Sprüche über Selbsterkenntnis
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Am schwersten sieht der Mensch oft das, was ihn selbst bestimmt. Selbsterkenntnis verlangt Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft, sich nicht nur mit den eigenen Vorzügen, sondern auch mit Widersprüchen, Schwächen und versteckten Motiven zu befassen. Deshalb gehört dieses Thema zu den anspruchsvollsten Wegen innerer Reifung.
Ihr Wert liegt darin, dass sie nicht im Grübeln endet, sondern zu Klarheit und Veränderung führen kann. Wer sich selbst besser versteht, urteilt nüchterner, handelt freier und ist weniger darauf angewiesen, sich vor sich selbst zu verbergen.
Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.
— Wladimir Iljitsch Lenin
Der sicherste Weg, andern die Grenzen des eigenen Wissens zu verbergen, ist, diese nicht zu überschreiten.
— Giacomo Leopardi
Selbsterkenntnis gibt dem Menschen das meiste Gute, Selbsttäuschung aber das meiste Übel.
— Sokrates
Was du scheinst, das werten die Menschen. Was du bist, das wertet Gott.
— Margarete Seemann
Du dünkst dich viel zu sein: Ach, wärst du über dir und schautest dich an, du sähst ein schlechtes Tier.
— Angelus Silesius
Um andre leichter zu ertragen, mußt du dir sagen, dass du selbst nicht zu jeder Frist andern leicht zu ertragen bist.
— Friedrich Rückert
Ich bin Grenzgänger und begebe mich in Grenzsituationen, um meine Ängste, Zweifel und Hochgefühle zu erfahren.
— Reinhold Messner
Wir kennen uns eher aus in den Geheimkammern des Kaisers von China als in unserem eigenen Herzen.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Wir sind alle im Grunde neidisch, aber indem wir unseren Neid bezwingen, bessern wir uns.
— James Boswell
Wenn wir jeder von uns bei uns selbst anfangen, uns zu bessern, und wenn wir uns zuerst selbst bessern, jeder von uns, dann kommen wir mit Gottes Hilfe zum inneren und äußeren Frieden.
— Konrad Adenauer
Unser Stolz auf den Besitz irgendeiner guten Eigenschaft erleidet einen argen Stoß, wenn wir sehen, wie stolz andere auf das Nichtbesitzen derselben guten Eigenschaft sind
— Marie von Ebner-Eschenbach
Alle Autorität, die ich besitze, beruht einzig darauf, dass ich weiß, was ich nicht weiß
— Sokrates
Es gilt, eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit für mich sein kann, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will.
— Sören Kierkegaard
Glücklich ist nicht, wer andern so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.
— Seneca
Wir sind leicht bereit, uns selbst zu tadeln. Unter der Bedingung, dass niemand einstimmt
— Marie von Ebner-Eschenbach
Selig sind jene, die über sich selbst lachen können, denn sie werden immer genug Unterhaltung haben.
Vollkommenheitsapostel übersehen eigene Fehler vollkommen.
— Else Pannek
Niemand tadelt uns so scharf, wie wir uns oft selbst verurteilen
— Marquis de Vauvenargues
Wir unterschätzen das, was wir haben, und überschätzen das, was wir sind.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Man darf sich nicht kränken, wenn uns andere nicht die Wahrheit sagen: denn wir sagen sie uns oft selber nicht
— François de la Rochefoucauld
Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist. Lerne zu schweigen und du merkst, daß du viel zu viel geredet hast. Sei gütig und du siehst ein, daß dei …
Ich glaube, dass es im Krankenbette oft besser zugeht als am ersten Platz der königlichen Tafel. Ich habe wenigstens in einer kleinen Kammer als Kranker im Bette zuweilen Augenblicke gehabt, die …
— Georg Christoph Lichtenberg
Keiner weiß was in ihm steckt, bevor er von der Macht gekostet hat
— Otto Flake
Suche selbst deine Fehler zu erkennen; denn die Wohlwollenden machen dich nicht darauf aufmerksam, um dir nicht wehe zu tun, die Feindseligen nicht, weil sie sich über diese Fehler freuen.
— Franz Grillparzer
Die Satire ist ein Spiegel, in dem der Betrachter alle anderen Gesichter erkennt, nur nicht das eigene.
— Jonathan Swift
Wir empfangen die Weisheit nicht, wir müssen sie für uns selbst entdecken im Verlauf einer Reise, die niemand für uns unternehmen oder uns ersparen kann
— Marcel Proust
Erst in der Ruhe kommt der Mensch zu sich, wird sich seiner selbst bewusst und zum Meister seines Schicksals.
