Sprüche über Pflicht
446 Sprüche — Seite 7
Nicht alles, was getan werden muss, entspringt Neigung oder persönlichem Vorteil. Pflicht meint jene innere oder äußere Verbindlichkeit, die Handeln fordert, auch wenn es unbequem ist oder keinen unmittelbaren Lohn verspricht. Deshalb gehört dieses Thema zu den ernsten Grundlagen eines verantwortlichen Lebens.
Ihre Würde zeigt sich darin, dass sie den Menschen über bloße Stimmung und Bequemlichkeit hinaushebt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Pflicht mit Haltung, Verlässlichkeit und dem Bewusstsein verbunden ist, dass Freiheit ohne Bindung leicht ins Beliebige kippt.
Wie man den Acker bestellt, so trägt er.
Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.
Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.
Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.
Wenn du die Angel ziehst zu früh, so fängst du nie.
Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.
Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.
Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.
Es ist eine Schande, lange dienen und doch ungeschickt bleiben.
Was die Egge bestrichen und die Hacke bedecket, das folgt dem Erbe
Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt
Die Faulen kehren sich lang im Bett und wenden dem Teufel den Braten
Willst du nicht lernen mit der Feder schreiben, schreib mit der Mistgabel
Wer zeitig feiern will, muss fleissig arbeiten
Wer alle Tage feiert, der fragt nichts nach dem Sonntag
Nach vielen Feiertagen kommt selten ein guter Werktag
Wer nichts recht tut, hat nie Feierabend
Wo man Gewalt braucht, ist die Lust nicht groß.
— Aristophanes
Besser zweimal fragen als einmal irregehen
Fragen kostet kein Geld und wird einem kein Zahn davon stumpf
Nicht auf jede Frage gehört eine Antwort
Die Frau muss selber sein die Magd, soll's gehen, wie es ihr behagt
Wer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt
Früh auf und spät nieder bringt verlornes Gut wieder
Das Wesentliche befindet sich unter einem Berg täglichen Kleinkrams.
— Else Pannek
Pflichtbewusstsein aus Gehorsam macht Menschen zu Werkzeugen, schließt Menschlichkeit aus.
— Else Pannek
Anderen die Aufgaben abzunehmen heißt: sie in ihrer Entwicklung zu behindern.
— Else Pannek
Kein noch so zwingender Eid, keine noch so zwingende Vorschrift befreien davon, Herz und Verstand zu gebrauchen.
— Else Pannek
Alle haben wir die Neigung, uns zum Sklaven der Stunde und der Überlieferung zu machen.
— Theodor Fontane
Ich beeile mich, über alles zu lachen, um nicht gezwungen zu sein, darüber zu weinen.
— Pierre Augustin Baron de Beaumarchais
Es gibt noch Menschen, denen das Gewissen befiehlt, ein jeglich Ding dahin zu stellen, wohin es gehört.
— Rudolf von Tavel
Bedenke, was du heute tust, bedenk' auch, was du morgen musst, zumeist bedenke, deinem Leben durch Arbeit Kern und Halt zu geben
— Friedrich Wilhelm Weber
Die Trägen, die zu Hause liegen, erquicket nicht das Morgenrot; Sie wissen nur von Kinderwiegen, von Sorgen, Last und Not um Brot.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Die Kunst hat nicht die Aufgabe, die Menschen über die Beschaffenheit der Wirklichkeit zu belehren, sondern sie hat die einzige Aufgabe, ihnen das Schöne vorzuführen.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Unter zwei oder mehreren Verbündeten verpflichtet die Abmachung vor allem die Schwächeren.
— Kazimierz Bartoszewicz
Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.
— Berthold Auerbach
Wem das Leben keine Lasten auflädt, dem wird es selbst zur Last.
— Peter Sirius
Das Volk muß für sein Gesetz kämpfen wie für seine Stadtmauer
— Heraklit von Ephesos
Es gibt nur eine Verpflichtung: glücklich zu sein.
— Denis Diderot
Die größte Kunst ist, den Kindern alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel zu machen
— John Locke
Die Aufgabe erhält lebendig.
— Paul de Lagarde
Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich, daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt
— Christian Morgenstern
Das Angenehme der Ehe wiegt ihr Unangenehmes nicht auf
— Christina I. von Schweden
Die Arbeit, dieser Fluch, womit Gott das menschliche Geschlecht segnete, gibt uns wahres und dauerhaftes Vergnügen.
— Justus Möser
Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann kaum noch gehn!
— Friedrich von Schiller
Sieben Prozent kennen keine Pause, keine Religion; sie arbeiten des Nachts und Sonntags, und sogar an Regentagen
— Joseph Billings
Das Leben ist fast zu gemein, um ertragen zu werden
— Katherine Mansfield
Meine Aufgabe ist es, meinen Hoffnungen zu lehren, sich den Tatsachen anzupassen, und nicht, die Tatsachen dazu zu zwingen, mit meinen Hoffnungen übereinzustimmen.
— Thomas Henry Huxley
Krankheiten sind Anfragen. Sie sind auch Aufgaben, Auszeichnungen sogar.
— Charles Lamb
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Gerechtigkeit. Selbsterkenntnis ist die erste Pflicht – gegen die anderen.
— Anton Wildgans
Wer nicht aus Liebe zur Sache arbeitet, sondern nur des Geldes willen, der bekommt gar nichts: Weder Geld noch Glück.
— Charles M. Schwab
Zwinge andere Leute nicht in deine Vorstellungen.
— David Herbert Lawrence
Stetes Pflichtbewusstsein ist die wahre Krone des Charakters.
— Samuel Smiles
Der Mann hat anderes zu tun als der Jüngling
— Francesco Petrarca
Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlicher Klage, sondern eine Aufgabe
— Paul de Lagarde
Das Leben ist einfach ein verdammtes Ding nach dem anderen.
— Elbert Green Hubbard
Einem faulen Bauern ist kein Pflug gut genug.
Wir finden, dass alle, die ein sehr hohes Alter erreichten, solche Menschen waren, die in der Jugend Mühe, Arbeit, Strapazen ausgestanden haben
— Christoph Wilhelm Hufeland
Die Erhaltung der Gesundheit ist eine Pflicht. Nur wenige sind sich bewusst, dass es so etwas wie eine körperliche Moral gibt.
— Herbert Spencer
Teilnahme am politischen Leben ist die Pflicht eines jeden Bürgers, ihre Nichterfüllung ist zugleich kurzsichtig, undankbar und gemein.
— Herbert Spencer