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Sprüche über Kritik

207 Sprüche — Seite 3

Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.

Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.

  1. Wir sind leicht bereit, uns selbst zu tadeln. Unter der Bedingung, dass niemand einstimmt

    Marie von Ebner-Eschenbach

  2. Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert.

    Sören Kierkegaard

  3. Niemand tadelt uns so scharf, wie wir uns oft selbst verurteilen

    Marquis de Vauvenargues

  4. Wenn eine Mutter zwei Kinder hat, so ist eine Sau dabei.

  5. Es ist die politische Halbkultur, welche die Revolutionen und deren Ideen erzeugte, und die sie hält und pflegt. Die politische Einfalt und die politische Vollbildung sind überall gegen die Ideen der …

    Friedrich Julius Stahl

  6. Stärke und Erfolg stehen über der Moral, über der Kritik.

    John Steinbeck

  7. Gegen einen matten, von tausend Rücksichten gelähmten, kaum noch vorhandenen Entschluß ist oft der Schein des Widerstandes genug.

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  8. Schläge von einem Freund sind wie das Essen von Rosinen

  9. Liebe kritisiert nie – sie nimmt das Gute, wie's kömmt, und entschuldigt das Böse ohne Vorbedacht.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  10. Das ist die klarste Kritik der Welt, wenn neben das, was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt

    Franz Emanuel August Geibel

  11. Wer mich tadelt, gibt zu erkennen, dass etwas Gutes in mir sei.

    Friedrich von Logau

  12. Kinder brauchen eher das Vorbild als die Kritik.

    Joseph Joubert

  13. Tadeln ist leicht, deshalb versuchen sich so viele darin... Mit Verstand loben ist schwer, darum tun es so wenige.

    Anselm Feuerbach

  14. Tadle nicht und rühme dich nicht, bis anderthalb Jahre verflossen sind.

  15. Wenn die Schafe blöken, fällt ihnen das Futter aus dem Maule.

  16. Der echte Revolutionär rebelliert nicht gegen Mißbräuche, sondern gegen Bräuche.

    José Ortega y Gasset

  17. Der Rabe hat der Krähe nichts vorzuwerfen.

  18. Hast du einen Sautrog umgestoßen, so richt ihn nicht wieder auf.

  19. Wo viel Säue sind, wird das Gespül dünn.

  20. Unter dreien ist immer eine Sau.

  21. Je schlimmer die Sau, desto besser die Eicheln.

  22. Ein Schaf ist wohl fromm, es grast aber genau.

  23. Es ist ein faules Schaf, das die Wolle nicht tragen mag.

  24. Viel Schweine machen den Trunk dünn.

  25. Den Vogel kennt man am Gesang, den Hafen an dem Klang, den Esel an den Ohren und am Gesang den Toren.

  26. Der Müller mit der Metzen, der Weber mit der Krätzen, der Schneider mit der Scher, wo kommt ihr Diebe her?

  27. Übler Pförtner, der alles einlässt.

  28. Der herbste Tadel lässt sich ertragen, wenn man fühlt, dass derjenige, der tadelt, lieber loben würde.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  29. Auf die Feinde muss man wohl Acht haben, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.

    Diogenes Laertius

  30. Tadeln können zwar die Toren, aber klüger handeln nicht.

    August Friedrich Langbein

  31. Den Tadel der Menschen nahm ich solange gerne an, bis ich einmal darauf achtete, wen sie lobten.

    Walter Rathenau

  32. Der Irrtum ist, Charakter sei keinen Widerspruch in sich selbst zu dulden.

    Hermann Bahr

  33. Die Kritik gleicht einer Bürste. Bei allzu leichten Stoffen darf man sie nicht verwenden; denn sonst bliebe nichts mehr übrig.

    Honoré de Balzac

  34. Die Predigten sind Kehrbesen, die den Unrat von acht Tagen aus den Herzen der Zuhörer herausfegen.

    Jean Paul

  35. Das Gleiche läßt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.

    Johann Wolfgang von Goethe

  36. Wer fällt ein Urteil oder kennt den Sachverhalt, bevor er beide Teile klar vernommen hat?

    Euripides

  37. Wenn man die Verteidigung nicht widerlegen kann, tadelt man die Art derselben

    Joseph Joubert

  38. Alle Dinge sind an sich selbst widersprechend. Der Widerspruch aber ist die Wurzel aller Bewegung und Lebendigkeit.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  39. Gedanken leben ebenso von der Bestätigung wie vom Widerspruch

    Stefan Zweig

  40. Das Vorurteil ist die bequemste Art der Kritik, aber sie ist das Talent des Pöbels.

    Daniel Spitzer

  41. Das Publikum soll streng sein, soll pfeifen - aber sein Beifall soll mich zu nichts verpflichten.

    Giuseppe Verdi

  42. Fürchtet Lob mehr als Tadel! Einer, der euch tadelt, hat sicherlich mehr Ursache dazu als einer, der euch lobt.

    Niccolò Tommaseo

  43. Einer, der sich selbst krümmt, kann andere nicht gerade machen.

  44. Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Gesamtstimme des Publikums beinahe immer gerecht sei.

    Karl Maria von Weber

  45. Mäkeln und Tadeln ist bei vielen der Trost für ungenügendes Verständnis."

    Anselm Feuerbach

  46. Auf die Gegner muss man wohl achten, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.

    Antisthenes

  47. Niemand kann für eine Sache kämpfen, ohne sich Feinde zu machen.

    Johann Jakob Engel

  48. Bornierten Menschen sollte man nicht widersprechen. Widerspruch ist immerhin ein Zeichen von Anerkennung.

    Richard von Schaukal

  49. Kein Mensch kann einen anderen gerecht tadeln oder verdammen, denn kein Mensch kann einen anderen richtig kennen.

    Thomas Browne

  50. In vollen Zügen trinken wir die schmeichelnde Lüge, aber nur tropfenweise schlucken wir die bittere Wahrheit hinunter.

    Denis Diderot

  51. Tadel ist dem Künstler weit nützlicher als Lob: wer vom Tadel zu Grunde geht, war dieses Unterganges wert. Nur wen er fördert, hat die wahre innere Existenzberechtigung.

    Richard Wagner

  52. Es ist unklug, zu verteidigen, was man ohnehin aufgeben muss.

    Nicolaus Machiavelli

  53. Wahrheit leidet oft mehr durch den Übereifer ihrer Verteidiger als durch die Argumente ihrer Gegner.

    William Penn

  54. Die Gegner des Witzes sind die, denen er fehlt.

    Guy de Maupassant

  55. Bloßes Kritisieren bescheinigt Inkompetenz.

    Hans Apel

  56. Du hast einen Menschen nicht überzeugt, nur weil du ihn zum Schweigen gebracht hast.

    John Morley of Blackburn

  57. Man kann einen kleinen Mund und doch ein großes Maul haben

    Peter Sirius

  58. Die bittersten Vorwürfe sind die, die man uns nur fühlen lässt.

    Peter Sirius

  59. Wie mag man tugendhaft und gerecht leben? Wenn man selbst nicht tut, was man an andern tadelt!

    Thales von Milet

  60. In dem, worüber du einen anderen zurechtweisest, sei selbst tadellos; denn das Beispiel ist weit wirksamer als die Lehre.

    Richard Rothe