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Sprüche über Fortschritt

447 Sprüche — Seite 6

Wo Neues entsteht, liegt stets die Hoffnung nahe, dass sich das Leben verbessert. Fortschritt verspricht Entwicklung, Erleichterung und Erkenntnis, stellt aber zugleich die Frage, ob technisches Können wirklich mit menschlicher Reife Schritt hält. Gerade deshalb ist dieses Thema zugleich verheißungsvoll und kritisch zu betrachten.

Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass nicht jede Neuerung automatisch ein Gewinn für das Ganze ist. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Richtung und Verantwortung und erinnern daran, dass echter Fortschritt mehr bedeutet als bloße Beschleunigung.

  1. Alle Dinge sind an sich selbst widersprechend. Der Widerspruch aber ist die Wurzel aller Bewegung und Lebendigkeit.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  2. Nur völlige Klarheit der gegenseitigen Beziehungen kann den Erfolg eines Abkommens zur Erreichung des nächsten gemeinsamen Zieles gewährleisten.

    Wladimir Iljitsch Lenin

  3. Zu erkennen, dass man sich geirrt hat, ist ja nur das Eingeständnis, dass man heute schlauer ist als gestern

    Johann Kaspar Lavater

  4. Wie nah wohl zuweilen unsere Gedanken an einer großen Entdeckung hinstreichen mögen?

    Georg Christoph Lichtenberg

  5. Der Blick des Forschers fand nicht selten mehr, als er zu finden wünschte.

    Ludwig Uhland

  6. Jedes Jahrhundert weiter wird neue Zauber der reinen Luft entdecken und wird sie wachsend verehren.

    Carl Ludwig Schleich

  7. Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser.

    Giuseppe Verdi

  8. Auf dem Felde menschlicher Entdeckungen ist das Auffinden des Prinzips das Wesentliche, indem sich daraus alle weiteren Vervollkommnungen nur als natürliche Fortbildungen ergeben.

    Rudolf Virchow

  9. Der Erfolg lässt eine Unzahl von Fehlleistungen vergessen.

    George Bernard Shaw

  10. Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer, sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.

    Karl Maria von Weber

  11. Im Kampf gegen die Armut entstehen alle großen menschlichen Leistungen.

    John Knittel

  12. Durch albernes Geheule wird nie was in er Welt gebessert.

    Wilhelm Raabe

  13. Es geht mit Geschichten wie mit vielen Menschen, sie werden mit zunehmendem Alter schöner, und das ist erfreulich.

    Hans Christian Andersen

  14. Kleine Gelegenheiten sind oftmals der Beginn von großen Unternehmungen.

    Demosthenes

  15. Das Hauptaugenmerk des Erziehers muss sein, die Selbsttätigkeit zu entwickeln, durch welche der Mensch später der eigene Herr, der Fortbildner seines Lebens werden kann.

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg

  16. Die politische Unbeweglichkeit ist unmöglich, man muss mit der menschlichen Intelligenz vorwärts gehen.

    Francois René de Chateaubriand

  17. Sobald die Demokratie das, was sie sucht, die Gleichheit, erreicht hat, so gibt sie wohlfreien Preises die Freiheit auf

    Francois René de Chateaubriand

  18. Zeiten eines großen politischen Aufschwungs gehören dazu, um die geistigen Anlagen eines Volkes zu hoher Blüte zu treiben.

    Richard Wagner

  19. Je mehr wir unsere Kinder lieben, desto weniger kann es uns genügen, dass sie nur in unsere Fußstapfen treten.

    Friedrich Schleiermacher

  20. Die Richtung unseres Geistes ist wichtiger als sein Fortschritt.

    Joseph Joubert

  21. Reifer werden heißt, schärfer trennen, inniger verbinden.

    Hugo von Hofmannsthal

  22. Staunen ist der erste Schritt zu einer Entdeckung.

    Boris Pasternak

  23. Es gehört schon unwahrscheinliches Glück dazu, eine Drehtür, die man als Dritter betreten hat, als Zweiter zu verlassen

