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Sprüche über Gerechtigkeit

217 Sprüche — Seite 4

Kaum ein Begriff wird so oft beschworen und so schwer eingelöst wie die Gerechtigkeit. Sie betrifft Verteilung, Urteil, Anerkennung und die tiefe menschliche Erwartung, dass Maßstäbe nicht bloß nach Macht, sondern nach Recht und Würde gesetzt werden. Darum gehört dieses Thema zu den großen moralischen Fragen jeder Gemeinschaft.

Ihre Schwierigkeit liegt darin, dass Gerechtigkeit mehr verlangt als bloße Regelanwendung. Sie braucht Gewissen, Augenmaß und den ernsthaften Willen, dem Einzelnen und dem Ganzen zugleich gerecht zu werden.

  1. Es geht nicht wie bei der Äpfelfrau, dass man sich den Dicksten heraussucht

  2. Kleine Diebe hängt man ins Feld, die großen ins Geld.

  3. Kleine Diebe hängt man, vor großen zieht man den Hut ab

  4. Ein Dieb ist nirgends besser als am Galgen.

  5. Die Finsternis sei noch so dicht, dem Lichte widersteht sie nicht

  6. Der ewige Frieden ist auf dem Kirchhofe

  7. Kinder sind immer egoistisch und die Sache ist die und kommt dadurch wieder in Ordnung, dass ihnen die eigenen Kinder später auch eine tüchtige Nuss zu knacken geben.

    Theodor Fontane

  8. Gerechtigkeit ist die Versicherung, die auf unserem Leben und auf dem Vermögen ruht. Gehorsam ist die Prämie, die wir dafür bezahlen.

    William Penn

  9. Wenn du einen Menschen beurteilst, so beurteile ihn so, wie er war, als du ihn am meisten liebtest.

    Jens Peter Jacobsen

  10. Gerechtigkeit ist eine Maschine, die sich von selbst bewegt, sobald man sie einmal angestoßen hat.

    John Galsworthy

  11. Nicht darin besteht die objektive Gerechtigkeit, dass der Gute, sondern dass das Gute gedeihe, nicht darin, dass der Böse, sondern dass das Böse scheitere.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  12. Wer den ersten Gedanken der Gerechtigkeit hatte, war ein göttlicher Mensch, aber noch göttlicher wird der sein, der ihn wirklich ausführt.

    Johann Gottfried Seume

  13. Immer gewinnt man das rechte Maß zum Handeln, wenn man sich selbst in die Lage des anderen versetzt

  14. Wie mag man tugendhaft und gerecht leben? Wenn man selbst nicht tut, was man an andern tadelt!

    Thales von Milet

  15. Selbst einem gerechten Mandarin fällt es schwer, einen Familienstreit zu schlichten.

  16. Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung.

    Gerard de Nerval

  17. Die Menschenrechte haben kein Geschlecht.

    Hedwig Dohm

  18. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Gerechtigkeit. Selbsterkenntnis ist die erste Pflicht – gegen die anderen.

    Anton Wildgans

  19. Die Philosophie schweigt, wo die Gerechtigkeit den Verstand verliert

    Denis Diderot

  20. Wer im Leben keine Richter hat, dem zahlt der Tod seine Missetat.

    Georg Rollenhagen

  21. Die Gerechtigkeit hat den Vorrang vor der Wohltätigkeit.

    Herbert Spencer

  22. Die Rachsucht ist die Gerechtigkeit der Gemeinen.

    Hermann Stehr

  23. Seid stolz dem Bösen gegenüber und demütig im Guten, standhaft in der Erfüllung des Rechten und furchtsam vor dem Antlitz der Gerechtigkeit.

    Hermann Stehr

  24. Man soll frei sein, aber man soll gerecht und maßvoll sein.

    Alexandre Vinet

  25. In so manchen Staaten sind alle Bürger vor dem Gesetz gleich; vor dem Gesetz, nicht vor dem Gericht.

    Otto Weiss

  26. Oft ist bei Konflikten der eine Teil formell im Recht, der andere bloß tatsächlich.

    Otto Weiss

  27. Zu den gewandtesten Advokaten dieser Welt gehört das Gewissen.

    Otto Weiss

  28. Gar oft ist ohne Recht zerronnen, was ohne Recht man hat gewonnen.

    Bernhard Freidank

  29. Raum für alle hat die Erde, wer aber gibt jedem die ihm gebührende Zeit?

    Theodor Toeche-Mittler

  30. Je mächtiger man ist, desto eher ist man verpflichtet, gerecht zu sein, und stets bleibt Ehrlichkeit die vorteilhafteste Politik

    Hippolyte Taine

  31. Immer Gerechtigkeit für andere: Mut für uns selbst. Das sind zwei Tugenden, worin alle andern bestehen.

    Rahel Varnhagen von Ense

  32. Weisheit spannt den Willen ab und lässt ihn doch noch stark genug für das Rechte.

    August Pauly

  33. Was ist es doch Schönes und Heiliges um das Recht und wie schmutzig und verworren sind die Wege zu ihm!

    August Pauly

  34. Sei als Freund behutsam und gerecht, wer mit Misstrauen forscht, macht alles schlecht.

    Heinrich Martin

  35. Alle Belohnung muss bis zum Urheber gehen. Wenn der Urheber belohnt wird, so kann sich kein Fehler einschleichen.

    Lü Bu We

  36. Wer nicht imstande ist, Unrecht zu tun, muss sich daran gewöhnen, es zu erleiden.

    Luigi Pirandello

  37. Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch