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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 7

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Ein Leidenskapitel muss jedes rechte Menschenleben haben, sonst wird nichts Rechtes daraus.

    Carl Hilty

  2. Das Leben ist eine Krankheit, die tödlich endet

    Abraham Cowley

  3. Ein Grab ist doch immer die beste Befestigung wider die Stürme des Schicksals.

    Georg Christoph Lichtenberg

  4. In diesem Haus soll Frieden wohnen, verbannt seien Zank und Streit, Mit Glück soll euch das Schicksal lohnen, welch treue Freunde ihr uns seid.

  5. Mein ganzes Leben über kannte ich keinen Menschen, der eines andern Unglück nicht mit wahrhaft christlicher Fassung ertragen hätte.

    Alexander Pope

  6. Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewußte gestaltet es.

    Marcus Tullius Cicero

  7. Ein Ton aus unserer Jugendzeit wird oft zur Dominante für das ganze Leben.

    Peter Sirius

  8. Der Hirsch lebt auf dem Berg, aber sein Schicksal hängt in der Küche.

    Lü Bu We

  9. Unglück kann durch andere kommen; aber erniedrigt werden kann ein Volk nur durch seine eigenen Handlungen.

    Henry Thomas Buckle

  10. Dem frohen Tage folgt ein trüber, doch alles wiegt zuletzt sich auf.

    August von Platen

  11. Wer Glück will muss erwerben, was ihm kein Schicksalsschlag entreißen kann.

    Augustinus

  12. Nichts ist so stark wie die Notlage, weil alle ihr sich unterwerfen.

    Thales von Milet

  13. Der Schmerz ist für eine tiefe Seele wie ein Stein, der in einen Brunnen fällt; er wird nie mehr herausgehoben.

    Eleonore van der Straten-Sternberg

  14. Ein Mann gelangt nicht durch das Schicksal oder durch Lebensumstände ins Armenhaus oder Gefängnis, sondern durch den Pfad der schlechten Gedanken und falsche Wünsche.

    James Allen

  15. Wir werden nicht von den Umständen geschaffen; wir sind Schöpfer der Umstände

    Benjamin Disraeli

  16. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer.

    Jean Paul

  17. Ihr werdet es nie begreifen, wie die Geschichte der Väter in unser Leben eingreift zum Heil und Unheil

    Max von Eyth

  18. Umsonst fürchten wir die Träume; der schrecklichste Traum ist nichts, verglichen mit dem Leben

    Stanislaw Brzozowski

  19. Es hasst nur jemand, der fühlt, dass er niemals ungeschehen, nicht existent machen wird, was passiert ist.

    Stanislaw Brzozowski

  20. Die Welt ist ein Schauplatz: Du kommst, du siehst und gehst vorüber

    Matthias Claudius

  21. Krankheiten sind Anfragen. Sie sind auch Aufgaben, Auszeichnungen sogar.

    Charles Lamb

  22. Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt

    Maurice Barrès

  23. Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich.

    Ferdinand Raimund

  24. Wir Menschen halten doch immer nur die Fäden in den Händen, das Schicksal aber webt, wie es will.

    Hermann Stehr

  25. Wer Unglück erwartet, bittet darum und wird es auch zweifellos erhalten.

    Prentice Mulford

  26. Bisweilen schmerzt mich anderer Leute Unglück mehr als das eigene

    Francesco Petrarca

  27. Soll ich das stolze, grausame, blinde Glück nicht hassen, das mit uns Menschen nach Willkür spielt?

    Francesco Petrarca

  28. Es gibt ja nichts so Unwilliges wie das Alter.

    Francesco Petrarca

  29. Das ist es, was euch in solches Elend stürzt: Mit dem eigenen Geschick unzufrieden, strebt ein jeder im Geiste nach dem höchsten Glück

    Francesco Petrarca

  30. Was alle trifft, erträgt man leicht

    Karl Wilhelm Ramler

  31. … schneller, wie die Welle steigt und fällt, treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens

    Theodor Körner

  32. Der Mensch ist entweder Opfer seines Schicksals oder Meister seiner Bestimmung

    Herbert Spencer

  33. Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.

