Strom, der alles hinwegreisst und den keine Kraft zurückfliessen lassen kann.

    Adelbert von Chamisso

  40. Wer in ein Land reist, ehe er einiges von dessen Sprache erlernt hat, geht in die Schule, aber nicht auf Reisen.

    Francis Bacon

  41. Zwischen dem Rande der Lippe und des Bechers kann viel sich ereignen.

    Aristoteles

  42. Das Wort ist die Entschuldigung des Gedankens.

    Jules Renard

  43. Alle Worte, die von Herzen kommen, sind gute Worte, und wenn sie mir helfen so frag ich nicht danach, ob es so genannte richtige Worte sind oder nicht.

    Theodor Fontane

  44. Die Jugend ist außerordentlich gut gegen mich, und ich erkenne es mit größter Dankbarkeit an. Manchmal komme ich mir aber doch vor wie der uralte Papagei, den niemand mehr verstand, weil er eine t …

    Marie von Ebner-Eschenbach

  45. Das Wort des Menschen ist sein Wesen

  46. Das Wort ist wie im Meer ein Pfad, doch tiefe Wegspur hinterlässt die Tat.

    Henrik Johan Ibsen

  47. Jeder sagt mal Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut.

    Michel de Montaigne

  48. Sprichst du zu Müttern, so reden sie alsbald von ihren Kindern.

  49. Ein Tor, der kein Wort sagt, unterscheidet sich nicht von einem Gelehrten, der still ist.

    Jean-Baptiste Molière

  50. Mancher redet grosse Worte und gebraucht nur kleine Münzen.

  51. Wir reden wenig, wenn wir nicht über uns reden.

    William Hazlitt

  52. Die Dummheit des Mannes erkennt man an seinen Worten, die der Frau an ihrem Schweigen. Eine stumme Frau ist dumm, ein schweigsamer Mann kann für bedeutend gehalten werden.

    Sully Prudhomme

  53. Die Kennworte des Wieners: Wie komm denn i dazu? Es zahlt sich ja net aus! Tun S' Ihnen nix an!

    Arthur Schnitzler

  54. Willst Du Männer gesprächig machen, so sprich von Sachen, soll dein Gespräch mit Frauen sich lohnen, so sprich von Personen.

    Ludwig Anton Salomon Fulda

  55. Die meisten Menschen verziehen die Miene und sprechen lauter, wenn ihre Stärke nachlässt

    Michel de Montaigne

  56. Sprichwörter sind der Schmuck der Rede.

  57. Worte sind wie Laub - wo sie im Übermaß sind, findet man keine Früchte darunter

    Alexander Pope

  58. Die menschliche Sprache ist wie eine gesprungene Kesselpauke, mit deren Tönen wir Bären zum Tanzen bringen, während wir uns immer nur danach sehnen, das Mitleid der Sterne zu wecken.

    Gustave Flaubert

  59. Sich in Sprachzucht zu nehmen, ist sicher nicht immer leicht, aber ein Beitrag sowohl zur Demokratie wie auch zur Bewahrung der Schönheit unserer Sprache

    Gustav Walter Heinemann

  60. Mit Hilfe der göttlichen Tonkunst läßt sich mehr ausdrücken und ausrichten als mit Worten.

    Karl Maria von Weber