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Sprüche über Aufmerksamkeit

402 Sprüche — Seite 7

Vieles bleibt ungesehen, nicht weil es verborgen wäre, sondern weil der Blick daran vorbeigeht. Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, das Kleine wahrzunehmen, Zwischentöne zu erkennen und dem Gegenüber wie der Welt wirklich gegenwärtig zu sein. Darum besitzt dieses Thema eine stille, aber weitreichende Bedeutung.

In ihr beginnt oft schon das Verstehen, lange bevor ein Urteil gesprochen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie Aufmerksamkeit Beziehungen vertieft, Schönheit sichtbar macht und den Alltag vor jener Abstumpfung bewahrt, die das Wesentliche übergeht.

  1. Die Langsamkeit bietet die Chance, das, was wir tun, auch zu erleben

    Henriette Wilhelmine Hanke

  2. Wenn wir mehr Fragen stellen würden, müssten wir weniger in Frage stellen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  3. Wir bedenken manches erst, wenn es bedenklich geworden ist.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  4. Mir ist jeder Grashalm so wichtig wie der Kölner Dom. Und oft lernte ich von jenem mehr als von diesem.

    August Julius Langbehn

  5. Wer ganz genießt, der lebt wirklich!

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  6. Man meint immer, für ein großes Unglück brauche es auch einen großen Trost; aber das ist nicht wahr! Je ärmer ein Mensch ist, desto mehr Wert hat ihm die kleinste Gabe, und je unglücklicher er ist – d …

    Wilhelmine von Hillern

  7. Wer langsam schlendert, sieht am meisten von der Landschaft.

  8. Kunst erfordert das gesündeste, vollständigste Naturgefühl, ungeschwächte Sinne und ein reges, bewegliches Gemüt

    Rahel Varnhagen von Ense

  9. Ich lebe. Das völligste Leben, mit Bewußtsein.

    Rahel Varnhagen von Ense

  10. In neun von zehn Fällen sollte eine Frau lieber mehr Zuneigung zeigen, als sie verspürt.

    Jane Austen

  11. Man muss eben den ganzen Menschen der einen, ureinzigen Sache widmen. Das ist der Weg, wie etwas werden kann und wird.

    Paula Modersohn-Becker

  12. Um die Natur zu erkennen, muss man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muss man in ihm den Bruder sehen.

    Manfred Kyber

  13. Wenn der Mensch wüsste, dass Tiere sprechen können, würde er ihnen dann zuhören? Denn die Menschen glauben, zwischen ihnen und den Tieren sei ein Abgrund. Es ist nur eine Stufe im Rad des Lebens. Denn …

    Manfred Kyber

  14. Man kann nicht leben, ohne dass die Leute sprechen, nicht Rosen sammeln, ohne dass die Dornen stechen

    Friedrich Julius Hammer

  15. Zuhören ist der einzige Weg, um einige Leute zu unterhalten

    Kin Hubbard

  16. Je weniger Bedeutung ein Staatsmann hat, desto mehr liebt er die Fahne.

    Kin Hubbard

  17. Ein Leben voll Nachdenken kann einem schmalen Verstand Breite geben.

    August Pauly

  18. Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin wie jeder Narr die Narrheit eines anderen, aber nicht seine eigene.

    August Pauly

  19. Auch an der Spitze der wissenschaftlichen Armee marschieren Tamboure, d.h. Leute niedrigen Grades, welche Lärm machen.

    August Pauly

  20. Wie wäre es möglich, dass einer, der den Blick auf das Universum gerichtet hat, noch den kleinen Unterschied zwischen einem Bettler und einem König wahrnehmen könnte?

    August Pauly

  21. Wir fühlen es, wenn wissende Augen uns anschauen.

    Theresa Keiter

  22. Verachtung stärkt den Geist zur Selbstüberwachung, weil wir am besten die volle Schwere und die große Kluft zwischen uns und dem Verachteten verstehen.

    Heinrich Martin

  23. Wo können wir uns wohl dem Schöpfer näher wähnen, als wenn der Schöpfung Pracht hervorruft Wonnentränen?

    Heinrich Martin

  24. Wir schätzen erst des Nächsten Geistesgaben und lieben ihn, wenn wir verstanden haben.

    Heinrich Martin

  25. Gedanken steigen ans Licht empor und bitten um Gewand.

    Friedrich Lienhard

  26. Das Leben ist ein Mysterium, das man vom schöpferischen Herzen aus erlebt.

    Friedrich Lienhard

  27. Weisheit liegt oftmals näher, wenn wir uns zu Etwas herablassen, als wenn wir uns über Etwas erheben

    William Wordsworth

  28. Wenn ein Buch die Kraft besitzt, dass ich mich in seiner Gesellschaft vergessen kann, dann werde ich zum Leser.

    Jakob Wassermann

  29. Das Interesse am Unterricht ist das nächste Band zwischen Lehrern und Schülern und die beste Bürgschaft für den Erfolg

    Friedrich Polack

  30. Ein Baum, der umfällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst

  31. Der Mensch ist kalt wie Eis gegenüber den Wahrheiten; er ist aber Feuer gegenüber den Lügen.

    August Lafontaine

  32. Es gibt doch viele Freuden in der Welt! Nur muss man sich aufs Suchen verstehen, sie finden sich gewiss, und das Kleinste nicht verschmähen. Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist …

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  33. Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  34. Kurz soll dein Spruch und kräftig sein, dann dringt er ins Gedächtnis ein.

    Georg Keil

  35. Die Ursachen der Übel werden meist ungerner vernommen, als die Übel selbst.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  36. Wenn wir fühlen, wie stark gewisse Kräfte und Triebe in uns wirken, müssen wir alle Gegenkräfte in uns besonders pflegen.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  37. Es ist eine Tatsache, dass die Menschen auf manche Auslöser ganz unterschiedlich reagieren.

    William Morris Davis

  38. In persönlichen Nöten tritt die persönliche Note des Menschen am klarsten zu Tage.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  39. Das letzte Wort behält trotz aller lauten Reden doch immer der schweigende Erfolg.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  40. Was die Menschen groß nennen, ist es nicht immer. Was sie beklatschen, ziemlich selten. Und das, wohin sie strömen in Scharen, dass die Säle sie nicht fassen, das ist niemals groß.

    Philipp Dessauer

  41. Die Natur bedarf keiner Erläuterung; um ihre Schönheit zu verstehen, genügt ein offener Blick und ein empfängliches Gemüt.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer

  42. Beurteile einen Mann nicht nach seinen Kleidern, sondern nach den Kleidern seiner Frau.

    Lord Thomas R. Dewar