354 Sprüche — Seite 5
Was den Menschen innerlich schützt und ihm einen Ort des Vertrauens schenkt, wird oft als Geborgenheit empfunden. Sie entsteht aus Nähe, Verlässlichkeit und dem Gefühl, nicht ständig um Anerkennung oder Sicherheit kämpfen zu müssen. Darum zählt dieses Thema zu den tiefsten Bedürfnissen des menschlichen Herzens.
Ihre Kraft zeigt sich besonders in unruhigen Zeiten, wenn das Äußere keinen Halt mehr bietet. Die Sprüche zu diesem Thema geben jener stillen Wärme eine Sprache, in der Vertrauen, Nähe und seelische Sicherheit zusammenfinden.
Der Arme kennt seine Verwandten besser als der Reiche
Für den Dahingeschiedenen bedeutet der Tod Frieden, die Gewissheit ewiger Glückseligkeit, unwandelbare Geborgenheit.
— Charles de Foucauld
Liebende Menschen können manches entbehren, weil sie nichts entbehren.
Kein Mensch kann sich ohne sein Einverständnis wohlfühlen
— Mark Twain
"Bleib" ist ein charmantes Wort im Vokabular eines Freundes
— Louisa May Alcott
Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?
Lieben heißt, unser Glück in das Glück eines anderen zu legen.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Intakte Familien sind Festungen mit vielen Fenstern und Türen zur Außenwelt.
Gewiß ist die Klage über die Einsamkeit Ausdruck einer Sehnsucht, ihr zu entrinnen.
— Ernst Thälmann
Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten Tag und Nacht, wohin du auch gehst.
Möge dein Dach nie einfallen und mögen die, die darunter wohnen, nie Streit bekommen.
Die beste Amme ersetzt keine Mutter
Lass die Winde stürmen auf des Lebens Bahn, ob sie Wogen türmen gegen deinen Kahn: Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht: Gott ist dein Begleiter, er verläßt dich nicht.
Das Beste, was der Mensch für einen anderen tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist.
— Adalbert Stifter
Der Gott muss in den Liebenden sein, ihre Umarmung ist eigentlich seine Umschließung, die sie in demselben Augenblicke gemeinschaftlich fühlen, und hernach auch wollen.
— Friedrich Schleiermacher
Das ist's, warum's sich leben läßt trotz alledem auf dieser Erden: Die ganze Welt ist nur ein Nest, doch jedes Nest kann eine Welt Dir werden.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Der Mensch liebt die Gesellschaft - und sollte es nur die eines brennenden Kerzchens sein
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Welt zerstreut oder engt dich ein, musst in dir selbst zu Hause sein. Der wird von Unrast nicht verschont, der bei sich selbst zur Miete wohnt.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren
— Theodor W. Adorno
Die Familie ist die älteste aller Gemeinschaften und die einzige natürliche
— Jean-Jacques Rousseau