290 Sprüche — Seite 7
In kaum einem anderen Raum verdichten sich Nähe, Herkunft, Pflicht, Liebe und Konflikt so stark wie in der Familie. Hier werden Menschen geprägt, getragen, enttäuscht und geborgen, oft ein Leben lang. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten und widersprüchlichsten Erfahrungen menschlicher Verbundenheit.
Ihr Wert liegt nicht in Vollkommenheit, sondern in Verlässlichkeit, Zusammenhalt und gelebter Verantwortung. Familie bleibt für viele der erste Ort von Zugehörigkeit und der Maßstab, an dem Nähe, Vertrauen und Erinnerung ihre besondere Form gewinnen.
Gut verheiratet, wer keine Schwiegermutter oder Schwägerin hat.
Was der Mutter ans Herz geht, das geht dem Vater nur an die Knie.
— Horatio Nelson
Solang die Schwiegermutter lebt, solang, Hausfriede, lebe wohl!
— Juvenal
So nah sich Brüder sind, Besitz und Vorteil halten sie auseinander.
Ich habe kein Ehepaar kennengelernt, in dessen Leben es noch nie eine Revolution gegeben hat.
— John Knittel
Mütter lieben Töchter, aber Söhne noch viel mehr.
Die Liebe ist verschieden; der eine liebt die Mutter, der andere die Tochter und der dritte alle beide.
Gesinnung vererben gilt mehr als Gut hinterlassen.
— Theodor Toeche-Mittler
Der Erwachsene achtet auf Taten, das Kind auf Liebe.
Wahrhaft ungütig sind wir nur gegen Menschen, von denen wir wissen, dass sie uns niemals verloren gehen können.
— Arthur Schnitzler
So eng auch Freundschaft, Liebe und Ehe Menschen verbinden: Ganz ehrlich meint jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit seinem Kinde.
— Arthur Schopenhauer
Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er wird dich nicht verlassen.
Ich möchte dem Schicksal des Baumes entgehen, der erst kurz vor seinem Tod "Bruder" genannt wird
Inneres Glück blüht nicht auf der Gasse, sondern im Herzen und in der Familie.
Mach einen Freund nicht einem Bruder gleich, doch wenn, tu ihm als Erster nicht ein Unrecht an.
Liebe der Eltern flackert nicht umher wie die Liebe junger Herzen, sie sitzt tief und bleibt beständig, und wenn sie auch einmal in den Winkel gestampft wird, so bricht sie immer wieder hervor.
— Gustav Freytag
Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit.
— Berthold Auerbach
Das gibt sich, sagen schwache Eltern von den Fehlern ihrer Kinder. Oh nein! Es gibt sich nicht. Es entwickelt sich.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Das ist die undankbare Stellung des Vaters in der Familie. Aller Versorger, aller Feind.
— August Strindberg
Und ein scharfsichtiger Fremder, der in ein Haus tritt, bemerkt oft gleich, was der Hausherr aus Nachsicht, Gewohnheit oder Gutmütigkeit übersieht oder ignoriert.
— Johann Wolfgang von Goethe