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Sprüche über Sorgen

393 Sprüche — Seite 7

Was noch nicht eingetreten ist, kann das Herz oft stärker bedrängen als das Wirkliche selbst. Sorgen kreisen um Verlust, Unsicherheit und mögliche Gefahren und zeigen damit, wie eng Denken und Empfinden verflochten sind. Deshalb ist dieses Thema so alltäglich und zugleich so tief in der menschlichen Verletzlichkeit verankert.

Ihr Problem liegt darin, dass sie selten lösen, was sie unablässig bewegen. Die Sprüche zu diesem Thema fassen die Last des Vorausdenkens in Worte und erinnern daran, dass Vertrauen, Maß und Gegenwart oft heilsamer sind als endloses Grübeln.

  1. Schwere Tage wirkten bedeutender als all jene Tage, die in den Hörsälen und über den Büchern verbracht werden.

    Wilhelm Raabe

  2. Sorgen, das sind schlimme Gäste, kleben zähe, sitzen feste. Musst ihnen nur hurtig den Rücken drehn! Wenn sie dich bei der Arbeit sehn, bleibt ihnen nichts übrig, als weiterzugehn.

    Otto Julius Bierbaum

  3. Wohin kämen wir, wenn nicht ab und zu etwas unseren Weg versperrte?

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  4. Tröste dich, die Stunden eilen, und was all dich drücken mag, auch die schlimmste kann nicht weilen, und es kommt ein anderer Tag.

    Theodor Fontane

  5. Klage dein Leid nicht den Ungetreuen, Die sagen: o Gott! und sich heimlich freuen.

    Friedrich Rückert

  6. Die Trägen, die zu Hause liegen, erquicket nicht das Morgenrot; Sie wissen nur von Kinderwiegen, von Sorgen, Last und Not um Brot.

    Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

  7. Es verliert die schwerste Bürde des Lebens die Hälfte ihres Drucks, wenn man von ihr reden kann.

    Jeremias Gotthelf

  8. Ein Psychiater ist ein Mann, der sich keine Sorgen zu machen braucht, solange andere Menschen sich welche machen

    Karl Kraus

  9. Für die Gesundheit und ein langes Leben ohne großen Kummer weiß ich kein besseres Mittel als die Narrheit.

    Michelangelo

  10. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer.

    Jean Paul

  11. Das Leben ist fast zu gemein, um ertragen zu werden

    Katherine Mansfield

  12. Wenn ein Mensch gründlich unglücklich ist, kommt er über tausend Schwierigkeiten im Leben kinderleicht hinweg.

    Richard Rothe

  13. Sorgen legen großen Wert auf Etikette. Wenn du dich von ihnen nicht per Handschlag verabschiedest, reagieren sie nachtragend

    Karl-Heinz Karius

  14. Die Welt, auf der wir leben, ist nicht vollkommen und der Mensch ist nicht vollkommen. Aus diesen beiden Minusfaktoren entsteht die Problematik des Menschen.

    Nikolaus B. Enkelmann

  15. Magengeschwüre bekommt man nicht von dem, was man isst, man bekommt sie von dem, wovon man aufgefressen wird.

    Mary Wortley Montagu

  16. Ein geteilter Kummer verändert sich eben so sehr, wie ein Vergnügen, das nicht geteilt wird.

    Jean Antoine Petit-Senn

  17. Man soll Eltern außer durch Erkrankung keinen Kummer machen.

    Alexandre Vinet

  18. Wer hätte es nicht schon erfahren, wie sehr man sich erleichtert fühlen kann durch eine vertrauliche Aussprache, die man nachher bereut.

    Otto Weiss

  19. Sorg, aber sorge nicht zuviel, es geht doch alles wie Gott es will.

    Julius Wilhelm Zincgref

  20. Wer um alle Dinge sorgen will, den erwartet Leides viel.

    Bernhard Freidank

  21. Lass das Minderwertige nicht in deine Phantasie ein, denn das beschwert nur und verdrängt Besseres.

    Sebastian Faber

  22. Solange wir leben, leiden wir.

    Frederico Garcia Lorca

  23. Ich freue mich an dem Luxus, mich nur um wenige Dinge sorgen zu müssen.

    James Hudson Taylor

  24. Die einzige Möglichkeit nicht über Geld nachzudenken ist, eine Menge davon zu haben

    Edith Wharton

  25. Ein schlechtes Gewissen ist ein Zeuge, den man Tag und Nacht mit sich herumträgt.

    Juvenal

  26. Leider, dem Mitleid entsprießt nur allzuoft die Verachtung; darum verberge Dein Leid tief in der innersten Brust.

    Heinrich Martin

  27. Der Irrtum ist sehr schwer zu tragen; ihn los zu werden macht uns Plagen.

    Heinrich Martin

  28. Oft ist es die Angst vor einem Übel, die uns zu einem schlimmeren führt.

    Nicolas Boileau-Despreaux

  29. Viel Kummer bereitet es meinem Herzen, wenn ich daran denke, was der Mensch aus dem Menschen gemacht hat.

    William Wordsworth

  30. Im Leben muss man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  31. Das eingetretene Übel hat immer eine freundlichere Gestalt als das entfernte.

    Friedrich von Matthisson

  32. Ängstlichkeit nimmt nicht dem Morgen seine Sorge, aber dem Heute seine Kraft.

    Charles Haddon Spurgeon

  33. Das Leben wirft bald tiefe Schatten über unsere Seele, bald teilt es ihr Licht und Freude mit.

    Wilhelm Dilthey