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Sprüche über Kritik

207 Sprüche — Seite 4

Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.

Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.

  1. Wer Autorität haben will, muss bescheiden sein und sein Unrecht unverhohlen einzugestehen wissen.

    Richard Rothe

  2. Man schilt die Zeit schlecht, weil man nicht die erforderliche Stärke für die Aufgaben besitzt, die sie stellt.

    Richard Rothe

  3. Ist das neue Argument todsicher, hätte man mit dem alten Argument vielleicht ein wenig länger leben können

    Christa Schyboll

  4. Das verbale Glatteis auf dem gebohnerten Flur der Vorstandsetagen lässt vor allem jene in eine Rutschpartie schliddern, die ihre Konversation nicht der Ebene anzupassen wussten.

    Christa Schyboll

  5. Lies nicht, um zu widersprechen oder zu glauben, sondern um zu prüfen und zu erwägen!

    Thomas Babington Macaulay

  6. Einige würden auch nach der Sonne schlagen, sie sie beleidigte.

    Herman Melville

  7. Frage nicht, was der Staat für dich tut, frage dich, was du für den Staat tust.

    Alfred Adler

  8. Wer uns nicht loben kann, der schimpft uns nicht.

    Karl Wilhelm Ramler

  9. Macht bedeutet die Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.

    Max Weber

  10. Sehr scharf wird da und dort das Strebertum verurteilt, zumal von Strebern.

    Otto Weiss

  11. Wenn man seiner Kunst lebt, wie kann das Müßigang heißen?

    Adolf von Wilbrandt

  12. Es ist bedauerlich, dass man unter den Menschenrechten das Recht vergessen hat, sich selbst zu widersprechen.

    Charles Baudelaire

  13. Einige Leute murren immer, weil Rosen Dornen haben; ich bin dankbar, dass Dornen Rosen haben.

    Alphonse Karr

  14. Der Weg zur Vollkommenheit und zu jedem Fortschritt ist fortwährende Selbstkritik.

    Arnold Böcklin

  15. Lust ist noch nicht Talent und Talent noch nicht Kunst.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  16. Die Minderwertigen erkennt man immer daran, dass sie alles besser wissen.

    Heinrich Lhotzky

  17. Es gibt vier Typen von Menschen in der Welt: die Liebenden, die Opportunisten, die Zuschauer und die Schwachsinnigen. Die letzteren sind die Glücklichsten.

    Hippolyte Taine

  18. Wenn wir die Menschen nicht zurechtschelten können, können wir sie oft zurechtlieben

    James Hudson Taylor

  19. Wenn die Leute sich nur halb so viel Rechenschaft über ihr eigenes Leben geben wollten, als über das Leben der anderen, so würden sie sich des Ratgebens meist enthalten.

    Fanny Lewald

  20. Was zu Unrecht allgemeine Ablehnung erfährt, kehrt meist unter neuer Bezeichnung wieder.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  21. Es gibt eine gehässige, ungehobelte Art zu tadeln und Kritik zu üben, womit nichts gewonnen, niemand gebessert, nur die Absicht, wehe zu tun, erreicht wird. Es gibt aber auch eine andere, geistreiche, …

    Rahel Varnhagen von Ense

  22. Nachsicht gewährt der Tadel den Raben und peinigt die Tauben.

    Juvenal

  23. Nichts zeugt von größerer Bildung, als grobes Schelten ruhig zu ertragen. Wenn der Gescholtene gar nicht so tut, als ob er gescholten wird, dann ist der Scheltende der Gescholtene

    Philemon

  24. Es ist eine ärgerliche Sorte von Köpfen, welche widersprechen, ehe sie begriffen haben.

    August Pauly

  25. Die Begeisterungen der Dichter und Künstler sind von jeher der Welt ein großer Anstoss und Gegenstand des Streites gewesen.

    Wilhelm Heinrich Wackenroder

  26. Freundschaft erlaubt einem nicht automatisch, dem anderen unangenehme Dinge zu sagen. Je näher man einem Menschen ist, desto wichtiger werden Taktgefühl und Höflichkeit.

    Oliver Wendell Holmes

  27. Die Kritik folgt den Schöpfungen des Geistes wie der Schatten unserem Körper. Sie hat wenig Nutzen, da die meisten Kritiker ganz unzulänglich sind.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix