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Sprüche über Gerechtigkeit

217 Sprüche — Seite 3

Kaum ein Begriff wird so oft beschworen und so schwer eingelöst wie die Gerechtigkeit. Sie betrifft Verteilung, Urteil, Anerkennung und die tiefe menschliche Erwartung, dass Maßstäbe nicht bloß nach Macht, sondern nach Recht und Würde gesetzt werden. Darum gehört dieses Thema zu den großen moralischen Fragen jeder Gemeinschaft.

Ihre Schwierigkeit liegt darin, dass Gerechtigkeit mehr verlangt als bloße Regelanwendung. Sie braucht Gewissen, Augenmaß und den ernsthaften Willen, dem Einzelnen und dem Ganzen zugleich gerecht zu werden.

  1. Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten wie die Beleidigten.

    Platon

  2. Die Waage unterscheidet nicht zwischen Gold und Blei.

  3. Gerechtigkeit geleite dich aus allen Irrgärten zuverlässig wie der Morgenstern. Ihre Kraft berge deine Seele und leuchte sie aus, damit das Morgenrot dich neu erfrischt.

  4. Wer essen will, ohne sich auf die Kochkunst zu verstehen, wird über die dargereichten Speisen kein sicheres Urteil fällen können.

    Platon

  5. Das Recht hat die merkwürdige Eigenschaft, dass man es behalten kann, ohne es zu haben.

    Joseph Unger

  6. Wer Diebe fasst, soll auch die Beute fassen. Wer Ehebrecher fasst, soll immer beide fassen

  7. Vergeltung ist eine Art wilder Gerechtigkeit.

    Francis Bacon

  8. Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.

    Sully Prudhomme

  9. Die Kinder sind unsere Richter von morgen, sind die Kritiker unserer Anschauungen und Taten, sind die Menschen, die in die Welt hinausgehen, um durch ihre Arbeit neue Lebensformen zu schaffen.

    Maxim Gorki

  10. Man wird nur dadurch dem Menschen gerecht, dass man in jedem einzelnen einen neuen Menschen sieht

    Rudolf Steiner

  11. Der heißeste Platz der Hölle ist für jene bestimmt, die in Zeiten der Krise neutral bleiben.

    Dante Alighieri

  12. Wenn Du lange genug am Fluss sitzt, siehst Du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen

  13. Wenn die Gerechtigkeit untergeht, hat es keinen Wert mehr, dass Menschen auf Erden leben.

    Immanuel Kant

  14. Manche Richter sind so stolz auf ihre Unbestechlichkeit, dass sie darüber die Gerechtigkeit vergessen

    Oscar Wilde

  15. Überall, wo Gewalt statt Rechts galt, ward die Gewalt niemals recht alt.

    Daniel Sanders

  16. Die Strafe des Lügners ist nicht die, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern, dass er selbst niemandem mehr glauben kann.

    George Bernard Shaw

  17. Gerechtigkeit ohne Stärke ist Ohnmacht, Stärke ohne Gerechtigkeit ist Tyrannei.

    Blaise Pascal

  18. Was ist Ehre ohne Verdienst? Und was kann man gerechtes Verdienst nennen, wenn nicht das, was einen Menschen sowohl gut als groß macht?

    Daniel Defoe

  19. Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler.

  20. Nicht dem Menschen, der Gottheit nur geziemt die Rach' und Strafe.

    Christian Dietrich Grabbe

  21. Wenn man nur bestimmte Werke der besten Dichter betrachtet, wird man sich versucht fühlen, sie gering zu achten. Um sie gerecht einzuschätzen, muss man alles lesen.

    Marquis de Vauvenargues

  22. Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.

  23. Männern ihre Rechte und nicht mehr; Frauen ihre Rechte und nicht weniger.

    Susan Brownell Anthony

  24. Wer vieles wagt, ist bei den Menschen im Recht. Wer auf das meiste spucken kann, der ist ihr Gesetzgeber, und wer am meisten wagt, genießt die meisten Rechte!

    Fjodor M. Dostojewski

  25. Wahlen sind manchmal die Rache des Bürgers. Der Stimmzettel ist ein Dolch aus Papier

    David Lloyd George

  26. Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muß lange Stiefel haben.

