Sprüche über Schicksal
444 Sprüche — Seite 6
Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.
Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.
Der Mensch tut nicht alles aus sich selbst, er arbeitet auch dem Schicksal in die Hände.
— Ludwig Anzengruber
Erst in der Ruhe kommt der Mensch zu sich, wird sich seiner selbst bewusst und zum Meister seines Schicksals.
— Nikolaus B. Enkelmann
Darauf kommt es dem Schicksal auch nicht an, dass der Mensch das höchste Glück erlebe, sondern darauf, dass er sich vollende und immer mehr die Fesseln des Egoismus und der Mängel, die die Welt der Tä …
— Malwida von Meysenbug
Das Glück wächst und blüht am Wegesrand, vorausgesetzt, man ist auf dem richtigen Weg.
Ein konsequenter Mensch glaubt an das Schicksal, ein launenhafter an den Zufall.
— Benjamin Disraeli
Schmerz und Freude liegt in einer Schale; ihre Mischung ist der Menschen Los.
— Johann Gottfried Seume
Ich glaube, dass das Glück nur in der heiteren Auffassung des Lebens und in der Vortrefflichkeit des Herzens und nicht in den äußeren Umständen liegt.
— Fjodor M. Dostojewski
Ob etwas ein Unglück oder ein Glück war, wissen wir frühestens fünf Jahre später.
Es kommt nicht alles so schlimm wie erwartet und nie ganz so gut wie erhofft.
Sie müssen denken, dass das Leben Sie nicht vergessen hat, dass es Sie in er Hand hält. Es wird Sie nicht fallen lassen.
— Rainer Maria Rilke
Das Schicksal nimmt manchmal, um nicht zu schrecken, die launige Miene des Zufalls an.
— Johann Nepomuk Nestroy
Wenn etwas gewaltiger ist als das Schicksal, so ist es der Mut, der es unerschüttert trägt.
— Franz Emanuel August Geibel
Möge dein Weg stets aufwärts führen, auch wenn du tiefe Täler und dunkle Schluchten zu durchwandern hast. Möge Gott persönlich dein Wegweiser sein.
Was das Schicksal mit schwarzer Tinte schreibt, kann die Sonne nicht bleichen
Überlass dein Boot auf dem Meere des Schicksals nicht den Wellen, sondern rudere selbst; aber rudere nicht ungeschickt.
— August von Platen
Bei furchtbaren Schicksalsschlägen das ganz Gewöhnliche tun, das hilft uns über den Abgrund.
— Martin Kessel
Das menschliche Herz hat eine fatale Neigung, nur etwas Niederschmetterndes Schicksal zu nennen.
— Albert Camus
Des Lebens Kunst ist leicht zu lernen und zu lehren; du must vom Schicksal nie zu viel begehren. Der, welchem ein bescheidenes Los genügt, hat einen Schatz, der nie versiegt. Dem Unersättlichen in …
— Ludwig Bechstein
Schicksal und sich schicken scheinen mir nicht ohne Bedeutung nahe verwandt. Wie wir uns schicken, so ist unser Schicksal.
— Novalis
Was kann das Holz dafür, wenn es als Geige erwacht?
— Arthur Rimbaud
Nichts von dem Guten, das uns widerfährt, ist selbstverständlich
— Albert Schweitzer
Abschied nehmen bedeutet immer ein wenig sterben.
Es kommt das Leid, es geht die Freud', es kommt die Freud', da geht das Leid - die Tage sind nimmer dieselben.
— Theodor Storm
Ach, meine Lieben! Wie oft im Leben wirft uns das Schicksal seinen tragischen Hut vor die Füße, und wir mögen tun, was wir wollen, Verdruß gibt's doch
— Wilhelm Busch
Abhängigkeit ist das Los der Frauen; Macht ist, wo die Bärte sind.
— Jean-Baptiste Molière
Mögen Sünden und Verlust im Laufe diesen Tages von mir fern gehalten werden.
