Sprüche über Schicksal
444 Sprüche — Seite 7
Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.
Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.
Ein Leidenskapitel muss jedes rechte Menschenleben haben, sonst wird nichts Rechtes daraus.
— Carl Hilty
Das Leben ist eine Krankheit, die tödlich endet
— Abraham Cowley
Ein Grab ist doch immer die beste Befestigung wider die Stürme des Schicksals.
— Georg Christoph Lichtenberg
In diesem Haus soll Frieden wohnen, verbannt seien Zank und Streit, Mit Glück soll euch das Schicksal lohnen, welch treue Freunde ihr uns seid.
Mein ganzes Leben über kannte ich keinen Menschen, der eines andern Unglück nicht mit wahrhaft christlicher Fassung ertragen hätte.
— Alexander Pope
Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewußte gestaltet es.
— Marcus Tullius Cicero
Ein Ton aus unserer Jugendzeit wird oft zur Dominante für das ganze Leben.
— Peter Sirius
Der Hirsch lebt auf dem Berg, aber sein Schicksal hängt in der Küche.
— Lü Bu We
Unglück kann durch andere kommen; aber erniedrigt werden kann ein Volk nur durch seine eigenen Handlungen.
— Henry Thomas Buckle
Dem frohen Tage folgt ein trüber, doch alles wiegt zuletzt sich auf.
— August von Platen
Wer Glück will muss erwerben, was ihm kein Schicksalsschlag entreißen kann.
— Augustinus
Nichts ist so stark wie die Notlage, weil alle ihr sich unterwerfen.
— Thales von Milet
Der Schmerz ist für eine tiefe Seele wie ein Stein, der in einen Brunnen fällt; er wird nie mehr herausgehoben.
— Eleonore van der Straten-Sternberg
Ein Mann gelangt nicht durch das Schicksal oder durch Lebensumstände ins Armenhaus oder Gefängnis, sondern durch den Pfad der schlechten Gedanken und falsche Wünsche.
— James Allen
Wir werden nicht von den Umständen geschaffen; wir sind Schöpfer der Umstände
— Benjamin Disraeli
Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer.
— Jean Paul
Ihr werdet es nie begreifen, wie die Geschichte der Väter in unser Leben eingreift zum Heil und Unheil
— Max von Eyth
Umsonst fürchten wir die Träume; der schrecklichste Traum ist nichts, verglichen mit dem Leben
— Stanislaw Brzozowski
Es hasst nur jemand, der fühlt, dass er niemals ungeschehen, nicht existent machen wird, was passiert ist.
— Stanislaw Brzozowski
Die Welt ist ein Schauplatz: Du kommst, du siehst und gehst vorüber
— Matthias Claudius
Krankheiten sind Anfragen. Sie sind auch Aufgaben, Auszeichnungen sogar.
— Charles Lamb
Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt
— Maurice Barrès
Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich.
— Ferdinand Raimund
Wir Menschen halten doch immer nur die Fäden in den Händen, das Schicksal aber webt, wie es will.
— Hermann Stehr
Wer Unglück erwartet, bittet darum und wird es auch zweifellos erhalten.
— Prentice Mulford
Bisweilen schmerzt mich anderer Leute Unglück mehr als das eigene
— Francesco Petrarca
Soll ich das stolze, grausame, blinde Glück nicht hassen, das mit uns Menschen nach Willkür spielt?
— Francesco Petrarca
Es gibt ja nichts so Unwilliges wie das Alter.
— Francesco Petrarca
Das ist es, was euch in solches Elend stürzt: Mit dem eigenen Geschick unzufrieden, strebt ein jeder im Geiste nach dem höchsten Glück
— Francesco Petrarca
Was alle trifft, erträgt man leicht
— Karl Wilhelm Ramler
… schneller, wie die Welle steigt und fällt, treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens
— Theodor Körner
Der Mensch ist entweder Opfer seines Schicksals oder Meister seiner Bestimmung
— Herbert Spencer
Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.
