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Sprüche über Unglück

253 Sprüche — Seite 4

Wenn Hoffnungen scheitern, Sicherheiten wegbrechen oder das Leben eine dunkle Wendung nimmt, wird Unglück in seiner ganzen Schwere spürbar. Es gehört zu jenen Erfahrungen, die nicht nur verletzen, sondern auch den Blick auf Glück, Bindung und Verletzlichkeit verändern. Darum ist dieses Thema ernst und menschlich zugleich.

Seine Tiefe zeigt sich darin, dass Unglück selten isoliert bleibt, sondern Beziehungen, Selbstbild und Lebensdeutung mit erfasst. Im Erleiden wächst oft die Erkenntnis, wie viel Trost, Anteilnahme und innere Haltung in schweren Stunden bedeuten können.

  1. Im Grunde ist jedes Unglück gerade nur so schwer, wie man es nimmt.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  2. Immer wenn du meinst es geht nicht mehr, geschieht jemand anderem ein Unglück, und du bist wieder froh.

    Daphne du Maurier

  3. Verachtung des Lebens ist leicht in harter Bedrängnis. Tapfer allein ist der Mann, welcher das Unglück erträgt.

    Martial

  4. Man ist eigentlich nur durch Nachdenken unglücklich.

    Joseph Joubert

  5. Wen das Glück verderben will, den zärtelt es wie eine Mutter.

  6. Wenn das Glück groß ist, muss man das Unglück fürchten.

  7. Durch Glückes Rühmen kam Unglück ins Haus.

  8. Glück und Unglück sind zwei Nachbarn.

  9. Glück und Unglück wandern auf einem Steig.

  10. Glück und Unglück sind zwei Eimer im Galgenbrunnen.

  11. Es ist ihm ein Has über den Weg gelaufen.

  12. Haben Eheleut einen Sinn, so ist das Unglück selbst Gewinn.

  13. Den Gleichmut wahr dir mitten im Ungemach; wahr ihn desgleichen, lächelt dir hold das Glück.

    Horaz

  14. Ist es das Gute selbst an der schlimmsten Zeit, dass sie vergeht, ist eben dies das Schlimme auch an der besten

    Dante Alighieri

  15. Die Menschen begehen den Fehler, dass sie ihren Hoffnungen keine Grenzen zu setzen wissen. Sie bauen auf sie, ohne sich nach den eigenen Kräften zu richten, und rennen so ins Verderben.

    Nicolaus Machiavelli

  16. Je mehr sich Glück auf Glück häuft, desto mehr Gefahren laufen sie, auszugleiten und alle miteinander niederzustürzen.

    Baltasar Gracián y Morales

  17. Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend geschlossen, die meisten unglücklichen Ehen im Rausche des Entzückens.

    August von Kotzebue

  18. Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.

    Charles-Louis de Montesquieu

  19. Ist das Leben unglücklich, so ist es mühselig zu ertragen, ist es glücklich, so ist es furchtbar, es zu verlieren. Beides kommt aufs gleiche heraus.

    Jean de la Bruyère

  20. Jeder sagt mal Unsinn. Es ist nur ein Unglück, wenn man es feierlich tut.

    Michel de Montaigne

  21. Unglücksfälle sind wie Messer: Entweder sie arbeiten für uns oder schneiden uns, je nachdem, ob wir sie am Griff oder an der Schneide anfassen.

    James Russell Lowell

  22. Unglückliche Menschen trauern dem großen Glück von gestern nach oder erhoffen es für morgen. Glückliche Menschen finden das kleine Glück heute.

    Rainer Haak

  23. Nur im Unglück empfinden wir recht vollkommen all die großen Eigenschaften, die nötig sind, um es zu ertragen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  24. Möge deine Arbeit gelingen, der Misserfolg dich nicht mutlos machen, dass du über dein Unglück nicht lächeln kannst.

  25. Irdisches Glück heißt, das Unglück besucht uns nicht zu regelmäßig.

    Karl Ferdinand Gutzkow

  26. Der Grund, warum so wenige Ehen glücklich sind, ist, dass die jungen Damen ihre Zeit damit verbringen, Netze zu machen, statt Käfige.

    Jonathan Swift

  27. Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, dass, wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.

    Blaise Pascal

  28. Haben hässliche Frauen jemals Unheil gebracht? Sich selbst vielleicht; anderen kaum.

    John Knittel

  29. Der Mensch hat nicht ein und dasselbe Leben. Er hat viele Leben hintereinander und das ist die Ursache seines Unglücks

    Francois René de Chateaubriand

  30. In dem Unglück unserer besten Freunde werden wir immer etwas finden, was uns nicht mißfällt.

    François de la Rochefoucauld

  31. Fremdes Mißgeschick zu tragen, sind wir alle stark genug.

    François de la Rochefoucauld

  32. Der erst ist ganz unglücklich, der die kahlen Wände seines Herzens nicht einmal mit den Bildern der Erinnerung schmücken kann.

    Johann Nepomuk Nestroy

  33. Mein ganzes Leben über kannte ich keinen Menschen, der eines andern Unglück nicht mit wahrhaft christlicher Fassung ertragen hätte.

    Alexander Pope

  34. Unglück kann durch andere kommen; aber erniedrigt werden kann ein Volk nur durch seine eigenen Handlungen.

    Henry Thomas Buckle

  35. Schwachheit ist das größte Unglück und der größte Fehler

    Christina I. von Schweden

  36. Könnte ich unsterblich sein, so wünschte ich es nur, um Unglückliche zu unterstützen.

    Maria Theresia von Österreich

  37. Allzu große Zartheit der Gefühle ist ein wahres Unglück.

    Karl Julius Weber

  38. Wenn ein Mensch gründlich unglücklich ist, kommt er über tausend Schwierigkeiten im Leben kinderleicht hinweg.

    Richard Rothe

  39. Unglückliche Menschen sind undankbare Menschen; das Glück wohnt niemals bei Undankbaren.

    Nikolaus B. Enkelmann

  40. Das Schlimmste für den Menschen ist, den Glauben an die Zukunft zu verlieren.

    Nikolaus B. Enkelmann

  41. Wir sind am unglücklichsten, wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir unser Naturell nicht zu beherrschen vermögen.

    Heinrich Laube

  42. Unglück ist ergiebig: es lehrt nachdenken, es lehrt stark werden, und erwirbt Mitleid.

    Heinrich Laube

  43. Das Unglück ist ebenso wie der Ruhm imstande, Energien zu wecken.

    Maurice Barrès

  44. Menschen, die vom Missgeschick verfolgt scheinen, können die anständigsten, die besten Menschen sein, aber sie sind 'hartmäulig' an ihrer Seele.

    Prentice Mulford

  45. Die vorsichtigen, die alles bedenkenden, alles voraussehenden Menschen fallen stets herein, denn immer mit Schwierigkeiten rechnen, heißt sie erschaffen.

    Prentice Mulford

  46. Wer Unglück erwartet, bittet darum und wird es auch zweifellos erhalten.

    Prentice Mulford

  47. Unsere trübe und düstere Phantasie ist der Glaube an das Unglück.

    Prentice Mulford

  48. Der Neidische tröstet sich weniger geschwind über unser Glück als wir selbst über unser Unglück.

    Jean Antoine Petit-Senn

  49. Nur allzuoft ist eine unglückliche Kindheit die Einleitung und das Anzeichen einer verderblichen, frühzeitigen Reife.

    Alexandre Vinet

  50. Unter den Moralisten, die uns alle Wege zum Glück zeigen gibt es tief unglückliche.

    Otto Weiss

  51. Das Unglück von Tausenden rührt uns weniger als das Unglück eines einzigen.

    Otto Weiss

  52. Ein eigenes Unglück hat manches Mädchen: Sie wurde von ihrem Mann statt verlassen geheiratet.

    Otto Weiss

  53. Unglück ist der Dummheit Nachbar

  54. Sich unglücklich fühlen kann zur schlechten Angewohnheit werden.

    George Meredith

  55. Glück besteht aus den vermiedenen Unglücken.

    Alphonse Karr

  56. Unbeglückt ist noch nicht unglücklich. Dass du entbehren musst, das macht dich stark und gibt dir Selbstvertrauen.

    Paul Olaf Bodding

  57. Das völlige Vertrauen auf Gott ist Seligkeit; er stellt oft auf die Probe, lässt aber nie im Stich.

    James Hudson Taylor

  58. Unsere Entsagung macht uns fast immer unglücklich, und den nicht glücklich, dem das Opfer gebracht wird. Entsagte man nicht, so käme am Ende nicht zwei Leiden, sondern ein Glück und ein Unglück zust …

    Fanny Lewald

  59. Bei einem jähen, plötzlichen Schlag bricht der Mensch zusammen, aber es gibt eine stille Art von Unglück, die sich einschleicht, wie ein ungebetener, lästiger Gast, von dem man täglich hofft, er werde …

    Wilhelmine von Hillern

  60. Das Glück hat ein großes Gefolge, das Unglück kaum einen Gefährten.

    Theresa Keiter