Sprüche über Sorgen
393 Sprüche — Seite 6
Was noch nicht eingetreten ist, kann das Herz oft stärker bedrängen als das Wirkliche selbst. Sorgen kreisen um Verlust, Unsicherheit und mögliche Gefahren und zeigen damit, wie eng Denken und Empfinden verflochten sind. Deshalb ist dieses Thema so alltäglich und zugleich so tief in der menschlichen Verletzlichkeit verankert.
Ihr Problem liegt darin, dass sie selten lösen, was sie unablässig bewegen. Die Sprüche zu diesem Thema fassen die Last des Vorausdenkens in Worte und erinnern daran, dass Vertrauen, Maß und Gegenwart oft heilsamer sind als endloses Grübeln.
Die Schmerzen, die Sorgen, sind Gefährtinnen der Nacht, die Unruhe ist ihre Tochter, trotz aller Stille.
— Paul Keller
Möge der Himmel dich bewahren vor Gefahren, Schmerzen und Pein. Möge stets ein kleiner Schutzengel deines lieben Lebens Hüter sein
Das Leben gibt, das Leben nimmt, geht seinen Lauf wie's vorbestimmt. Es führt ins Glück, es führt durchs Leid, es währet alles seine Zeit! Und wenn die Welt voll Trübsal ist, du regelrecht verzwe …
Hast du Kummer, Liebesschmerz, drück 'nen Maßkrug Bier ans Herz.
Zerre deine Gedanken weg von deinen Sorgen, an den Ohren, den Füßen oder auf sonst eine Art, die dir recht ist. Das ist das Gesündeste, was ein Körper tun kann.
— Mark Twain
Geduld und Zähigkeit helfen uns in schlimmen Tagen viel mehr, als Kraft und Raserei.
— Jean de La Fontaine
Wenn ganz ohne Sorgen die Tage verschweben, das ist ein hohles, ein halbes Leben, doch glücklich ist der begnadete Mann, der seine Sorgen sich wählen kann.
— Oscar Blumenthal
Streue nur gute Körner aus und sorge nicht, was aus ihnen wird
— Theodor Fontane
Ach, meine Lieben! Wie oft im Leben wirft uns das Schicksal seinen tragischen Hut vor die Füße, und wir mögen tun, was wir wollen, Verdruß gibt's doch
— Wilhelm Busch
Jede Zeit hat ihre Wehen.
— Hermann Ferdinand Freiligrath
In der Ehe kann man die Sorgen teilen, die man allein gar nicht hätte
Ihm ruhen noch im Zeitschoße die schweren und die heitren Lose. Der Mutterliebe zarte Sorgen bewachen seinen goldenen Morgen.
— Friedrich von Schiller
Nimm alles leicht! Das Träumen lass' und Grübeln! So bleibst du wohlbewahrt von allen Übeln
— Ludwig Uhland
Alles hat seine Zeit, die Zeit der Liebe, der Freude und des Glücks, die Zeit des Sorgens und des Leids. Es ist vorbei. Die Liebe bleibt.
Warum gleich lumpig einhergehn und es jedermann merken lassen, dass die Bilanzen ein Defizit aufweisen?
— Wilhelm Busch
Getrost! Was krumm ward oft noch grad, oft über Nacht kam guter Rat.
— Eduard Mörike
Was uns das neue Jahr wohl bringt? Ihr glaubt an manches Wunderbare! Doch hört, wie diese Frage klingt: Was bringen wir dem neuen Jahre?
Auch im Übel liegt ein Preis, Wer ihn nur zu finden weiß.
— Albrecht von Haller
Ein Geschäft eröffnen, ist leicht. Schwer ist, es geöffnet zu halten.
Kleine Töpfe kochen leicht über.
Das Glück geht oft über Nacht aus.
Von Freunden in der Not geh'n hundert auf ein Lot.
Borgen macht Sorgen, drum soll man nicht mehr verzehren, als der Pflug kann ernähren.
Fettes Leben macht mageres Testament.
Ein kleines Loch stopf' zu, denn gross wird es im Nu.
Das Geld hat Beine!
Vor fremden Gut bewahr' die Hände, sonst nimmst du bald ein schlimmes Ende.
Wer viel kauft, was er nicht braucht, muss bald verkaufen, was er braucht.
Prozesse, Karten und Wirtshaus, bringen den Bettelstock ins Haus.
Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, der wird bald arm, ohn' dass er's spürt.
Gibst du viel im kleinen aus, kommst du bald um Hof und Haus.
Aufregungen geben Löcher in den Magen.
Wer die Zeit der Saat verschläft, braucht in der Ernte nicht zu schwitzen.
Wir sollten um Hilfe rufen können, auch wenn uns das Wasser noch nicht bis zum Hals steht.
Wenn dich die Leut verdrießen, Wehmut dein Herz beschleicht, tu ihnen rasch was Gutes, dann ist dir wieder leicht.
Auch die kleinsten Freudenkörner nur recht fröhlich aufgepickt! Denn sie helfen dir verdauen, was sonst schwer im Magen liegt.
Zeigt die trübe, dunkle Seite dir auch oft das Leben, ist's vom Bild doch nur der Schatten, um das Licht zu heben.
— Anastasius Grün
Wenn due die Lämmer nicht achtest, wird die Herde bald zugrunde gehen.
Für Müllers Henne, Bäckers Schwein und der Witfrau Knecht soll man nicht sorgen.
Die kleinen Miseren des Lebens helfen uns manchmal über sein großes Elend hinweg.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Was der Mensch fliehen will, das bringt er mit an den Ort, an den er flieht
— Carl Friedrich Paul Ernst
Was ist des Menschen Leben? Ein Schwanken hierhin - dorthin - von Sorge zu Sorge. Ein Loch stopft man zu, - ein anderes ist gleich wieder da.
— Laurence Sterne
Wo Technik im Spiel ist, tritt die Katastrophe in Galauniform auf.
— Martin Kessel
Bei all Deinen Sorgen merke Dir eins: Besser Du lebst fünf vor zwölf als eins nach keins.
Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen, deswegen haltet euch nicht wie Schlaraffen: Harte Bissen gibt es zu kauen; wir müssen erwürgen oder verdauen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Das Finden seiner selbst in dunklen Tagen ist meistens mehr Glücksache, als die Menschen gewöhnlich eingestehen wollen.
— Gottfried Keller
Besser ist's, man hat in der Jugend zu kämpfen als im Alter.
— Gottfried Keller
Trübe Tage werden gegen Abend, wenn die Sonne hinabsteigt, heller; und manches trübe Leben erfährt dieselbe Begnadigung.
— Moritz Heimann
Es ist kein Leben davon frei, ein jedes hat seine Regenzeit und Tage trüb und traurig.
— Henry Wadsworth Longfellow
Sorgen sind meist von der Nesseln Art, sie brennen, rührst du sie zart; fasse sie nur an herzhaft, so ist der Griff nicht schmerzhaft.
— Franz Emanuel August Geibel
Sich sorgen ist fast so gut wie sich freuen. Unerträglich wird das Leben für den, der weder Freuden noch Sorgen hat.
— Henry Wadsworth Longfellow
Sei darauf bedacht, auch in harten Tagen deinen Gleichmut zu bewahren.
— Horaz
Das Kind ist für die Mutter der Inbegriff allen Glückes. Kleine Sorgen können ihre ständige Seligkeit vorübergehend trüben, doch ihre große königliche Freude kann kein Leid töten.
— Paul Keller
Hab ein Wort auch für andre in Sorg' und in Pein und sag, was dich selber so fröhlich lässt sein.
— Cäsar Flaischlen
So sei und so reife… wie viel du auch littst, dass alle froh werden, wenn du ins Zimmer trittst!
— Cäsar Flaischlen
Lass Argwohn, willst du nicht in Angst und Kummer schweben; denn Furcht und Argwohn sind ein steter Tod im Leben.
— Martin Opitz
Am schwersten trägt der Mensch an den Sorgen von übermorgen.
Wenn wir gerechter wären, würden wir zugeben, dass jedes Leben mehr frohe als trübe Sekunden gehabt hat.
— Carl Ludwig Schleich
Die Leiden sind wie Gewitterwolken, in der Ferne sehen sie schwarz aus, über uns kaum grau.
— Jean Paul
Wenn die Menschen auf Staatsangelegenheiten, Politik und auch auf ihre eigenen Geschäfte so viel Denken, Sorge, Erwägung verwenden würden, wie sie darauf verschwenden, was sie zu einem Maskenball anzi …
— John Steinbeck