— Alexandre Vinet
Dass es Unglück in dieser Welt geben muss, sehen wir ein. Wir sehen nur nicht ein, warum das Unglück gerade uns treffen soll
— Otto Weiss
Zwei Hochschulen der Lebensweisheit: Armut – Krankheit
— Otto Weiss
Das Unglück von Tausenden rührt uns weniger als das Unglück eines einzigen.
— Otto Weiss
Bisweilen macht sich das Schicksal über einen armen Teufel lustig, und lässt ihn im Greisenalter reich werden.
— Otto Weiss
Sorg, aber sorge nicht zuviel, es geht doch alles wie Gott es will.
— Julius Wilhelm Zincgref
Der Weise betrachtet Leben und Tod wie Morgen und Abend.
Oft begegnet man seinem Schicksal auf der Straße, die man nahm, um ihm zu entkommen.
Der Gang der Politik gleicht dem Flug eines Drachens, dessen Bahn von dem Winde, der ihn treibt, und der Schnur, die ihn hält, abhängig ist.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Glück ist, wenn Gelegenheit auf Bereitschaft trifft.
— Fred Endrikat
Freude bezahlt der Mensch durch Leid. Er sammle Schätze in guten Zeiten, froh, wenn er nur deren Zinsen in schlechten Zeiten aufwenden muss.
— Theodor Toeche-Mittler
Solange wir leben, leiden wir.
— Frederico Garcia Lorca
Das Glück fällt dem zu, der es am wenigsten erwartet.
— Frederico Garcia Lorca
Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in gleicher Weise von dem Schicksal ihres Unternehmens abhängig
— Robert Bosch
Oft begegnet man seinem Schicksal auf der Straße, die man nahm, um ihm zu entkommen.
Die Wurzel der großen Ereignisse ist immer ein Charakterzug des Volkes und die Geschichte geht zurück auf die Psychologie.
— Hippolyte Taine
Das völlige Vertrauen auf Gott ist Seligkeit; er stellt oft auf die Probe, lässt aber nie im Stich.
— James Hudson Taylor
Schweres Leiden bedeutet tiefere Segnung. Unsere Arbeit wird durch Prüfung nicht behindert, sondern vertieft und erweitert.
— James Hudson Taylor
Das Glück kann man nicht machen, man muss es annehmen wie es kommt, aber mit Verstand brauchen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Dem Reichen bleiben seine Schätze oft ungeschmälert, keine Lücke reißt das unerbittliche Schicksal. Dem Armen wird oft sein einziges Gut genommen. So ist es gewesen von Anfang, so wird es bleiben in a …
— Sophie Alberti
Fasse den Mut,das Schicksal am Kragen zu packen, und ein Leben aus ihm heraus zu schütteln.
— Louisa May Alcott
Bei einem jähen, plötzlichen Schlag bricht der Mensch zusammen, aber es gibt eine stille Art von Unglück, die sich einschleicht, wie ein ungebetener, lästiger Gast, von dem man täglich hofft, er werde …
— Wilhelmine von Hillern
Das Schicksal macht uns oft durch unsere stillen Wünsche zu Mitschuldigen seiner Härte und wir schlagen uns zerknirscht vor die Brust, wenn das, was wir auf Kosten eines anderen im Geheimen ersehnt, p …
— Wilhelmine von Hillern
Der Ruf des Herzens ist des Schicksals Stimme
— Friedrich von Schiller
Das Herz ist die große Uhr, die auf Wohl und Wehe zeigt.
— Rahel Varnhagen von Ense
Wo die Erde wankt und Menschenwerk und Glück zusammenstürzt, da baut der Glaube auf den Trümmern weiter, und keine äußere Macht erschüttert seinen Grund!
— Wilhelmine von Hillern
Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer
— Jean Paul
Ich finde, es bedarf gar keines Himmels und keiner Hölle. Das ordnet sich hier schon höchst einfach auf unserer Erde.
— Paula Modersohn-Becker