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Sprüche über Fortschritt

447 Sprüche — Seite 5

Wo Neues entsteht, liegt stets die Hoffnung nahe, dass sich das Leben verbessert. Fortschritt verspricht Entwicklung, Erleichterung und Erkenntnis, stellt aber zugleich die Frage, ob technisches Können wirklich mit menschlicher Reife Schritt hält. Gerade deshalb ist dieses Thema zugleich verheißungsvoll und kritisch zu betrachten.

Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass nicht jede Neuerung automatisch ein Gewinn für das Ganze ist. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Richtung und Verantwortung und erinnern daran, dass echter Fortschritt mehr bedeutet als bloße Beschleunigung.

  1. Immer soll nach Verbesserung des bestehenden Zustands gestrebt werden, keiner soll mit dem Erreichten sich zufrieden geben, sondern stets danach trachten, seine Sache noch besser zu machen.

    Robert Bosch

  2. Eines Tages werden Maschinen vielleicht nicht nur rechnen, sondern auch denken. Mit Sicherheit aber werden sie niemals Phantasie haben.

    Theodor Heuss

  3. Ein Mann mit neuen Ideen ist ein Narr - bis sich die Idee durchgesetzt hat.

    Mark Twain

  4. Revolutionen sind die Krankheiten, die das Wachstum der Menschheit bezeichnen.

    Christian Friedrich Hebbel

  5. Alle Neuerer, die die Demokratie als Sprungbrett zur Macht benutzen, finden sie lästig, sobald sie zur Macht gelangt sind.

    George Bernard Shaw

  6. Als ich meinen Schmerz auf dem Feld der Geduld aussäte, erwuchs aus ihm die Frucht des Glücks.

    Khalil Gibran

  7. Was nicht besser wird, bleibt nicht gut.

  8. Die Meinung im guten Menschen ist Wissen im Werden.

    John Milton

  9. Sei weder der erste, Neuem nachzujagen, noch der letzte, Altem zu entsagen.

    Alexander Pope

  10. Schubladendenken bleibt in vertrauten Dimensionen. Bevor Neues sie erweitern könnte, landet es in einer Schublade.

    Else Pannek

  11. Es lohnt sich, die Entdeckungen anderer zu studieren, da für uns selbst eine neue Quelle für Ideen entspringt...

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  12. Der menschliche Geist kehrt, wenn er von einer neuen Idee gefordert wurde, nie zu seiner Ausgangsposition zurück.

    Oliver Wendell Holmes

  13. Hätte ich mich mit dem Schöpfer beraten, als er das Menschengeschlecht schuf, so würde ich ihn gebeten haben, die Runzeln unterhalb der Ferse anzubringen.

    Ninon de Lenclos

  14. Schlummer nicht in den Zelten deiner Väter. Die Welt rückt vor.

    Giuseppe Mazzini

  15. Der erste Schritt zum Laster ist der letzte auf der Bahn der Tugend und der wahren Glückseligkeit.

    Joachim Heinrich Campe

  16. Das ist die klarste Kritik der Welt, wenn neben das, was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt

    Franz Emanuel August Geibel

  17. Es ist eine weise Fügung der Weltordnung, dass wir nicht wissen, wieweit wir selbst das Leben vergangener Menschen fortsetzen, und dass wir nur zuweilen erstaunt merken, wie wir in unseren Kindern …

    Gustav Freytag

  18. ...ja, so geht man dahin. Und die Zeit geht auch dahin - bis man nicht mehr entfernt eine Schattenlinie bemerkt, eine Mahnung, dass man auch das Reich der sorglosen Jugend hinter sich lassen muss.

    Joseph Conrad

  19. Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.

    Julius Caesar

  20. Man muss noch Chaos in sich haben um einen tanzenden Stern gebären zu können.

    Friedrich Nietzsche

  21. Was uns aber eigentlich zu Bewußtsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist das, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.

    Albert Schweitzer

  22. Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  23. Ich bin ein Reisender und ein Seefahrer, und jeden Tag entdecke ich eine neue Region in meiner Seele.

    Khalil Gibran

  24. Dem Ersten gebührt der Ruhm, wenn auch die Nachfolger es besser gemacht haben.

  25. In unserem Forscherdrang dürfen wir nicht die Türen mit Dietrichen öffnen

    Ralph Waldo Emerson

  26. Wären die Menschen in ihrem kleinen Garten geblieben, so hätten wir eine andere Vorstellung von Glück und Unglück als die, die wir jetzt haben.

    Charles-Louis de Montesquieu

  27. Auf der ersten Reise sammelt man Erfahrungen, auf der zweiten verdient man Geld

  28. Es werden höchstens 5000 Fahrzeuge gebaut werden. Denn es gibt nicht mehr Chauffeure, um sie zu steuern.

    Gottlieb Daimler

  29. Der gesellschaftliche Fortschritt lässt sich exakt messen an der gesellschaftlichen Stellung des schönen Geschlechts.

