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Sprüche über Aufmerksamkeit

402 Sprüche — Seite 3

Vieles bleibt ungesehen, nicht weil es verborgen wäre, sondern weil der Blick daran vorbeigeht. Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, das Kleine wahrzunehmen, Zwischentöne zu erkennen und dem Gegenüber wie der Welt wirklich gegenwärtig zu sein. Darum besitzt dieses Thema eine stille, aber weitreichende Bedeutung.

In ihr beginnt oft schon das Verstehen, lange bevor ein Urteil gesprochen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie Aufmerksamkeit Beziehungen vertieft, Schönheit sichtbar macht und den Alltag vor jener Abstumpfung bewahrt, die das Wesentliche übergeht.

  1. Pünktlichkeit bei einer Verabredung hat nur den einen Nachteil, dass der andere ja nicht da ist, um sie zu würdigen.

    Franklin P. Jones

  2. Halte Abstand - und du behälst die Übersicht.

    Wilhelm Hasenclever

  3. Wer zu lange ein Auge zugedrückt hat, wird erstaunt sein, wenn ihm beide plötzlich aufgehen.

    Sören Kierkegaard

  4. Die Börse erfüllt eine wirtschaftliche Funktion. Ohne sie verbreiten sich neue Witze wesentlich langsamer

    Kurt Tucholsky

  5. Keine Reden finden bereitwilligeren Glauben als die, welche das Genie herabsetzen und dem Neide der bewußten Mittelmäßigkeit schmeicheln.

    Thomas Babington Macaulay

  6. In der Liebe entzückt nur der Anfang. Ich wundere mich deshalb nicht, dass wir gerne so oft aufs neue anfangen

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  7. Der selbstbewußte Mensch konzentriert sich auf seine Aufgaben und Ziele.

    Nikolaus B. Enkelmann

  8. Lebe, sei glücklich und mache andere glücklich.

    Mary Shelley

  9. Tue nichts im Leben, was dich beschämt, wenn es dein Nachbar bemerken würde.

    Epikur

  10. Worüber wir nicht ernsthaft nachgedacht haben, das vergessen wir bald

    Marcel Proust

  11. Das Wichtigste für den Menschen ist der Mensch, da liegt nicht bloß sein Glück, da liegt auch seine Gesundheit.

    Theodor Fontane

  12. Die Kunst der Lebensführung besteht bekanntlich darin, mit gerade soviel Dampf zu fahren, wie gerade da ist.

    Theodor Fontane

  13. Wenn man Wunderbares betrachtet, ohne sich zu wundern, schwindet das Wunder von selbst.

  14. Die unterhaltsamsten Gäste sind die, die gern hören, wenn andere sprechen.

    Thomas Carlyle

  15. Wer still und unbeobachtet gelebt hat, der hat gut gelebt.

    Ovid

  16. Die Seele hat zwei Augen: das eine schaut auf die Zeit, das andere richtet sich in die Ewigkeit.

    Angelus Silesius

  17. Wenn dein eigenes Licht heller leuchtet als das der andern sei glücklich darüber, aber lösche nie das Licht anderer, um dein eigenes heller leuchten zu lassen.

  18. Wenn ich nach einigen Jahren eine Person wiedersah, die ich jung gekannt hatte, kam es mir beim ersten Blick immer vor, als begegnete ich jemand, der ein großes Unglück erlitten habe.

    Giacomo Leopardi

  19. Hindernisse sind diese schrecklichen Sachen, die man sieht, wenn man seinen Blick vom Ziel abwendet.

    Hannah More

  20. Wer seine Freunde zu Gast hat und sich in keiner Weise persönlich um das Mahl kümmert, das für sie bereitet wird, ist unwürdig, Freunde zu haben.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  21. Denke, was schön ist, und fühle, was schön ist.

    Paula Modersohn-Becker

  22. Nie übertreiben! Es ist ein wichtiger Gegenstand unserer Aufmerksamkeit, nicht in Superlativen zu reden; teils um nicht der Wahrheit zu nahe zu treten, teils um nicht unseren Verstand herabzusetzen.

    Baltasar Gracián y Morales

  23. Der Mensch steht im Mittelpunkt, und deshalb steht er allen im Weg.

  24. Akzeptiere nie die Behauptung, andere würden dich besser kennen, als du dich selbst.

    Dwight "Ike" David Eisenhower

  25. Lass doch die Zukunft schlafen, wie sie es verdient. Wenn man sie nämlich vorzeitig weckt, bekommt man dann eine verschlafene Gegenwart.

    Franz Kafka

  26. Wer sich um das Morgen am wenigsten kümmert, geht ihm mit der größten Lust entgegen.

    Epikur

  27. Frauen misstrauen Männern im Allgemeinen zu sehr und im Besonderen zu wenig.

    Gustave Flaubert

  28. Man sollte die Farbe des Lebens in sich aufnehmen, sich aber nie an Einzelheiten erinnern. Einzelheiten sind immer gewöhnlich.

