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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 5

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

    Arthur Schopenhauer

  2. Steht dir ein Schmerz bevor, oder hat dich bereits ergriffen, so bedenke, dass du ihn nicht vernichten kannst, indem du dich von ihm abwendest! Sieh' ihm fest ins Auge!

    Ernst von Feuchtersleben

  3. Wir machen uns Freunde. Wir machen uns Feinde. Aber Gott macht uns den Nachbarn von nebenan.

    Gilbert Keith Chesterton

  4. Es gibt nur einen Weg zum Glück und der bedeutet, aufzuhören mit der Sorge um Dinge, die jenseits der Grenzen unseres Einflussvermögens liegen.

    Epiktet

  5. Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben.

    Ernest Miller Hemingway

  6. Schlimme Ereignisse sollten uns nicht verführen zu denken, es könne nicht noch viel schlimmer kommen.

    Christa Schyboll

  7. Glücklich sein ist eine Gabe des Schicksals und kommt nicht von aussen, man muss es sich selbst erkämpfen. Das ist aber auch tröstend, denn man kann es erkämpfen

    Wilhelm von Humboldt

  8. Quäle deine Seele nicht mit Dingen, die unvermeidbar sind. Grüble nicht über die Sorgen der kommenden Zeit. Sprich nicht dauernd über unerquickliche Dinge, höre auch nicht darauf, wenn andere dir da …

  9. Jede Gesellschaft ist nichts anderes als ein großes Picknick aus Notlügen. Eine der Lügen heißt: Jeder Mensch hat sein Schicksal. Das ist nicht wahr; die Gesellschaft ist ihr Schicksal!

    Gottlieb Moritz Saphir

  10. Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht, und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.

    Kurt Tucholsky

  11. Man kann nie so kompliziert denken, wie es plötzlich kommt

    Willy Brandt

  12. Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist, dass hier ein besonderes Schicksal beschieden ist, dass sich hinter der Fassade deines Lebens etwas Schönes, Gutes und Ewiges er …

  13. Der weisse, stolze Schwan hat wunderbar gesungen, und weinend bin ich an mein Lebensend gedrungen, welch streng und hartes Schicksal, ist ungetröstet sterben. Um mich der Tod will werben, im Tod w …

    Jakob Arcadelt

  14. Das Glück ist eine leichte Dirne und weilt nicht gern am selben Ort; sie streicht das Haar dir von der Stirne und küßt dich rasch und flattert fort. Frau Unglück hat im Gegenteile dich liebefest …

    Christian Johann Heinrich Heine

  15. Das Schicksal ist das, was sich nicht umgehen läßt.

    Oswald Spengler

  16. Wer im Frühling nicht säet, wird im Sommer nicht ernten, im Herbst und Winter nicht genießen; er trage sein Schicksal.

    Johann Gottfried Herder

  17. Ohne Schatten gibt es kein Licht, man muß auch die Nacht kennenlernen

    Albert Camus

  18. Dunkel sind die Wege, die das Schicksal geht.

    Euripides

  19. Trifft dich des Schicksals Schlag, so mach' es wie der Ball: Je stärker man ihn schlägt, je höher fliegt er all.

    Friedrich Rückert

  20. Das Schicksal macht nie einen König matt, ehe es ihm Schach geboten hat.

    Ludwig Börne

  21. Es ist das Schicksal der Ungewöhnlichen, immer wieder den Hass der Menschen zu erregen.

    Stefan Zweig

  22. Das Schicksal hält es immer mit den Kühnen.

    Philippe Destouches

  23. Wenn es auch düstere Tage in meinem Leben gab, würde ich doch nicht wollen, dass man mich zu den Unglücklichen zählt.

    Vincent van Gogh

  24. Wir wandeln auf Glatteis und sind keinen Augenblick sicher, dass wir nicht fallen.

    Friedrich Vischer

  25. Die niedrige Seele wird durch die Glücksfälle aufgeblasen, durch die Unglücksfälle niedergeworfen.

    Epikur

  26. Ergebung in sein Schicksal ist die erste Forderung der Natur an den Menschen.

    Friedrich Maximilian von Klinger

  27. Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern mit Weisheit zu ertragen.