    Walter Scheel

  24. Wer im Großen siegen will, sei im Kleinen fleißig; von eins, zwei kommt man zu drei, von dem Drei zu Dreißig

    Ernst Moritz Arndt

  25. Die Natur übte erst mit Blumen, ehe sie die Frauen schuf.

    Emanuel Wertheimer

  26. Die Genies brechen die Bahnen, und die schönen Geister ebnen und verschönern sie.

    Georg Christoph Lichtenberg

  27. Anderen die Aufgaben abzunehmen heißt: sie in ihrer Entwicklung zu behindern.

    Else Pannek

  28. Zwischen Wissen und Können liegt manchmal ein langer Weg.

    Else Pannek

  29. Auf einem Boden voll ungetaner Dinge hat Neues keinen Platz zum Wachsen.

    Else Pannek

  30. Politik ist, wenn Selbstverständliches zur Errungenschaft wird.

    Else Pannek

  31. Fortschritt ist, wenn Menschen gezüchtet werden, die die Schadstoffe ihres Fortschritts überleben.

    Else Pannek

  32. Errungenschaften entwickelt, angepriesen, ohne Probelauf losgelassen, schaffen Chaos in Vollendung.

    Else Pannek

  33. Der Mensch träumte und baute Maschinen, nach einiger Zeit fingen die Maschinen an zu träumen und vergaßen den Menschen

  34. Dem Morgenrot einer neuen Idee geht es wie dem Morgenrot überhaupt: Die meisten Menschen findet es schlafend.

    Peter Sirius

  35. Seien wir neu und erfinderisch von Grund aus. Dichten wir das Leben täglich um.

    Hugo Ball

  36. Unsere Kultur ist wirklich fortgeschritten, wir fressen einander nicht, wir schlachten uns bloß.

    Georg Christoph Lichtenberg

  37. Die Folianten vergilben, der Städte gelehrter Glanz erbleicht, aber das Buch der Natur erhält jedes Jahr eine neue Auflage.

    Hans Christian Andersen

  38. Der Weg der neueren Menschheit geht von der Humanität durch die Nationalität zur Bestialität.

    Franz Grillparzer

  39. Die jungen Leute wissen noch zu wenig, um vernünftig zu handeln. Darum versuchen sie das Unmögliche – und bringen es, Generation auf Generation, immer wieder zuwege

    Pearl S. Buck

  40. Der Mensch schafft Reichtum, aber nicht der Reichtum Menschen

  41. Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.

    Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt

  42. Wenn unser Nachdenken über den Menschen und die Welt das Leben des Bauern auf dem Feld nicht besser macht, ist es sinnlos

    Epikur

  43. Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.

    Susan Brownell Anthony

  44. Das Streben nach Vollkommenheit macht manchen Menschen vollkommen unerträglich.

    Gottfried August Bürger

  45. Leben heißt denken und handeln, denken und handeln aber heißt verändern.

    James Allen

  46. Was Du heute erdenkst und nicht verwerten kannst, mag morgen den Erdball aus den Angeln heben.

    Max von Eyth

  47. Der rasche innere Fortschritt geschieht nur durch starke Erschütterungen. Wenn man denselben also wünscht, so darf man diese nicht allzusehr scheuen.

    Carl Hilty

  48. Der große Mann ist immer wie ein Blitz vom Himmel, die anderen Menschen warten auf ihn wie Feuerung, und dann entflammen auch sie.

    Thomas Carlyle

  49. Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme.

    Karl Marx

  50. Technik kann jeder Schafskopf haben, kann jeder lernen.

    Arnold Böcklin

  51. Lasset uns mit mutigem, fröhlichem Herzen auch mitten unter der Wolke arbeiten, denn wir arbeiten zu einer großen Zukunft.

    Johann Gottfried Herder

  52. Die Arbeit ist die Grundlage allen menschlichen Fortschritts, durch die Arbeit allein ist es der Menschheit gelungen, sich über das Tier zu erheben, sich von der Sklaverei der Natur zu befreien.

    Wilhelm Liebknecht

  53. Die Utopien sind oft nur vorzeitige Wahrheiten

    Alphonse de Lamartine

  54. Die Zeit, welche die Technik erspart, kostet der Bürokrat, der sie organisiert

    Ludwig Marcuse

  55. Mit Geduld kriegst du Sirup auch aus unreifen Trauben

  56. Das Endziel der Naturwissenschaft ist, die allen Veränderungen zugrundeliegenden Bewegungen und deren Triebkräfte zu finden, also sich in Mechanik aufzulösen.

    Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz

  57. Verrate deine Pläne nicht allen Menschen; wer nämlich sein Vorhaben bei sich behält, der hat die Möglichkeit, einen noch besseren Entschluß zu fassen.

  58. Eine spitze Zunge ist das einzige Schneidewerkzeug, das durch ständigen Gebrauch schärfer wird.

    Washington Irving

  59. Denn das ist eben die große und gute Einrichtung der Natur, dass in ihr alles im Keim da ist und nur auf eine Entwicklung wartet.

    Johann Gottfried Herder

  60. Diejenigen, die sich weise auf das beschränkt haben, was ihnen möglich schien, sind niemals einen Schritt vorangekommen

    Michail Bakunin