    Oscar Wilde

  29. Der Nörgler wird sogar im Paradies allerlei Fehler finden

    Henry David Thoreau

  30. Die meisten Menschen planen ihr eigenes Leben schlechter als einen vierzehntägigen Urlaub.

    Nikolaus B. Enkelmann

  31. Aufmerksamkeit und Liebe bedingen einander wechselseitig.

    Hugo von Hofmannsthal

  32. Wer mich besucht, erweist mir eine Ehre, wer mich nicht besucht, macht mir eine Freude.

    Henry de Montherlant

  33. Man kann die Menschen in zwei Kategorien einteilen: Die einen reden, um etwas zu sagen, die anderen sagen etwas, um zu reden.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  34. Der Mensch - das Augenwesen - braucht das Bild.

    Leonardo da Vinci

  35. Es wird uns leicht, etwas durchzusetzen sobald wir nur nicht ans Ziel getragen sein, sondern mit eigenen Füßen gehen wollen, und es nicht achten, wenn zuweilen ein hartes Steinchen die Sohle drück …

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  36. Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie an anderen entdecken.

    Johann Wolfgang von Goethe

  37. Man nimmt die unerklärte dunkle Sache wichtiger als die erklärte helle.

    Friedrich Nietzsche

  38. Die Blumen des Herzens wollen freundliche Pflege. Ihre Wurzel ist überall, aber sie selbst gedeihen in heiterer Witterung nur.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  39. Wen Gott strafen will, dem schenkt er eine geltungsbedürftige Frau.

    Johann Kaspar Lavater

  40. Sämtliche Spiegel sind nutzlos, wenn man zu spät hinein schaut.

    Angelus Silesius

  41. Wozu leben wir, wenn nicht dazu, uns gegenseitig das Leben einfacher zu machen?

    George Eliot

  42. Wenn Sie einen Dollar in Ihr Unternehmen stecken wollen, so müssen Sie einen zweiten bereithalten, um das bekanntzugeben

    Henry Ford

  43. Die Welt ist voll von kleinen Freuden, die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen, ein Auge dafür zu haben.

  44. Unsere Aufmerksamkeit ist nur von kurzer Dauer, und es bedarf starker Leidenschaften, um sie wachzuhalten.

    Claude-Adrien Helvetius

  45. Die bedrückende Atmosphäre durch laut erhobene Stimmen im Raum wird spontan gebremst, wenn jemand plötzlich flüstert

    Christa Schyboll

  46. Wenn wir über den Schatten streiten, übersehen wir das Wesentliche

    Aesop

  47. Tue Gutes: Dein Nachbar erfährt es nie. Tue Böses: Man weiß es auf hundert Meilen.

  48. Entwirf deinen Reiseplan im großen - und laß dich im einzelnen von der bunten Stunde treiben. Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an.

    Kurt Tucholsky

  49. Je mehr Geist man hat, desto mehr originelle Menschen entdeckt man. Alltägliche Leute finden bei den Menschen keine Unterschiede.

    Blaise Pascal

  50. Wenn wir uns für die Anderen interessieren, interessieren sie sich für uns.

    Publius Syrus

  51. Gedanken wollen wie Kinder und Hunde, dass man mit ihnen spazieren geht.

    Christian Morgenstern

  52. Gut auseinandersetzen hilft zum guten Zusammensitzen.

    Emil Gött

  53. Die Menschen hassen nie so sehr den, der Böses tut, noch das Böse selbst, wie den, der es beim Namen nennt.

    Giacomo Leopardi

  54. Wer selbstständig denkt, denkt zugleich am besten und förderlichsten für alle

    Stefan Zweig

  55. Wir sollten lernen, mit den Augen des Kindes zu sehen, mit den Ohren des Kindes zu hören, mit dem Herzen des Kindes zu fühlen.

    Alfred Adler

  56. Es ist immer so: je mehr es um den Menschen tobt und wirbelt, desto stiller wird es in ihm selbst.

    Paul Keller

  57. Man sagt nichts Wesentlich über den Dom aus, wenn man nur von den Steinen spricht.

    Antoine de Saint-Exupéry

  58. Die beste Möglichkeit Dankbarkeit auszudrücken ist es, Wissen und Hilfe, wann immer möglich, anderen zuteil werden zu lassen.

  59. Es ist das Schicksal der Ungewöhnlichen, immer wieder den Hass der Menschen zu erregen.

    Stefan Zweig

  60. Nur wer wirklich wichtig genug ist, wird eventuell auch mit unfreundlichen Blicken bedacht. In unwichtige Personen investiert man weder Gedanke, Blicke noch Zeit.

    Christa Schyboll