Sprüche über Gerechtigkeit
217 Sprüche — Seite 3
Kaum ein Begriff wird so oft beschworen und so schwer eingelöst wie die Gerechtigkeit. Sie betrifft Verteilung, Urteil, Anerkennung und die tiefe menschliche Erwartung, dass Maßstäbe nicht bloß nach Macht, sondern nach Recht und Würde gesetzt werden. Darum gehört dieses Thema zu den großen moralischen Fragen jeder Gemeinschaft.
Ihre Schwierigkeit liegt darin, dass Gerechtigkeit mehr verlangt als bloße Regelanwendung. Sie braucht Gewissen, Augenmaß und den ernsthaften Willen, dem Einzelnen und dem Ganzen zugleich gerecht zu werden.
Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten wie die Beleidigten.
— Platon
Die Waage unterscheidet nicht zwischen Gold und Blei.
Gerechtigkeit geleite dich aus allen Irrgärten zuverlässig wie der Morgenstern. Ihre Kraft berge deine Seele und leuchte sie aus, damit das Morgenrot dich neu erfrischt.
Wer essen will, ohne sich auf die Kochkunst zu verstehen, wird über die dargereichten Speisen kein sicheres Urteil fällen können.
— Platon
Das Recht hat die merkwürdige Eigenschaft, dass man es behalten kann, ohne es zu haben.
— Joseph Unger
Wer Diebe fasst, soll auch die Beute fassen. Wer Ehebrecher fasst, soll immer beide fassen
Vergeltung ist eine Art wilder Gerechtigkeit.
— Francis Bacon
Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.
— Sully Prudhomme
Die Kinder sind unsere Richter von morgen, sind die Kritiker unserer Anschauungen und Taten, sind die Menschen, die in die Welt hinausgehen, um durch ihre Arbeit neue Lebensformen zu schaffen.
— Maxim Gorki
Man wird nur dadurch dem Menschen gerecht, dass man in jedem einzelnen einen neuen Menschen sieht
— Rudolf Steiner
Der heißeste Platz der Hölle ist für jene bestimmt, die in Zeiten der Krise neutral bleiben.
— Dante Alighieri
Wenn Du lange genug am Fluss sitzt, siehst Du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen
Wenn die Gerechtigkeit untergeht, hat es keinen Wert mehr, dass Menschen auf Erden leben.
— Immanuel Kant
Manche Richter sind so stolz auf ihre Unbestechlichkeit, dass sie darüber die Gerechtigkeit vergessen
— Oscar Wilde
Überall, wo Gewalt statt Rechts galt, ward die Gewalt niemals recht alt.
— Daniel Sanders
Die Strafe des Lügners ist nicht die, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern, dass er selbst niemandem mehr glauben kann.
— George Bernard Shaw
Gerechtigkeit ohne Stärke ist Ohnmacht, Stärke ohne Gerechtigkeit ist Tyrannei.
— Blaise Pascal
Was ist Ehre ohne Verdienst? Und was kann man gerechtes Verdienst nennen, wenn nicht das, was einen Menschen sowohl gut als groß macht?
— Daniel Defoe
Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler.
Nicht dem Menschen, der Gottheit nur geziemt die Rach' und Strafe.
— Christian Dietrich Grabbe
Wenn man nur bestimmte Werke der besten Dichter betrachtet, wird man sich versucht fühlen, sie gering zu achten. Um sie gerecht einzuschätzen, muss man alles lesen.
— Marquis de Vauvenargues
Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.
Männern ihre Rechte und nicht mehr; Frauen ihre Rechte und nicht weniger.
— Susan Brownell Anthony
Wer vieles wagt, ist bei den Menschen im Recht. Wer auf das meiste spucken kann, der ist ihr Gesetzgeber, und wer am meisten wagt, genießt die meisten Rechte!
— Fjodor M. Dostojewski
Wahlen sind manchmal die Rache des Bürgers. Der Stimmzettel ist ein Dolch aus Papier
— David Lloyd George
Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muß lange Stiefel haben.
— Wilhelm Busch
Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muss lange Stiefel haben. Habt ihr welche? Habe ich welche? Ach meine Lieben! Lasset uns mit den Köpfen schütteln!
— Wilhelm Busch
Passbilder sind die Rache der Photographen.
— Joachim Ringelnatz
Übt Vorsicht, Menschen, dass nicht Unheil stiften vorschnelle Urteilssprüche
— Dante Alighieri
Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nur möglich, wenn die Frau sich unterordnet.
— Martial
Nur die allergescheitesten Leute benützen ihren Scharfsinn zur Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Das Schönste ist, gerecht zu sein, das Beste ist Gesundheit, das Angenehmste, wenn man immer erreicht, was man will.
— Sophokles
Frieden ist nicht Abwesenheit vom Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.
— Baruch de Spinoza
Junggesellen sollten hohe Steuern zahlen. Es ist nicht gerecht, dass einige Männer glücklicher sein sollen als andere.
— Oscar Wilde
Ein Dieb ist nirgends besser als am Galgen
Wo der Zorn den Richter macht, hat Gerechter schon verspielt, Weil der Zorn nicht auf das Recht, sondern auf die Rache zielt.
— Friedrich von Logau
Was recht ist, hat Gott lieb: Wer eine Geiß stiehlt, ist kein Bocksdieb.
Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.
Ein Schaf ist wohl fromm, es grast aber genau.
Es ist nicht not, dass man die Schafe frage, die Wolle gilt!
Man soll die Schafe scheren, aber nicht rupfen.
Ein guter Hirte schiert seine Schafe, ein übler zieht ihnen das Fell ab.
Richter sollen zwei gleiche Ohren haben.
Sieh dir nicht an, wie Diebe ihr Mahl verzehren, sondern wie sie ihre Strafe erleiden.
Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist.
— Charles-Louis de Montesquieu
Man lese ein Buch, und lasse es auf sich einwirken, gebe sich dieser Einwirkung hin, so wird man zum richtigen Urteil darüber kommen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Unbestechlichkeit ist nicht an Regeln gebunden.
— Albert Camus
Gerechtigkeit ist Wahrheit in Aktion.
— Joseph Joubert
Juristen sind wie Schuster, die zerren mit den Zähnen das Leder; sie die Rechte, dass sie müssen dehnen.
— Friedrich von Logau
Wer fällt ein Urteil oder kennt den Sachverhalt, bevor er beide Teile klar vernommen hat?
— Euripides
Wenn wir gerechter wären, würden wir zugeben, dass jedes Leben mehr frohe als trübe Sekunden gehabt hat.
— Carl Ludwig Schleich
Gerechtigkeit gibt jedem das Seine, maßt sich nicht Fremdes an und setzt den eigenen Vorteil zurück, wo es gilt, das Wohl des Ganzen zu wahren.
— Ambrosius
Der Gerechtigkeit kommt an sich kein Sinn zu, vielmehr ist sie nur ein im gegenseitigen Verkehr in beliebigen Erdgegenden getroffenes Übereinkommen zur Verhütung gegenseitiger Schädigung.
— Epikur
Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Gesamtstimme des Publikums beinahe immer gerecht sei.
— Karl Maria von Weber
Kein Mensch kann einen anderen gerecht tadeln oder verdammen, denn kein Mensch kann einen anderen richtig kennen.
— Thomas Browne
Ein Advokat und ein Wagenrad wollen geschmiert sein.
Was man nicht kann ändern, das muss man lassen schlendern.
Was einem zu weit ist, ist dreien zu eng und nur zweien gerecht
Vorurteil! Das Wort ist nicht übel, wollte nur das Urteil nachkommen.
— Peter Hille