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Sprüche über Emotion

322 Sprüche — Seite 4

Was den Menschen erschüttert, trägt, anzieht oder abstößt, zeigt sich in der Welt der Emotion. Sie verleiht Erfahrungen ihre Färbung, verbindet Körper und Seele und macht deutlich, dass Leben nie nur aus Gedanken besteht. Deshalb besitzt dieses Thema eine zentrale Stellung im menschlichen Dasein.

In Gefühlen offenbart sich oft schneller als im Denken, was wirklich bedeutsam ist. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie sehr Emotionen Erkenntnis, Beziehung und Entscheidung prägen und warum sie nicht verdrängt, sondern verstanden werden wollen.

  1. Alter ist keine Frage von Jahren. Alt geworden ist nur, wer das Gefühl hat, seine Jugend hinter sich zu haben.

  2. Die Güte des Menschen wiegt schwerer als ein Gesetz des Königs

  3. Die Heimat, das bedeutet: von Zeit zu Zeit eine Minute der Rührung, aber doch nicht dauernd

    Jules Renard

  4. Es sind nicht die Vollkommenen, sondern die Unvollkommenen, welche der Liebe bedürfen. Wurde einem eine Wunde zugefügt, sei es durch die eigene oder die fremde Hand, dann sollte die Liebe herannahen …

    Oscar Wilde

  5. Wenn wir Abschied nehmen, wird unsere Neigung zu dem, was wir schätzen, immer noch etwas wärmer.

    Michel de Montaigne

  6. Unbeständig ist eine Frau, die zu lieben aufhört; leichtfertig, die schon einen andern liebt; flatterhaft, die nicht weiß, ob sie liebt und wen sie liebt; gleichgültig, die nichts liebt.

    Jean de la Bruyère

  7. Ich glaube, dass durch das Gefühl dem Geist einer Frau alles offenbar wird; nur bleibt es oft nicht darin haften.

    Guy de Maupassant

  8. Die Mädchen lernen leichter fühlen als die Männer denken.

    Voltaire

  9. Der Mensch ist das einzige Tier, das lacht und weint. Denn er ist das einzige Tier, das den Unterschied erkennt zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.

    William Hazlitt

  10. Die Bescheidenheit glücklicher Menschen kommt von der Gelassenheit, welche das Glück ihren Gemütern verleiht.

    François de la Rochefoucauld

  11. Wie oft durchkreuzt die Furcht vor den Lächerlichwerden unsere innersten, zartesten Gefühle.

    Wilhelm Raabe

  12. Welch eine himmlische Empfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  13. Güte ist das Feingefühl roher Seelen.

    Fernando Pessoa

  14. Nicht die Gewalt der Armee noch die Tüchtigkeit der Waffen, sondern die Kraft des Gemüts ist es, welche Siege erkämpft.

    Johann Gottlieb Fichte

  15. Man nehme sich vor allen Personen in Acht, welche das bittere Gefühl des Fischers haben, der nach mühevollem Tagewerk am Abend mit leeren Netzen heimfährt.

    Friedrich Nietzsche

  16. Die Träne ist die Sprache der Seele und die Stimme des Gefühls.

    Filippo Pananti

  17. Verachtung ist das Gefühl eines vorsichtigen Mannes für einen Feind, der zu mächtig ist, um ihn gefahrlos zu bekämpfen.

    Ambrose Bierce

  18. Ich glaube nicht, dass derselbe Gott, der uns Sinne, Vernunft und Verstand gab, uns ihren Gebrauch verbieten wollte.

    Galileo Galilei

  19. Die falsche Bescheidenheit ist der letzte Kunstgriff der Eitelkeit.

    Jean de la Bruyère

  20. Wenn man Mitleid fühlt, so fragt man nicht erst andere Leute, ob man es fühlen soll.

    Georg Christoph Lichtenberg

  21. Nicht der Mensch hat am meisten gelebt, welcher die höchsten Jahre zählt, sondern derjenige, welcher sein Leben am meisten empfunden hat.

    Jean-Jacques Rousseau

  22. Die erste Wirkung des Glückes ist das Gefühl der Macht.

    Friedrich Nietzsche

  23. Ich denke, dass eine tief in die Seele eingewachsene Empfindung sich niemals verliert, niemals altert.

    Stanislaw Brzozowski

  24. Besonders tief und voll Empörung fühlt man die pekuniäre Störung

    Wilhelm Busch

  25. Freundschaft ist das edelste Gefühl, dessen ein Menschenherz fähig ist.

    Carl Hilty

  26. Entrüstung ist ein erregter Zustand der Seele, der meist dann eintritt, wenn man erwischt wird

    Wilhelm Busch

  27. Wenn Leute mit mir übereinstimmen, habe ich immer das Gefühl, ich müsse mich irren.

    Oscar Wilde

  28. Die Stimmung der äußeren Natur ist stets nur ein Spiegel unseres Gemüts.

    Peter Rosegger

  29. Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.

    Berthold Auerbach

  30. Das Gefühl, nicht ganz in Ordnung zu sein, ist ekelhaft. Man ist bloß ein halber Mensch.

    Ludwig Thoma

  31. Einfühlsam zu sein und zu fühlen sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist eine Frage des Herzens, das andere ist eine Frage des Urteilsvermögens

    Denis Diderot

  32. Wenn der zehnte Teil des Elends, das gefühlt wird, gesehen würde, so müsste uns dieser Anblick mit Grausen durchdringen.

    Edward Young

  33. Nicht die Liebe, die man uns gewährt, die Liebe, die wir üben und mit der wir dienen und beglücken, ist es, die uns an die Menschen fesselt, die uns ihnen zu eigen gibt.

    Fanny Lewald

  34. Kein Menschenleben ist so arm, dass die Liebe mit ihrem himmlischen Strahl es nicht einmal erleuchtet hätte.

    Fanny Lewald

  35. Wir sind so jung, wie wir uns fühlen, und so alt, wie uns andere sehen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  36. Wir wollen lieber empfinden als wissen, lieber selbst und vielleicht zu viel erraten, als langsam hergezählt haben.

    Johann Gottfried Herder

  37. Ländliche Einsamkeit ziehet also ab von allem, was uns an den Menschen mißfällt, verändert oft die bittersten Empfindungen in freundliche Gefühle, gibt so manche hohe Begeisterung und so manche kleine …

    Johann Georg Zimmermann

  38. In jedem starken menschlichen Gefühl ist sein Gegenteil enthalten. Im Ausbruch der Verzweiflung verkündet sich der Trost, im Jubel lauert die Verzweiflung.

    Walter Rathenau

  39. Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt, aber nicht weiß.

    Fjodor M. Dostojewski

  40. Bescheidenheit kann schwerlich als Tugend bezeichnet werden. Sie ist mehr ein Gefühl als eine Neigung. Sie ist eine Art Furcht, dem üblen Ruf zu verfallen.

    Aristoteles

  41. Das Leben, Gott sei Dank, ist kein Tummelplatz großer Gefühle, sondern eine Alltagswohnstube, drin das so genannte große Glück davon abhäng, ob man friert oder warm sitzt, ob der Ofen raucht, oder gut …

    Theodor Fontane

  42. Der tiefste Grund unsres Daseins ist individuell, sowohl in Empfindungen als in Gedanken

    Johann Gottfried Herder

  43. Das Alter ist ein natürlicher menschlicher Zustand mit eigenen Gefühlen, die ihre eigenen Freuden in sich tragen.

    Wilhelm von Humboldt

  44. Begeisterung spricht nicht immer für den, der sie erweckt, und immer für den, der sie empfindet

    Marie von Ebner-Eschenbach

  45. Wer nicht zuweilen zu viel empfindet, der empfindet immer zu wenig

    Jean Paul

  46. Stärke des Charakters ist oft nichts anderes als eine Schwäche des Gefühls.

    Arthur Schnitzler

  47. Das Gemüt hat mehr Mängel als der Verstand.

    François de la Rochefoucauld

  48. Die Liebe ist die Mutter vieler Freuden.

  49. Gegen große Vorzüge eines andern gibt es keine Rettungsmittel als die Liebe.

    Johann Wolfgang von Goethe

  50. Wenn Leute mit mir über das Wetter reden, habe ich immer das ganz sichere Gefühl, dass sie etwas anderes sagen wollen. Und das macht mich so nervös.

    Oscar Wilde

  51. Stimmung ist Schweigen in Gefühlen, die man nicht hat

    Oscar Wilde

  52. Dank ist keine Erniedrigung, sondern ein Zeichen hellen Verstandes, welcher die Verhältnisse erkennt, und ein Zeichen eines guten Gemütes, welches der Liebe fähig ist. Denn wer nicht danken kann, …

    Jeremias Gotthelf

  53. Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden

    Theodor Storm

  54. Wenn ich Musik höre - auch während des Dirigierens -, höre ich oft ganz bestimmte Antworten auf all meine Fragen und bin vollständig klar und sicher. Oder eigentlich, ich empfinde ganz deutlich, das …

    Gustav Mahler

  55. Gebet ohne Inbrunst - Vogel ohne Flügel.

  56. Fühl alle Lust, fühl alle Pein zu lieben und geliebt zu sein, so kannst du hier auf Erden schon ewig selig werden.

    Jakob Michael R. Lenz

  57. Es trocknen in der Einsamkeit die Säfte des Gemütes, es stockt der Gedankenlauf, ich muß hinaus in mancherlei Gemeinschaft mit andern Geistern.

    Friedrich Schleiermacher

  58. Das Gefühl des Menschen ist zerreissbar wie Seidenpapier. Die Welt gleicht einem Schachspiel, das sich mit jedem Zug ändert.

  59. Schwarz auf Weiß ist bei weitem nicht die größte Sicherheit auf der Welt. Es gibt nichts Gewisseres als Empfundenes und Geglaubtes.

    Felix Mendelssohn Bartholdy

  60. Glücklichsein ist auch eine Tugend.

    Ludwig Börne