    Charles John Huffam Dickens

  28. Ist der Tod nicht eine herrliche Flucht vor allen Verfolgern, menschlichen und Schicksalsmächten? Mit einem wahren »salto mortale« bist du in einem andern Lande, und ohnmächtig stehen sie an deiner Le …

    August Pauly

  29. Freunde sind die meist geschätzten Menschen, die wir ins Herz schließen, wo immer uns das Leben hinführt.

    Julian Scharnau

  30. Wer am Tode vorübergegangen ist, lebt anders, als er früher gelebt hat.

  31. Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.

  32. Ein Mensch wie ich pfeift auf das Leben einer Million Menschen.

    Napoleon

  33. Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Wünsche. Achte auf deine Wünsche, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Werke. Achte auf deine Werke, denn si …

  34. Nicht die Niederlage ist der schlimmste Misserfolg. Wirklich gescheitert ist nur der, der es nicht versucht hat.

    George Edward Woodberry

  35. Das Wesen eines Volkes ist wie das Wesen einer einzelnen Person: Sein Charakter ist sein Schicksal.

    Jakob Wassermann

  36. Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn od …

    Samuel Taylor Coleridge

  37. Nur der Denkende erlebt sein Leben, am Gedankenlosen zieht es vorbei.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  38. Gott hat den Menschen mit der Willenskraft und Vernunft ihr Schicksal in die Hand gelegt.

    Adalbert Stifter

  39. Ins Leben schleicht das Leiden sich heimlich wie ein Dieb. Wir alle müssen scheiden von allem was uns lieb.

    Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

  40. Der Mensch muss das Gute und Große wollen, das Übrige hängt vom Schicksal ab.

    Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt

  41. Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stille hält, so reißet der Stachel ab und bleibt zurück.

    Jean Paul

  42. So wie der Wind mit den Blättern spielt, genauso spielt das Schicksal mit uns. Man kann die Sonne meiden, und auch das Licht, doch das was man liebt vergißt man nicht.

  43. Die Irrtümer des Lebens rufen nach verzeihender Schönheit; sie kann ihre Einsamkeit zur Harmonie mit dem Ganzen verwandeln

  44. Ein jeder kriegt, ein jeder nimmt in dieser Welt, was ihm bestimmt.

    Wilhelm Busch

  45. Sei ohne Harm und ohne Groll, die Welt ist manchen Zufalls voll. Wenn du stets schaffst in guter Ruh, fällt dir vielleicht ein Glückslos zu.

  46. Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet

    Karl Theodor Jaspers

  47. Nur vorwärts frisch und frei den Blick, darfst ihn nicht trübe senken; dir wird beschieden dein Geschick, doch - selber kannst du's lenken.

    Wilhelm Hasenclever

  48. Jeder muss sein Säcklein tragen, mancher groß und mancher klein. Doch statt über Last zu klagen, solltest du zufrieden sein.

  49. Ich rechne nie! Auf die Art kann's Schicksal mir auch nie einen Strich durch die Rechnung machen.

    Johann Nepomuk Nestroy

  50. Unter allem, was die Weisheit zum glücklichen Leben beiträgt, von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine g …

    Epikur

  51. Das Leben verlieren ist keine große Sache; aber zusehen, wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird, das ist unerträglich.

    Albert Camus

  52. Deinen Deiner künftigen Tage trübe nur die kleinste Plage, möchten sie doch, mild und rein, alle Frühlingstage sein.

  53. Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie.

  54. Wer Pech knetet, klebt seine eigenen Hände zusammen

    Johann Wolfgang von Goethe

  55. Man muß sein Brot mit dem Messer schneiden, das einem das Schicksal, ob stumpf oder scharf, dazu in die Hand gibt.

    Wilhelm Raabe

  56. Wenn die Katze Unglück haben soll, bleibt ihr die Maus im Halse stecken.

  57. Das Schicksal zürnt uns, aber zuweilen erscheint doch zwischen den ernsten Zügen noch ein freundliches Lächeln; wer weiß wie viele Mittel es uns noch darbietet, um seine Gunst wiederzugewinnen.

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  58. Die Weisesten merken höchstens nur, wie das Schicksal sie leitet und sind es zufrieden.

    Johann Georg Adam Forster

  59. Es gibt Menschen, die das Leben erleiden und es gibt Menschen, die das Leben nach eigenem Willen gestalten.

    Charles Ferdinand Ramuz

  60. Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu steh’n. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.

    Kurt Tucholsky