Sprüche über Menschheit
385 Sprüche — Seite 6
Wer von der Menschheit spricht, meint mehr als die Summe einzelner Menschen. In diesem großen Begriff liegen Größe und Versagen, gemeinsamer Ursprung und geteilte Verantwortung, Kulturleistung und Selbstzerstörung zugleich. Deshalb besitzt dieses Thema einen weiten Horizont und eine ernste moralische Schwere.
Sein Gewicht wird besonders dort spürbar, wo Unterschiede zurücktreten und das Gemeinsame in den Vordergrund rückt. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Verbundenheit, Würde und Zukunft und machen deutlich, wie sehr das Schicksal aller miteinander verknüpft bleibt.
Was ist der Mensch? Jedenfalls nicht das, was er sich einbildet zu sein, nämlich die Krone der Schöpfung
— Wilhelm Raabe
Ohne Fantasie hätte die Menschheit den Mut zum Weiterexistieren längst verloren.
— Christian Morgenstern
Das Volk muß für sein Gesetz kämpfen wie für seine Stadtmauer
— Heraklit von Ephesos
Unglück kann durch andere kommen; aber erniedrigt werden kann ein Volk nur durch seine eigenen Handlungen.
— Henry Thomas Buckle
Keine zauberwirkende Rune ist wunderbarer als ein Buch. Bücher sind das auserlesene Besitztum der Menschen.
— Thomas Carlyle
Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet
— Perikles
Die Bestimmung des Menschen auf dieser Erde ist nicht die Glückseligkeit, sondern die Vervollkommnung
— Germaine Madame de Stael
Kriege entstehen aus dem Scheitern, das Menschsein der Anderen zu verstehen.
— Dalai Lama
Im Glücklichmachen, liegt das Glücklichsein.
— Friedrich Emil Rittershaus
Wo Engel hausen, da ist der Himmel - und sei es auch mitten im Weltgetümmel.
— Hafis
Die Geschichte der Menschheit wie des Einzelnen beginnt mit einem Traum
— Wilhelm Raabe
Die größte Stärke des Menschen ist seine Hoffnung. Vertraue in deine Zukunft.
— Jean Anthelme Brillat-Savarin
Die Arbeit, dieser Fluch, womit Gott das menschliche Geschlecht segnete, gibt uns wahres und dauerhaftes Vergnügen.
— Justus Möser
Die Arbeit ist die Grundlage allen menschlichen Fortschritts, durch die Arbeit allein ist es der Menschheit gelungen, sich über das Tier zu erheben, sich von der Sklaverei der Natur zu befreien.
— Wilhelm Liebknecht
Dem Menschen ist ein Mensch noch immer lieber als ein Engel
— Gotthold Ephraim Lessing
Nur ein Frieden zwischen Gleichen ist von Dauer
— Woodrow Wilson
Es gibt so viele Leute auf der Welt und so wenig Menschen.
— Alfons Petzold
Die Menschenrechte haben kein Geschlecht.
— Hedwig Dohm
Stärke des Charakters und Erleuchtung des Kopfes müssen sich vereinigen, wenn politische Freiheit in großem Maße vorhanden sein soll, ohne eine Nation zugrunde zu richten.
— Friedrich von Gentz
Fürsten belohnen ihre Schmeichler und verachten sie. Völker beten die ihrigen an.
— Friedrich von Gentz
Es ist das Wohl des Ganzen, wovon jedes patriotische, wovon selbst jedes eigennützige Gemüt das seinige erhofft.
— Friedrich von Gentz
Wenn die Regierungen krank sind, müssen die Völker das Bett hüten.
— Ludwig Börne
Ein von Eifer entflammter Mensch reicht hin, ein ganzes Volk aufzurichten.
— Johannes Chrysostomos
Alles Gute, Große, Schöne der Menschheit nimmt seinen Ursprung unzweifelhaft aus mütterlichem Einfluss
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Der Mensch ist zur Gesellschaft und zur Freude geboren.
— Nikolai Michailowitsch Karamsin
Tue den Menschen die Ehre an, ihnen zu vertrauen, dass sie an das Gute glauben, und du wirst sehen, welche Wunder das tut.
— Richard Rothe
Verleumdung schadet auf einmal dreien: dem, von dem man Böses sagt, dem, welchem man es sagt, und am meisten dem, der es sagt.
— Basilius von Caesarea
Der Mensch ist ein geldgieriges Tier und diese Eigenschaft kommt allzu oft seiner Güte in die Quere.
— Herman Melville
Eine Welt, wo so viel gelacht wird, kann so schlecht nicht sein.
— Friedrich Vischer
Es ist den Menschen allen eins gemeinsam: fehlzugehen.
— Sophokles
Nur jene Lügen, die glaubwürdig genug sind, die ganze Welt zum Guten umzukrempeln, lohnen einen moralischen Fehltritt.
— Christa Schyboll
Die Gehirne sind bei allen Menschen gleich. Es entscheiden die Gedanken, die uns steuern.
— Nikolaus B. Enkelmann
Der Mensch ist das einzige Wesen, das sich selbst und seine Welt verändern und seine Zukunft gestalten kann.
— Nikolaus B. Enkelmann
Die Welt, auf der wir leben, ist nicht vollkommen und der Mensch ist nicht vollkommen. Aus diesen beiden Minusfaktoren entsteht die Problematik des Menschen.
— Nikolaus B. Enkelmann
Aber so wenig als im Leben des Einzelnen ist es für das Leben der Menschheit wünschenswert, die Zukunft zu wissen.
— Jacob Christoph Burckhardt
Nur der Einzelne ist naturgewachsen, nicht das Volk. Das Volk ist ein menschlicher Organisationsbegriff
— Carl von Ossietzky
Das größte und reinste Wunder, wäre es allen sichtbar, dauerte aber nur einen Augenblick, es fiele durch das Hirn der Menschheit glatt durch.
— Prentice Mulford
Mennschsein heißt sich minderwertig zu fühlen und nach Überlegenheit zu trachten.
— Alfred Adler
Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.
— Francesco Petrarca
Was alle trifft, erträgt man leicht
— Karl Wilhelm Ramler
Geld ist die einzige Macht, vor der die gesamte Menschheit auf die Knie fällt
— Samuel Butler
Zu dem Eifer, die Wahrheit zu entdecken, muss der Eifer kommen, sie für das Glück der Menschheit zu gebrauchen
— Herbert Spencer
Teilnahme am politischen Leben ist die Pflicht eines jeden Bürgers, ihre Nichterfüllung ist zugleich kurzsichtig, undankbar und gemein.
— Herbert Spencer
Die tiefe Sicherheit einer Gesellschaft hängt von Natur und Verhalten ihrer Bürger ab
— Herbert Spencer
Nie und nirgendwo gab es Ordnung und Freiheit, und niemals hörte die Welt auf, nach beiden zu verlangen
— Alfred de Vigny
Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.
— Alexandre Vinet
Was wären in dieser Welt die Starken, ohne Unterstützung der Schwachen?
— Otto Weiss
Die Natur verlieh allen Menschen die Gabe, sich in wichtigen Dingen zu verrechnen.
— Otto Weiss
Die allerbesten Gesetze eines Landes zeigen beleidigendes Misstrauen gegen seine Bewohner.
— Otto Weiss
Alle Menschen sind Verkäufer – alle Menschen sind Kunden.
— Otto Weiss
Seit Adam waren stets die Dummen in der Mehrheit.
— Casimir Delavigne
Die Mixtur, Mensch genannt, ist wohl das tollste Ragout, welches je einem himmlischen Kochbuch entschlüpfte
— Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau
Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Nie war ich überzeugter als heute, dass nur die Freiheit und die Religion in einer gemeinsamen Bemühung die Menschen aus dem Sumpf herausziehen können, in den die Demokratie sie stößt, sobald eine die …
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Wer die Menschen wahrhaft kennt, der wird auf niemanden unbedingt bauen, aber auch niemanden vollständig aufgeben.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Wer an die Unsterblichkeit glaubt, muss auch an das Näherliegende, an die Fortentwicklung der Menschheit hienieden zum Guten glauben.
— Theodor Toeche-Mittler
Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.
— Hippolyte Taine
Es gibt vier Typen von Menschen in der Welt: die Liebenden, die Opportunisten, die Zuschauer und die Schwachsinnigen. Die letzteren sind die Glücklichsten.
— Hippolyte Taine
Die zwei stärksten und allgemeinsten Kräfte, die den Menschen beeinflussen, sind: die soziale Stellung und der Nationalcharakter.
— Hippolyte Taine
Missionsdienst ist der edelste Dienst, dem Sterbliche sich widmen können. Engel würden sich freuen, wenn es ihnen gestattet wäre, an solch herrlichem Werke teilzuhaben.
— James Hudson Taylor