Wir haben viele Sündenböcke, aber der populärste ist die Vorsehung.
— Mark Twain
Jede Zeit hat ihre Wehen.
— Hermann Ferdinand Freiligrath
Im Grunde ist jedes Unglück gerade nur so schwer, wie man es nimmt.
— Marie von Ebner-Eschenbach
So ist eben das Leben seit jeher, alles gehört dazu: Leid und Trennung und Sehnsucht. Man muss es immer mit allem nehmen und alles gut und schön finden.
— Rosa Luxemburg
Mögen wir in das Gesicht jeder guten Nachricht und auf den Rücken jeder schlechten Nachricht schauen.
Glücks kann sich niemand erwehren
Sich heldenmütig ins Unvermeidliche fügen ist ja auch Weisheit.
— Adolph Kolping
Jeder Mensch ist berufen, hier und jetzt sein Schicksal auf Erden anzunehmen
Das Glück und der Sieg geht um wie die Wacht.
Mache in der heitren Weise deine frohe Lebensreise. Vor Kopfschmerzen und vor Grillen, die das Herz mit Gram erfüllen, vor Brandschaden, Nachtgespenstern, Flöhen und zerschlagenen Fenstern und vo …
Glück ist Talent für das Schicksal.
— Novalis
Was zum Huhn geboren ist, scharrt nimmer vor sich.
Es geschieht ihm wie dem Hündchen von Bretten.
Das Wissen hängt vom Studium ab, durch Taten kommt man zur Vernunft, Wohlstand erreicht man durch Fleiß, der Erfolg jedoch hängt ab vom Schicksal.
Ob der Mensch seine Pläne zustande bringt, der Himmel fügt es.
Sind die Hasen erlegt, schlachtet man die Hunde.
Häufig führen sogar schlechte Ratschläge besser zum Erfolg als gute, da das Schicksal das meiste nach Laune fügt.
— Sallust
Du entgehst nicht dem Verhängnis! Diesen Glauben hast du, merke, nicht dass er dich in Bedrängnis mutlos mache, sondern stärke.
— Friedrich Rückert
Unglücksfälle sind wie Messer: Entweder sie arbeiten für uns oder schneiden uns, je nachdem, ob wir sie am Griff oder an der Schneide anfassen.
— James Russell Lowell
Es ist kein Leben davon frei, ein jedes hat seine Regenzeit und Tage trüb und traurig.
— Henry Wadsworth Longfellow
Wie manches anders kommt, als man's gedacht. Allein, was tut's? Wir wollen darum nicht minder fröhlich sein!
— Franz Grillparzer
Meine Leiden sind das Werk der Natur, mein Glück aber ist mein Werk.
— Jean-Jacques Rousseau
Wenn wir gerechter wären, würden wir zugeben, dass jedes Leben mehr frohe als trübe Sekunden gehabt hat.
— Carl Ludwig Schleich
Der Tor hat Angst vorm Schicksal, der Weise trägt es.
— Publius Syrus
Schwere Tage wirkten bedeutender als all jene Tage, die in den Hörsälen und über den Büchern verbracht werden.
— Wilhelm Raabe
Wohin kämen wir, wenn nicht ab und zu etwas unseren Weg versperrte?
— Richard Fedor Leopold Dehmel
Kleine Gelegenheiten sind oftmals der Beginn von großen Unternehmungen.
— Demosthenes
Der Mensch ist nun einmal nicht dazu geboren auf Erden ein vollkommenes Glück zu genießen.
— Erasmus von Rotterdam
Der Mensch hat nicht ein und dasselbe Leben. Er hat viele Leben hintereinander und das ist die Ursache seines Unglücks
— Francois René de Chateaubriand
Wenn der Mensch zu seinem Leide von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich
— Rupert Johann Hammerling
Vergangenheit ist unabänderlich. Getragen wiegt sie leichter als geschleppt.
— Else Pannek
Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art geistiger Automat.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, er holt’s nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen
— Theodor Körner
Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist
— Stendhal