Sprüche über Kritik
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Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.
Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.
Wir sind leicht bereit, uns selbst zu tadeln. Unter der Bedingung, dass niemand einstimmt
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert.
— Sören Kierkegaard
Niemand tadelt uns so scharf, wie wir uns oft selbst verurteilen
— Marquis de Vauvenargues
Wenn eine Mutter zwei Kinder hat, so ist eine Sau dabei.
Es ist die politische Halbkultur, welche die Revolutionen und deren Ideen erzeugte, und die sie hält und pflegt. Die politische Einfalt und die politische Vollbildung sind überall gegen die Ideen der …
— Friedrich Julius Stahl
Stärke und Erfolg stehen über der Moral, über der Kritik.
— John Steinbeck
Gegen einen matten, von tausend Rücksichten gelähmten, kaum noch vorhandenen Entschluß ist oft der Schein des Widerstandes genug.
— Carl Philipp Gottfried von Clausewitz
Schläge von einem Freund sind wie das Essen von Rosinen
Liebe kritisiert nie – sie nimmt das Gute, wie's kömmt, und entschuldigt das Böse ohne Vorbedacht.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Das ist die klarste Kritik der Welt, wenn neben das, was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt
— Franz Emanuel August Geibel
Wer mich tadelt, gibt zu erkennen, dass etwas Gutes in mir sei.
— Friedrich von Logau
Kinder brauchen eher das Vorbild als die Kritik.
— Joseph Joubert
Tadeln ist leicht, deshalb versuchen sich so viele darin... Mit Verstand loben ist schwer, darum tun es so wenige.
— Anselm Feuerbach
Tadle nicht und rühme dich nicht, bis anderthalb Jahre verflossen sind.
Wenn die Schafe blöken, fällt ihnen das Futter aus dem Maule.
Der echte Revolutionär rebelliert nicht gegen Mißbräuche, sondern gegen Bräuche.
— José Ortega y Gasset
Der Rabe hat der Krähe nichts vorzuwerfen.
Hast du einen Sautrog umgestoßen, so richt ihn nicht wieder auf.
Wo viel Säue sind, wird das Gespül dünn.
Unter dreien ist immer eine Sau.
Je schlimmer die Sau, desto besser die Eicheln.
Ein Schaf ist wohl fromm, es grast aber genau.
Es ist ein faules Schaf, das die Wolle nicht tragen mag.
Viel Schweine machen den Trunk dünn.
Den Vogel kennt man am Gesang, den Hafen an dem Klang, den Esel an den Ohren und am Gesang den Toren.
Der Müller mit der Metzen, der Weber mit der Krätzen, der Schneider mit der Scher, wo kommt ihr Diebe her?
Übler Pförtner, der alles einlässt.
Der herbste Tadel lässt sich ertragen, wenn man fühlt, dass derjenige, der tadelt, lieber loben würde.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Auf die Feinde muss man wohl Acht haben, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.
— Diogenes Laertius
Tadeln können zwar die Toren, aber klüger handeln nicht.
— August Friedrich Langbein
Den Tadel der Menschen nahm ich solange gerne an, bis ich einmal darauf achtete, wen sie lobten.
— Walter Rathenau
Der Irrtum ist, Charakter sei keinen Widerspruch in sich selbst zu dulden.
— Hermann Bahr
Die Kritik gleicht einer Bürste. Bei allzu leichten Stoffen darf man sie nicht verwenden; denn sonst bliebe nichts mehr übrig.
— Honoré de Balzac
Die Predigten sind Kehrbesen, die den Unrat von acht Tagen aus den Herzen der Zuhörer herausfegen.
— Jean Paul
Das Gleiche läßt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer fällt ein Urteil oder kennt den Sachverhalt, bevor er beide Teile klar vernommen hat?
— Euripides
Wenn man die Verteidigung nicht widerlegen kann, tadelt man die Art derselben
— Joseph Joubert
Alle Dinge sind an sich selbst widersprechend. Der Widerspruch aber ist die Wurzel aller Bewegung und Lebendigkeit.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Gedanken leben ebenso von der Bestätigung wie vom Widerspruch
— Stefan Zweig
Das Vorurteil ist die bequemste Art der Kritik, aber sie ist das Talent des Pöbels.
— Daniel Spitzer
Das Publikum soll streng sein, soll pfeifen - aber sein Beifall soll mich zu nichts verpflichten.
— Giuseppe Verdi
Fürchtet Lob mehr als Tadel! Einer, der euch tadelt, hat sicherlich mehr Ursache dazu als einer, der euch lobt.
— Niccolò Tommaseo
Einer, der sich selbst krümmt, kann andere nicht gerade machen.
Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Gesamtstimme des Publikums beinahe immer gerecht sei.
— Karl Maria von Weber
Mäkeln und Tadeln ist bei vielen der Trost für ungenügendes Verständnis."
— Anselm Feuerbach
Auf die Gegner muss man wohl achten, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.
— Antisthenes
Niemand kann für eine Sache kämpfen, ohne sich Feinde zu machen.
— Johann Jakob Engel
Bornierten Menschen sollte man nicht widersprechen. Widerspruch ist immerhin ein Zeichen von Anerkennung.
— Richard von Schaukal
Kein Mensch kann einen anderen gerecht tadeln oder verdammen, denn kein Mensch kann einen anderen richtig kennen.
— Thomas Browne
In vollen Zügen trinken wir die schmeichelnde Lüge, aber nur tropfenweise schlucken wir die bittere Wahrheit hinunter.
— Denis Diderot
Tadel ist dem Künstler weit nützlicher als Lob: wer vom Tadel zu Grunde geht, war dieses Unterganges wert. Nur wen er fördert, hat die wahre innere Existenzberechtigung.
— Richard Wagner
Es ist unklug, zu verteidigen, was man ohnehin aufgeben muss.
— Nicolaus Machiavelli
Wahrheit leidet oft mehr durch den Übereifer ihrer Verteidiger als durch die Argumente ihrer Gegner.
— William Penn
Die Gegner des Witzes sind die, denen er fehlt.
— Guy de Maupassant
Bloßes Kritisieren bescheinigt Inkompetenz.
— Hans Apel
Du hast einen Menschen nicht überzeugt, nur weil du ihn zum Schweigen gebracht hast.
— John Morley of Blackburn
Man kann einen kleinen Mund und doch ein großes Maul haben
— Peter Sirius
Die bittersten Vorwürfe sind die, die man uns nur fühlen lässt.
— Peter Sirius
Wie mag man tugendhaft und gerecht leben? Wenn man selbst nicht tut, was man an andern tadelt!
— Thales von Milet
In dem, worüber du einen anderen zurechtweisest, sei selbst tadellos; denn das Beispiel ist weit wirksamer als die Lehre.
— Richard Rothe