Sprüche über Fortschritt
447 Sprüche — Seite 8
Wo Neues entsteht, liegt stets die Hoffnung nahe, dass sich das Leben verbessert. Fortschritt verspricht Entwicklung, Erleichterung und Erkenntnis, stellt aber zugleich die Frage, ob technisches Können wirklich mit menschlicher Reife Schritt hält. Gerade deshalb ist dieses Thema zugleich verheißungsvoll und kritisch zu betrachten.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass nicht jede Neuerung automatisch ein Gewinn für das Ganze ist. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Richtung und Verantwortung und erinnern daran, dass echter Fortschritt mehr bedeutet als bloße Beschleunigung.
Geschichte macht aus uns unverständigen Neulingen in der Welt tausendjährige Weise.
— August Pauly
Alles fließt vorwärts, und wir treiben mit unseren Schmerzen auf dem Strom dahin, bis er mit uns die ewige Kaskade ins Jenseits hinunterstürzt.
— August Pauly
Die Menschen haben viele Götter erfunden und werden dies auch weiterhin tun, aber keinen, den sie nicht glaubten hinterhergehen zu können.
— August Pauly
Wenn plötzlich in der Menschheit Vernunft einkehrte, so würde in allen ihren Dingen die größte Revolution eintreten, welche sie je gesehen hätte.
— August Pauly
Ich vermeide es, nach vorn oder zurück zu schauen. Ich versuche einfach hoch zu schauen.
— Charlotte Bronté
Wer gleich beim Anfang stolpert, der kehre wieder um, weil's sonst beim Fortgang holpert, und Alles geht dann krumm.
— Heinrich Martin
Die beste Reue ist die bessere Tat.
— Friedrich Lienhard
Die vornehme Seele hämmert den Schmerz zu Gold; der Schwächling nörgelt, schimpft oder verkümmert und kommt nicht drüber hinweg
— Friedrich Lienhard
Viel Kummer bereitet es meinem Herzen, wenn ich daran denke, was der Mensch aus dem Menschen gemacht hat.
— William Wordsworth
Fortschritt, Fortschritt ist das Gesetz der Natur; nach Gott sollte es dein ewiger Leitstern sein
— Booker T. Washington
Das Menschengeschlecht durchläuft in seiner äußeren und inneren Geschichte nur den von höherer Macht ihm vorgezeichneten Entwicklungsgang.
— Theodor Waitz
Wir können der Wirklichkeit nicht habhaft werden. Sie muss gestutzt, gekürzt, geknetet, ja, sie muss umgeglüht werden, und der Ofen, in dem die Umglühung vorgenommen wird, ist die Phantasie.
— Jakob Wassermann
Aller Fortschritt bringt nur Variationen zu dem alten, ewigen Liede des Lebens.
— Rosalie Perles
Fleissig bis in die Nacht, freue ich mich selbst darüber, was für eine Menge Arbeit erledigt werden kann, wenn man dabei bleibt
— Samuel Pepys
Die meisten Männer, die auf der Welt vorwärts kommen, vergessen das Vergnügen während der Zeit, in der sie ihr Vermögen erarbeiten; sie warten, bis sie es geschafft haben, und dann ist es für sie zu s …
— Samuel Pepys
Es ist schwer zu sagen, was unmöglich ist, denn der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Wirklichkeit von morgen.
— Robert Goddard
Die medizinische Forschung hat so enorme Fortschritte gemacht, dass es überhaupt keine gesunden Menschen mehr gibt.
— Thomas Henry Huxley
Ideen sind wie Pflanzen: Manche gedeihen besser, wenn man sie in ein fremdes Beet versetzt.
— Oliver Wendell Holmes
Die Wissenschaft ist die Ortsbeschreibung der Unwissenheit.
— Oliver Wendell Holmes
Kurz soll dein Spruch und kräftig sein, dann dringt er ins Gedächtnis ein.
— Georg Keil
Wer erreichen will den Gipfel der Leiter, steige nur immer eine Stufe weiter.
— Georg Keil
Aus der Theologie wird man zur Philosophie, aus der Philosophie zur Religion geführt.
— Walter Calé
Das schwache Geschlecht in seiner Selbstachtung und in der Achtung des stärkeren Geschlechts heben, heisst den ersten Schritt von der Barbarei zur Zivilisation tun.
— George Canning
Mit fünfundzwanzig Jahren kann jeder Talent haben. Mit fünfzig Jahren Talent zu haben, darauf kommt es an!
— Edgar Degas
Zwei Dinge gibt es, die uns die Erfahrung lehren sollte: dass man erstens eine Menge verbessern muss, aber zweitens nicht zu viel verbessern darf.
— Ferdinand Victor Eugene Delacroix
Sterben ist eine wilde Nacht und ein neuer Weg.
— Emily Elizabeth Dickinson
Echte und wahre Heiterkeit pflegt dem Boden ernster Bestrebungen zu entwachsen und nur auf demselben zu gedeihen.
— Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg