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Sprüche über Tugend

368 Sprüche — Seite 6

Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.

Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge oder Selbstgeißelung, sondern in der beständigen, oft stillen Übung des Guten – besonders dort, wo kein Beifall wartet. Eine tugendhafte Haltung zeigt sich am deutlichsten in kleinen, unbemerkten Entscheidungen und nicht erst auf der großen Bühne.

  1. Der Widerstand einer Frau ist nicht immer ein Beweis ihrer Tugend; oft ist es ein Beweis ihrer Erfahrung.

    Ninon de Lenclos

  2. Die Eroberungen der Männer schlagen öfter durch ihre eigene Tölpelhaftigkeit fehl als durch die Tugendhaftigkeit der Frauen.

    Ninon de Lenclos

  3. Ohne Erziehung zum Gehorsam ist keine Bildung zu einem charakterfesten Menschen, zu einem Menschen, zu einem Manne denkbar.

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg

  4. Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.

    Berthold Auerbach

  5. Das Wichtigste ist Charakter, wichtiger als Geld oder Besitz oder irgendwas sonst.

    John Pierpont Morgan

  6. Freunde dich mit eines Mannes guten Eigenschaften, nicht mit seinem Vermögen an

  7. Wie mag man tugendhaft und gerecht leben? Wenn man selbst nicht tut, was man an andern tadelt!

    Thales von Milet

  8. Es genügt nicht, dass die Hände sauber sind. Es bedarf auch eines reinen Geistes

    Thales von Milet

  9. Einer verständigen Frau Tugend heißt: ihrem Gatten nicht weh zu tun.

    Epicharmos

  10. Zwei Wurzeln aller Tugend muss ich loben: Mitleid nach unten, Pietät nach oben.

    Victor Blüthgen

  11. Die Dankbarkeit ist die Tugend der Nachwelt

    Friedrich Vischer

  12. Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung.

    Gerard de Nerval

  13. Reine Hände erweisen letzten Endes immer noch größere Kraft als starke Hände.

    Anton Wildgans

  14. Moral ist der instinktive Widerwille einer Mehrheit

    David Herbert Lawrence

  15. Geduld ist die Tugend der Esel

  16. Es gibt keine furchtbarere Macht als das Vermögen, die Menschen lächerlich zu machen. Es gibt keinen größeren Beweis der Tugend, als dass man grenzenlose Macht besitzt und sie nicht mißbraucht.

    Thomas Babington Macaulay

  17. Wie wird verlorene Freiheit wiedergewonnen? Durch einen aus der Tiefe des Volkes kommenden Stoß und Sturm der sittlichen Kräfte.

    Conrad Ferdinand Meyer

  18. Stetes Pflichtbewusstsein ist die wahre Krone des Charakters.

    Samuel Smiles

  19. Wenn wir nur verstünden, dass die Grundauffassungen unserer Vorfahren den Gerichtshof für unser Leben bilden!

    Maurice Barrès

  20. Man kommt besser in der Welt vorwärts, wenn man Fehler verbirgt, als wenn man Tugenden zeigt.

    Jean Antoine Petit-Senn

  21. Und geschieht es denn nicht stets, dass die wahre Liebe die schlechten Sitten anderer zur Umkehr bewegt?

    Francesco Petrarca

  22. Niemand kann völlig frei sein, wenn nicht alle frei sind. Niemand kann völlig tugendhaft sein, wenn nicht alle tugendhaft sind. Niemand kann glücklich sein, wenn nicht alle glücklich sind.

    Herbert Spencer

  23. Auch ein Mensch von Genie und Tugend ist nur ein Mensch. Alle seine Gaben können nicht gleichmäßig entwickelt sein.

    Thomas Babington Macaulay

  24. Lieb ist selig allezeit, ein Ringen so voll Seligkeit, dass ohne ihre Lehre nicht Tugend ist noch Ehre.

    Gottfried von Strassburg

  25. Jede Moral verübt Grausamkeiten.

    Otto Weiss

  26. Unter den Moralisten, die uns alle Wege zum Glück zeigen gibt es tief unglückliche.

    Otto Weiss

  27. Zu den gewandtesten Advokaten dieser Welt gehört das Gewissen.

    Otto Weiss

  28. Gold glänzt zumeist, wo Tugend nicht mehr strahlt: Die Sterne glühn erst, wenn die Sonne sank.

    Edward Young

  29. Ein ernsthaftes Gemüt ist der natürliche Boden zur Hervorbringung aller Tugenden, und der einzige Charakter, der dem Menschen Ehre macht.