    Wilhelm Busch

  27. Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muss lange Stiefel haben. Habt ihr welche? Habe ich welche? Ach meine Lieben! Lasset uns mit den Köpfen schütteln!

    Wilhelm Busch

  28. Passbilder sind die Rache der Photographen.

    Joachim Ringelnatz

  29. Übt Vorsicht, Menschen, dass nicht Unheil stiften vorschnelle Urteilssprüche

    Dante Alighieri

  30. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nur möglich, wenn die Frau sich unterordnet.

    Martial

  31. Nur die allergescheitesten Leute benützen ihren Scharfsinn zur Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst

    Marie von Ebner-Eschenbach

  32. Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  33. Das Schönste ist, gerecht zu sein, das Beste ist Gesundheit, das Angenehmste, wenn man immer erreicht, was man will.

    Sophokles

  34. Frieden ist nicht Abwesenheit vom Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.

    Baruch de Spinoza

  35. Junggesellen sollten hohe Steuern zahlen. Es ist nicht gerecht, dass einige Männer glücklicher sein sollen als andere.

    Oscar Wilde

  36. Ein Dieb ist nirgends besser als am Galgen

  37. Wo der Zorn den Richter macht, hat Gerechter schon verspielt, Weil der Zorn nicht auf das Recht, sondern auf die Rache zielt.

    Friedrich von Logau

  38. Was recht ist, hat Gott lieb: Wer eine Geiß stiehlt, ist kein Bocksdieb.

  39. Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.

  40. Ein Schaf ist wohl fromm, es grast aber genau.

  41. Es ist nicht not, dass man die Schafe frage, die Wolle gilt!

  42. Man soll die Schafe scheren, aber nicht rupfen.

  43. Ein guter Hirte schiert seine Schafe, ein übler zieht ihnen das Fell ab.

  44. Richter sollen zwei gleiche Ohren haben.

  45. Sieh dir nicht an, wie Diebe ihr Mahl verzehren, sondern wie sie ihre Strafe erleiden.

  46. Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist.

    Charles-Louis de Montesquieu

  47. Man lese ein Buch, und lasse es auf sich einwirken, gebe sich dieser Einwirkung hin, so wird man zum richtigen Urteil darüber kommen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  48. Unbestechlichkeit ist nicht an Regeln gebunden.

    Albert Camus

  49. Gerechtigkeit ist Wahrheit in Aktion.

    Joseph Joubert

  50. Juristen sind wie Schuster, die zerren mit den Zähnen das Leder; sie die Rechte, dass sie müssen dehnen.

    Friedrich von Logau

  51. Wer fällt ein Urteil oder kennt den Sachverhalt, bevor er beide Teile klar vernommen hat?

    Euripides

  52. Wenn wir gerechter wären, würden wir zugeben, dass jedes Leben mehr frohe als trübe Sekunden gehabt hat.

    Carl Ludwig Schleich

  53. Gerechtigkeit gibt jedem das Seine, maßt sich nicht Fremdes an und setzt den eigenen Vorteil zurück, wo es gilt, das Wohl des Ganzen zu wahren.

    Ambrosius

  54. Der Gerechtigkeit kommt an sich kein Sinn zu, vielmehr ist sie nur ein im gegenseitigen Verkehr in beliebigen Erdgegenden getroffenes Übereinkommen zur Verhütung gegenseitiger Schädigung.

    Epikur

  55. Die Erfahrung hat gelehrt, dass die Gesamtstimme des Publikums beinahe immer gerecht sei.

    Karl Maria von Weber

  56. Kein Mensch kann einen anderen gerecht tadeln oder verdammen, denn kein Mensch kann einen anderen richtig kennen.

    Thomas Browne

  57. Ein Advokat und ein Wagenrad wollen geschmiert sein.

  58. Was man nicht kann ändern, das muss man lassen schlendern.

  59. Was einem zu weit ist, ist dreien zu eng und nur zweien gerecht

  60. Vorurteil! Das Wort ist nicht übel, wollte nur das Urteil nachkommen.

    Peter Hille