Sprüche über Selbsterkenntnis
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Am schwersten sieht der Mensch oft das, was ihn selbst bestimmt. Selbsterkenntnis verlangt Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft, sich nicht nur mit den eigenen Vorzügen, sondern auch mit Widersprüchen, Schwächen und versteckten Motiven zu befassen. Deshalb gehört dieses Thema zu den anspruchsvollsten Wegen innerer Reifung.
Ihr Wert liegt darin, dass sie nicht im Grübeln endet, sondern zu Klarheit und Veränderung führen kann. Wer sich selbst besser versteht, urteilt nüchterner, handelt freier und ist weniger darauf angewiesen, sich vor sich selbst zu verbergen.
Wir sind das, was dann übrig bleibt, wenn das Vergängliche von uns genommen ist.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Sage mir, wie du ißt, und ich sage dir, was du bist.
— Jean Anthelme Brillat-Savarin
Wie mag man tugendhaft und gerecht leben? Wenn man selbst nicht tut, was man an andern tadelt!
— Thales von Milet
Bedenke gut, was deine Kraft vermag und was über deine Fähigkeit hinausgeht
— Horaz
Sei dir deiner Kräfte, Bedürfnisse und Möglichkeiten bewusst, dann wirst du auf dem Weg, den du beschreitest, einen Gefährten haben.
Ich bin darauf gekommen, dass ich nur dann glücklich bin, wenn ich an etwas arbeite, an dem ich Gefallen finde.
— John Reed
Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten wie ein Maler von seinem Bilde
— Christian Morgenstern
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Gerechtigkeit. Selbsterkenntnis ist die erste Pflicht – gegen die anderen.
— Anton Wildgans
Betrachte beizeiten den Lauf deines Lebens und werde dir bewusst, wie viele Flüsse darin münden, die dich stützen und nähren.
Wer Autorität haben will, muss bescheiden sein und sein Unrecht unverhohlen einzugestehen wissen.
— Richard Rothe
Das Schwerste für den Menschen ist Selbsterkenntnis.
Dankbar sein, dass es Misserfolg und Unglück gibt; sie sind Warnsignale, uns zu verändern.
— Nikolaus B. Enkelmann
Wir sind am unglücklichsten, wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir unser Naturell nicht zu beherrschen vermögen.
— Heinrich Laube
Je älter ich werde, um so mehr sehe ich, dass die Erfahrung nur weitere Jahre mit sich bringt, aber dass man so wenig Vorteil aus allem zieht, als wäre nichts geschehen.
— Charles Joseph Fürst von Ligne
Gebt dem Menschen das Bewusstsein dessen, was er ist, und er wird auch bald lernen zu sein, was er soll
— Carl Friedrich von Rumohr
Allen Menschen ist es gegeben, sich selbst zu erkennen und klug zu sein.
— Heraklit von Ephesos
Wer durch Dornengestrüpp hat gehen müssen, lernt, wie Dornen verwunden, und tut die an ihm hängengebliebenen ab, damit sie anderen nicht schaden
— Hermann Stehr
Entsetzt erkennt mancher Künstler eines Tages sein verfehltes Leben: Statt wohlhabend, ist er berühmt geworden.
— Otto Weiss
Wie gut man's hat, ist schwerer zu erkennen, als wie gut man's hatte.
— Otto Weiss
Der Weg zur Vollkommenheit und zu jedem Fortschritt ist fortwährende Selbstkritik.
— Arnold Böcklin
Unsere Fehler bringen uns nicht so sehr ins Verderben, wie unser Widerstreben, sie zu verbessern, wenn wir sie entdeckt haben.
— James Hudson Taylor
Wenn die Leute sich nur halb so viel Rechenschaft über ihr eigenes Leben geben wollten, als über das Leben der anderen, so würden sie sich des Ratgebens meist enthalten.
— Fanny Lewald
Wer ohne üblen Willen die Fehler und Irrtümer seiner Nebenmenschen beobachtet, lernt dabei, wenn er will, seine eigenen Fehler und Irrtümer erkennen; er hat dann die Pflicht, ernst an ihre Überwindung …
— Fanny Lewald
Zu wissen, was man will, ist leichter als zu wissen, was man kann.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, dass wir genau das besitzen, was wir uns wünschen
— Simone Weil
Jeder angenehme Augenblick hat Wert für mich. Glückseligkeit besteht nur in Augenblicken. Ich wurde glücklich, da ich das lernte.