    Edward Young

  30. Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, zieret das Alter und die Jugend; wen man undankbar nennen kann, dem hängen aller Laster an.

    Georg Rollenhagen

  31. Fast jede Frau ist schön, wenn sie Charme hat. Fast jede Frau hat Charme, wenn sie Scham hat.

    Anton Graff

  32. Reines Herz und reiner Mut sind in jedem Kleide gut

    Bernhard Freidank

  33. Was wir zu fürchten haben, ist nicht die Unmoral der großen Männer, sondern die Tatsache, daß Unmoral oft zu Größe führt

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  34. Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  35. Die Leichtigkeit, womit irgend jemand eine Gemeinheit bei anderen für wahrscheinlich hält, ist meistens auch der beste Maßstab für seinen eigenen moralischen Wert.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  36. Nur zwei Dinge lassen sich nicht durch Mühe und Studium ersetzen: im Leben das feine moralische Gefühl und in der Kunst der Geschmack.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  37. Wer an die Unsterblichkeit glaubt, muss auch an das Näherliegende, an die Fortentwicklung der Menschheit hienieden zum Guten glauben.

    Theodor Toeche-Mittler

  38. Ein wahrer Gentleman ist ein Mann, der die Gedanken einer Frau errät und Sie trotzdem nicht nach Hause begleitet

    John Barrymore

  39. Es kommt nicht darauf an, wen man liebt – sondern wie man liebt! Eine edle Natur wird immer edel in der Liebe sein, eine gemeine immer gemein.

    Wilhelmine von Hillern

  40. Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muss ihrer Natur nach in sich selbst bestehen

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  41. Durch Gewalt läßt sich niemand für die Tugend begeistern.

    Rahel Varnhagen von Ense

  42. Reine Liebenswürdigkeit und echter guter Wille sind die höchsten menschlichen Eigenschaften, gegen welche alles tatkräftige Heldentum mit seinem Glanz und Ruhm zurücktritt.

    Rahel Varnhagen von Ense

  43. Immer Gerechtigkeit für andere: Mut für uns selbst. Das sind zwei Tugenden, worin alle andern bestehen.

    Rahel Varnhagen von Ense

  44. An sich arbeiten; klar machen, was uns verwirrt und drückt, und wären es die größten Schmerzen – heißt gut sein.

    Rahel Varnhagen von Ense

  45. Was einzig die Geschicke unterscheidet, ist, ob die Seele heldenmütig ist oder nicht.

    Malwida von Meysenbug

  46. Rechtschaffenheit wird (von allen) gelobt und stirbt doch vor Kälte

    Juvenal

  47. Adel liegt einzig und allein in der Tugend.

    Juvenal

  48. Die Dankbarkeit ist vor allen anderen Tugenden am meisten zu loben.

    Giovanni Boccaccio

  49. Dankbarkeit ist die zarte Pflanze, Dank ihre edle Frucht.

    Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

  50. Es gibt keine materielle Macht, welche den sittlichen Mächten über den Kopf wachsen könnte, ohne den Untergang ihrer selbst vorzubereiten.

    August Pauly

  51. Würde ist ein goldener Sattel, die jedem Esel auferlegt werden kann.

    August Pauly

  52. Unendlich ist die Welt und dennoch verschwindet ihre Unendlichkeit gegenüber dem Gehalt eines Kleinsten, wie es ein edler Mensch ist, über dessen Gewinn oder Verlust wir alle Sterne vergessen.

    August Pauly

  53. Es gibt viele Leute in der Welt, aber wenig Menschen.

    August Pauly

  54. Wo Herzensgüt' und Weisheit sich verbinden, da wird die Tugend festen Boden finden.

    Heinrich Martin

  55. Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.

    Heinrich Martin

  56. Des regen Geistes unermüdlich Streben ist: über Irdisches sich zu erheben.

    Heinrich Martin

  57. Die Not ist oft der Henker der Tugend. Öfter jedoch wird sie durch Üppigkeit und Reichtum zu Grunde gerichtet.

    Heinrich Martin

  58. Männer mit großem reichen Innern können nie anders als äußerst einfach, ohne Kunst und Prunk auftreten, weil sie genau ihren und des nächsten Wert erkennen.

    Heinrich Martin

  59. Die Dankbarkeit ist die Tugend der Nachwelt.

    Kuno Fischer

  60. Jede Fröhlichkeit, jede Liebe, jede Zuneigung veredelt uns, ist selber Tugend, jedes Gefühl, wovon Hass die Wurzel ist, verschlechtert und erniedigt uns.

    Wilhelm Heinrich Wackenroder