Sprüche über Zweifel
319 Sprüche — Seite 5
Zwischen blindem Glauben und sicherem Wissen hat der Zweifel seinen eigentümlichen Platz. Er stört bequeme Gewissheiten, prüft scheinbar Festes und kann dadurch lähmen oder vertiefen. Deshalb gehört dieses Thema zu den produktiven, aber auch belastenden Kräften des Denkens und Fühlens.
Nicht jeder Zweifel ist Schwäche, manche Form davon bewahrt vor Selbsttäuschung und Eitelkeit. Er wird erst dann unerquicklich, wenn Prüfen in endloses Zögern umschlägt und kein Entschluss mehr gewagt wird.
Wenn einer keinen Feind hat, so geht's ihm übel
Kleine Feinde und kleine Wunden verachtet kein Weiser
Wenn Feinde gute Worte geben, haben sie Böses im Sinne.
Wer ein Feuer will löschen, muss anfangs die Funken ersticken
Feuer hört nicht auf zu brennen, man tue denn das Holz weg
Das Feuer, das mich nicht brennt, lösch ich nicht
Wer anderer Feuer schürt, dem verlöscht das eigene
Fremdes Feuer ist nie so hell als der Rauch daheim.
Frauen machen immer gewisse geistige Vorbehalte.
— Philippe Destouches
Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
— Friedrich Georg Jünger
Sieh erst auf dich und die Deinen, dann erst schilt mich und die Meinen.
Kommt Feuer und Stroh zusammen, so gibt es gerne Flammen
Wer das Feuer haben will, muss den Rauch leiden.
Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, so löscht es auch in den Herzen aus.
Wo man mit Feuerbränden wirft, da bläst der Teufel in die Asche
Die ungeraden Finger werden eben, sobald man die Hand schließt.
Wer die Finger zwischen Tür und Angel steckt, der klemmt sich gern.
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, der zieht sie oft übel heraus.
Wenn zwei Frauen zusammenkommen, wird die dritte in die Hechel genommen
Drei Frauen, drei Gänse und drei Frösche machen einen Jahrmarkt
Ein Haus, in dem zwei Frauen sind, wird nicht rein gefegt
Wer einen Fuß im Frauenhaus hat, der hat den anderen im Spital
An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer was zu flicken
Spiel nicht in der Fremde, sonst verlierst du Rock und Hemde
Wer eilt nach fremden Gut, auf den wartet Armut
Wer nach fremdem Gute trachtet, der verliert mit Recht das seine
An fremden Hunden und Kindern ist das Brot verloren
Besser ein bäuerlicher Frieden als ein bürgerlicher Krieg
Dem lieben Friedens willen lässt man sich viel gefallen
Wer Frieden haben will, muss zum Kriege rüsten
Wer Frieden haben will, tut übel, dass er Streit anfängt
Verbotne Frucht schmeckt am besten
Unsicherheit ist der Begleiter jeder Veränderung.
— Else Pannek
Seine eisernen Grundsätze lässt man nicht durch Ereignisse oder Tatsachen erschüttern.
— Else Pannek
Ich habe lange genug gelebt, um mir gerade die Dinge sorgfältig ein zweites Mal anzusehen, bei denen ich mir auf den ersten Blick ganz sicher bin.
— Joseph Billings
Aus keiner Gefahr rettet man sich ohne Gefahr.
— Nicolaus Machiavelli
Es ist besser, sich von Zweifeln beunruhigen zu lassen, als lange im Irrtum zu verweilen
— Alessandro Manzoni
Sich abschließen heißt sich einmauern, und sich einmauern ist Tod.
— Theodor Fontane
Der Ziellose erleidet sein Schicksal, der Zielbewußte gestaltet es.
— Marcus Tullius Cicero
Kühner als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Viele Tränen sind Perlen, die nicht gehoben wurden.
— Peter Sirius
Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung; der Starke danach.
— Karl Kraus
Schwachheit ist das größte Unglück und der größte Fehler
— Christina I. von Schweden
Ein weiser Mann scheut das Bereuen. Er überlegt seine Handlung vorher.
— Epicharmos
Der aber ist der Beste, der der Hoffnung vertraut allzeit! Verzagtheit kennt der Feige nur
— Euripides
Die Strafe zu fürchten ist der beste Weg, ihr zu entgehen.
In der Politik ist der schlimmste Entschuss, keinen Entschluss zu fassen
— Karl E. Z. von Lingenthal
Bloßer Verstand ist noch kein Mut, denn wir sehen die gescheitesten Leute oft ohne Entschluß.
— Carl Philipp Gottfried von Clausewitz
Wie kurz ist das Leben. Und warum wollen wir es mit unseren Beängstigungen noch mehr verkürzen?
— Ludwig Tieck
Jeder führt ein Doppelleben. In Taten und Gedanken. Beide Leben sind wahr. Nur den Tagebüchern darf man nicht glauben.
— David Herbert Lawrence
Kein Mensch, der über die Vergangenheit genau Bescheid weiß, wird die Gegenwart düster oder verzagt sehen.
— Thomas Babington Macaulay
Lies nicht, um zu widersprechen oder zu glauben, sondern um zu prüfen und zu erwägen!
— Thomas Babington Macaulay
Wer eine gute Sache, die er den Menschen anbietet, selbst niedrig einschätzt, der sendet eine Kraft von sich, die auch andere seine gute Sache missachten lehrt.
— Prentice Mulford
Die vorsichtigen, die alles bedenkenden, alles voraussehenden Menschen fallen stets herein, denn immer mit Schwierigkeiten rechnen, heißt sie erschaffen.
— Prentice Mulford
Nichts schädigt das Individuum mehr als Selbstverkleinerung.
— Prentice Mulford
Neid ist dem Menschen, was Rost dem Eisen.
Das Schwierige im Leben ist die Entscheidung.
— George Moore
Die Flamme der Verwirrung und des Zweifels ist es, die der Weise meidet
— Chuang-tzu
Aufmunternde Blicke einer Frau – die haben schon manchen Mann abgeschreckt!
— Otto Weiss
Jemand kann solche Furcht haben, sich lächerlich zu machen, dass er sich lächerlich macht.
— Otto Weiss