— Nikolaus B. Enkelmann
Es weiß kein Mensch, wieviel er ertragen kann, bis er von der Notwendigkeit es lernt.
— Ernst Benjamin Salomo Raupach
Wir sind so jung, wie wir uns fühlen, und so alt, wie uns andere sehen.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Wenn du die Welt verändern willst, beginne mit dem Menschen, den du jeden Morgen im Spiegel siehst.
— Simone Weil
Was uns aber eigentlich zu Bewußtsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist das, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.
— Albert Schweitzer
Ich bin ein Reisender und ein Seefahrer, und jeden Tag entdecke ich eine neue Region in meiner Seele.
— Khalil Gibran
Nur die allergescheitesten Leute benützen ihren Scharfsinn zur Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wenn man erkennt, man kann sich ändern, und tut es doch nicht, dann wird man schuldig
Es ist, ihr möget wollen oder nicht, das Haus der Spiegel eurer selbst.
— Jeremias Gotthelf
Der Hagestolze hat das Unglück, dass ihm niemand seine Fehler frei sagt, der Ehemann hat dies Glück.
— Jean Paul
Wie soll man in der Abgeschiedenheit seine Fehler kennenlernen?
— Basilius von Caesarea
An all unserem Ärger sind andere schuld. Das beste Mittel aber, um bei guter Laune zu bleiben, ist die stets richtige Erkenntnis, dass man selber nichts taugt
— Wilhelm Busch
Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie sind.
— Eckhart von Hochheim
Zeig mir, wie du baust, und ich sage dir, wer du bist
— Christian Morgenstern
Liebe und das Selbst sind eines, und wer eines davon entdeckt, hat beides verwirklicht.
Es soll ein jeder in sein eigenes Häfele schauen.
Entdecke Fehler bei dir, bereinige sie; kannst du keine finden, sei umso mehr auf der Hut.
Die Erkenntnis der eigenen Kraft macht bescheiden.
— Paul Cezanne
Das Finden seiner selbst in dunklen Tagen ist meistens mehr Glücksache, als die Menschen gewöhnlich eingestehen wollen.
— Gottfried Keller
Die letzte Schlußfolgerung der Vernunft ist, dass sie einsieht, dass es eine Unzahl von Dingen gibt, die ihr Fassungsvermögen übersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht zu dieser Einsicht gelang …
— Blaise Pascal
In deiner Zelle erlangst du wieder, was du draußen häufig verlierst
— Thomas à Kempis
Selbst die tiefste Erkenntnis ändert nichts am Wesen der Welt, so wenig wie Selbsterkenntnis am eigenen Wesen.
— Ernst Hohenemser
Ich kenne mich nicht besser als irgendein anderer, der mir ein Rätsel wäre.
— Carl Ludwig Schleich
Es würde nichts nützen, wenn wir uns selbst so sehen könnten, wie uns andere sehen - denn wir würden es eh' nicht glauben!
— James Thurber
Das Auge kann 1000 Meter weit sehen, aber es sieht nicht die eigene Wimper.
Im Leben kommt einmal die Zeit, da man sich darüber klarwerden muss, was besser ist, zu zertreten oder zertreten werden.
— John Knittel
Der Mensch ist die Krone der Schöpfung: Er kann denken. Er hat Bewußtsein seiner selbst.
— René Descartes
Auch der ehrlichste Mensch, wenn er alle seine Handlungen und Gedanken nach den Gesetzen genau untersucht, wird finden, dass er in seinem Leben wenigstens zehnmal den Galgen verdient hat.
— Michel de Montaigne
Ich ging bis an die äußerste Grenze der Welt, gleichzeitig an die innerste Grenze meines Ich!
— Reinhold Messner
Sich der eigenen Leere zu stellen, kann ein Anfang sein.
— Else Pannek
Wer begreift, was er fühlt, kann für sich handeln.
— Else Pannek
Wir wissen wenigstens, dass wir nichts taugen, und in dieser Erkenntnis ist die Möglichkeit der Besserung gegeben
— Theodor Fontane
Wer stolz auf Vorzüg' ist, fühlt irgend ein Gebrechen; Und wer sich brüsten mag, ist sich bewußt der Schwächen.
— Friedrich Rückert
Stolz ist das Gefühl seines bestimmten Werts und durchaus lobenswert.
— Johann Gottfried Seume