    Karl Marx

  30. So manche Wahrheit ging von einem Irrtum aus.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  31. Der Fortschritt ist wie ein Strom, der sich auf seine eigene Weise den Weg bahnt.

    Leopold von Ranke

  32. Nur das Genie hat für den neuen Gedanken auch das neue Wort.

    Christian Johann Heinrich Heine

  33. Es gibt nur einen Fortschritt, nämlich den in der Liebe.

    Christian Morgenstern

  34. Die Ehe ist ein Kunstwerk der Liebe, Werk des Könnens, an dem beide bauen, ändern, korrigieren und neu gestalten - ein ganzes Leben hindurch.

    Fritz Leist

  35. Wahrscheinlich sieht sich jede Generation beauftragt, die Welt neu zu erfinden. Meine Generation aber weiß, dass sie die Welt nicht neu erschaffen kann. Unsere Aufgabe ist größer: die Welt davon abzub …

    Albert Camus

  36. Einer zeugt den Gedanken, der andere hebt ihn aus der Taufe, der dritte zeugt Kinder mit ihm, der vierte besucht ihn am Sterbebett, und der fünfte begräbt ihn.

    Georg Christoph Lichtenberg

  37. Erst der Ernst macht den Mann, erst der Fleiß das Genie.

    Theodor Fontane

  38. Soviel sich auch um und in mir ändere, dieselbe Sonne, die mich als Kind bestrahlte, sieht mich unverändert jetzt an.

    Jean Paul

  39. Je mehr wir unsere Kinder lieben, um desto weniger kann uns das genügen, dass sie nur in Fußstapfen treten; sondern die Kinder sollen besser werden, als die Eltern waren, und so ein jedes heran …

    Friedrich Schleiermacher

  40. Der Kerl, der die Arbeit erfunden hat, der muss nichts zu tun gehabt haben!

  41. Zum Vorwärtskommen gehört Unangenehmes; wenn du höher hinauf willst als die große Menge, so mache dich zum Leiden bereit.

    Carl Hilty

  42. Wenn du heute nicht etwas besser bist als gestern, bist du gewiss etwas schlechter

    Marie von Ebner-Eschenbach

  43. Überall, wo Autoritäten herrschen, gibt es verbotene Wege, und auf einem dieser Wege liegt gewöhnlich die nächste große Wahrheit.

    August Pauly

  44. Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!

    Robert Bosch

  45. Ich glaube an den Fortschritt. Ich glaube, die Menschheit ist zur Glückseligkeit bestimmt.

    Christian Johann Heinrich Heine

  46. Echter Idealismus besteht nicht in der Jagd nach augenblicklicher Verwirklichung dessen, was vielleicht eine Chimäre oder Illusion sein könnte, sondern im täglichen, unermüdlichen, beständigen Kampf u …

    Eduard Beneš

  47. Wenn das noch immer so weiter geht mit Arbeitseinteilung und Spezialität, dann wär das Wagnis geringer, dem Löwen in den Rachen zu sehn, als mit einem kranken Zeigefinger zum Spezialisten für Dau …

    Ludwig Anton Salomon Fulda

  48. Eine vollkommene Ordnung wäre der Ruin allen Fortschritts und Vergnügens.

    Robert Musil

  49. Wer eine neue wissenschaftliche Wahrheit entdeckt, musste vorher fast alles, was er getan hatte, zerstören.

    José Ortega y Gasset

  50. Wir mögen die Himmel erstürmen und neue Sterne ohne Zahl finden: Es gibt immer noch den neuen Stern, den wir nicht gefunden haben - jenen, auf dem wir geboren sind.

    Gilbert Keith Chesterton

  51. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.

    Friedrich von Schiller

  52. Jede Reform, wie notwendig sie auch sein mag, wird von schwachen Geistern so übertrieben werden, daß sie selbst der Reform bedarf.

    Samuel Taylor Coleridge

  53. Man findet Mittel, um den Wahnsinn zu heilen, aber keine, um Verschrobene wieder normal zu machen.

    François de la Rochefoucauld

  54. Wir müssen ein Schiff bauen, mit dem wir die Raumozeane des Weltalls befahren können.

    Johannes Kepler

  55. Wie gut wäre es, wenn man die Stimmen, anstatt sie zu zählen, wägen könnte.

    Georg Christoph Lichtenberg

  56. Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.

    Friedrich Rückert

  57. Durch Forschen nur gewinnt man Gelassenheit in allem Tun.

    Sophokles

  58. Die Erfindung des Problems ist wichtiger als die Erfindung der Lösung.

    Walter Rathenau

  59. Gerade der schöpferische Mensch wird immer auf die Natur zurückgreifen, um menschliche Formeln durch neues Leben zu erfüllen oder zu sprengen

    Gerhart Johann Robert Hauptmann

  60. Wir verdanken den Leidenschaften vielleicht die größten Vorzüge des Verstandes

    Marquis de Vauvenargues