— Caroline Schlegel-Schelling, geb. Michaelis
Wer die Kraft in sich fühlt, sich einen ehrenvollen Platz selbst zu erringen, der wird zu stolz sein, von einem Vorrecht Gebrauch zu machen; kann er dies nicht, dann soll er verzichten und nicht mehr …
— Wilhelmine von Hillern
Es ist sehr traurig bemerken zu müssen, wie uns der Egoismus allenthalben nachschleicht und uns oft da am nächsten ist, wo wir ihn am fernsten von uns glaubten.
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Ein gebildeter Mensch ist nicht der, den die Natur verschwenderisch behandelt hat; ein gebildeter Mensch ist der, der die Gaben, die er hat, gütig, weise und richtig und auf die höchste Weise gebrauch …
— Rahel Varnhagen von Ense
An sich arbeiten; klar machen, was uns verwirrt und drückt, und wären es die größten Schmerzen – heißt gut sein.
— Rahel Varnhagen von Ense
Die Selbstbeschränkung ist die Frucht der Selbsterkenntnis, die Form von deines Wesens vertrauterem Verständnis.
— Friedrich Julius Hammer
Die guten und die schlechten, die Fähigen und die Unfähigen sind der Spiegel, in welchem wir uns im Laufe eines langen Lebens langsam kennenlernen.
— August Pauly
Was schlechte Richter sind, können wir an uns selbst lernen, wenn wir die Vergehen unserer Kinder strafen.
— August Pauly
Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin wie jeder Narr die Narrheit eines anderen, aber nicht seine eigene.
— August Pauly
Es ist ein gesegneter Augenblick, in welchem der Mensch seine eigene Dummheit begreift.
— August Pauly
Sage zu dem Eitlen, er solle sich selbst erkennen und flugs schaut er in den Spiegel.
— August Pauly
Verachtung stärkt den Geist zur Selbstüberwachung, weil wir am besten die volle Schwere und die große Kluft zwischen uns und dem Verachteten verstehen.
— Heinrich Martin
In jedem Mensch steckt Philosophie, doch nur der Kluge kennt und findet sie.
— Heinrich Martin
Edler Stolz erkennt sich selbst; Hochmut sieht nur die Gebrechen anderer.
— Heinrich Martin
Nur Unglück, welches plötzlich an uns heran tritt, fordert uns heraus, zu zeigen, ob wir klein oder groß sind.
— Heinrich Martin
Der Irrtum ist sehr schwer zu tragen; ihn los zu werden macht uns Plagen.
— Heinrich Martin
Nachsicht findet man allein nur bei edlen Seelen, die noch nicht vergessen haben: Ich auch konnte fehlen.
— Heinrich Martin
Ist dir's in deiner Ecke zu eng, so schüttle ab alles, was dich beengt, wandre, werde, was du werden magst und kannst – wenn nur dein Ich, deine Persönlichkeit, der Kern deines Wesens zur Erblühung ko …
— Friedrich Lienhard
Wir sind die Bilder, die wir von uns selber machen. Man wandelt sich. Wehe, wenn das Bild fixiert ist.
— Luigi Pirandello
Wenn wir fühlen, wie stark gewisse Kräfte und Triebe in uns wirken, müssen wir alle Gegenkräfte in uns besonders pflegen.
— Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke
Einige Wochen selbstbeschaulicher Muße lassen dich begreifen, wie leicht man sich die Augen für sein Eigenstes monate- und jahrelang durch fremde Brillen verdirbt.
— Richard Fedor Leopold Dehmel
Je idealer das Streben, je höher die sittlichen Anforderungen, die man an sich stellt, umso schmerzlicher das Bewusstsein der Schwäche.
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Wir wissen nicht, wie groß wir sind, bis sie uns zum Aufstehen zwingen. Und wenn wir es dann wirklich tun, wird unser Kopf durch die Wolken dringen.
— Emily Elizabeth Dickinson
Ist deine letzte innerste Wahrheit, die du gefunden hast, auch eins mit deinem Handeln?
— Eugen Diederichs
Eigentlich jung kann man nur im Alter sein
— Eugen Diederichs