    Alexandre Vinet

  34. Dass es Unglück in dieser Welt geben muss, sehen wir ein. Wir sehen nur nicht ein, warum das Unglück gerade uns treffen soll

    Otto Weiss

  35. Zwei Hochschulen der Lebensweisheit: Armut – Krankheit

    Otto Weiss

  36. Das Unglück von Tausenden rührt uns weniger als das Unglück eines einzigen.

    Otto Weiss

  37. Bisweilen macht sich das Schicksal über einen armen Teufel lustig, und lässt ihn im Greisenalter reich werden.

    Otto Weiss

  38. Sorg, aber sorge nicht zuviel, es geht doch alles wie Gott es will.

    Julius Wilhelm Zincgref

  39. Der Weise betrachtet Leben und Tod wie Morgen und Abend.

  40. Oft begegnet man seinem Schicksal auf der Straße, die man nahm, um ihm zu entkommen.

  41. Der Gang der Politik gleicht dem Flug eines Drachens, dessen Bahn von dem Winde, der ihn treibt, und der Schnur, die ihn hält, abhängig ist.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  42. Glück ist, wenn Gelegenheit auf Bereitschaft trifft.

    Fred Endrikat

  43. Freude bezahlt der Mensch durch Leid. Er sammle Schätze in guten Zeiten, froh, wenn er nur deren Zinsen in schlechten Zeiten aufwenden muss.

    Theodor Toeche-Mittler

  44. Solange wir leben, leiden wir.

    Frederico Garcia Lorca

  45. Das Glück fällt dem zu, der es am wenigsten erwartet.

    Frederico Garcia Lorca

  46. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in gleicher Weise von dem Schicksal ihres Unternehmens abhängig

    Robert Bosch

  47. Oft begegnet man seinem Schicksal auf der Straße, die man nahm, um ihm zu entkommen.

  48. Die Wurzel der großen Ereignisse ist immer ein Charakterzug des Volkes und die Geschichte geht zurück auf die Psychologie.

    Hippolyte Taine

  49. Das völlige Vertrauen auf Gott ist Seligkeit; er stellt oft auf die Probe, lässt aber nie im Stich.

    James Hudson Taylor

  50. Schweres Leiden bedeutet tiefere Segnung. Unsere Arbeit wird durch Prüfung nicht behindert, sondern vertieft und erweitert.

    James Hudson Taylor

  51. Das Glück kann man nicht machen, man muss es annehmen wie es kommt, aber mit Verstand brauchen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  52. Dem Reichen bleiben seine Schätze oft ungeschmälert, keine Lücke reißt das unerbittliche Schicksal. Dem Armen wird oft sein einziges Gut genommen. So ist es gewesen von Anfang, so wird es bleiben in a …

    Sophie Alberti

  53. Fasse den Mut,das Schicksal am Kragen zu packen, und ein Leben aus ihm heraus zu schütteln.

    Louisa May Alcott

  54. Bei einem jähen, plötzlichen Schlag bricht der Mensch zusammen, aber es gibt eine stille Art von Unglück, die sich einschleicht, wie ein ungebetener, lästiger Gast, von dem man täglich hofft, er werde …

    Wilhelmine von Hillern

  55. Das Schicksal macht uns oft durch unsere stillen Wünsche zu Mitschuldigen seiner Härte und wir schlagen uns zerknirscht vor die Brust, wenn das, was wir auf Kosten eines anderen im Geheimen ersehnt, p …

    Wilhelmine von Hillern

  56. Der Ruf des Herzens ist des Schicksals Stimme

    Friedrich von Schiller

  57. Das Herz ist die große Uhr, die auf Wohl und Wehe zeigt.

    Rahel Varnhagen von Ense

  58. Wo die Erde wankt und Menschenwerk und Glück zusammenstürzt, da baut der Glaube auf den Trümmern weiter, und keine äußere Macht erschüttert seinen Grund!

    Wilhelmine von Hillern

  59. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer

    Jean Paul

  60. Ich finde, es bedarf gar keines Himmels und keiner Hölle. Das ordnet sich hier schon höchst einfach auf unserer Erde.

    Paula Modersohn-Becker