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Sprüche über Anstand

237 Sprüche — Seite 3

Feine Formen des Umgangs mögen unscheinbar wirken, doch im Anstand zeigt sich oft, wie ein Mensch andere wirklich betrachtet. Er verbindet Takt, Rücksicht und Würde zu einer Haltung, die nicht aus Zwang, sondern aus innerer Form entsteht. Deshalb bleibt dieses Thema weit bedeutender, als bloße Etikette vermuten lässt.

In kleinen Gesten wird sichtbar, ob Respekt nur behauptet oder tatsächlich gelebt wird. Anstand schützt vor Grobheit, hält Beziehungen tragfähig und verleiht dem Alltag jene Form, in der Achtung selbstverständlich werden kann.

  1. Ein deutliches Zeichen eines im Grunde unedlen Menschen ist die Undankbarkeit. Sie stellt ihn unter die edleren Tiere, die alle dankbar sind.

    Carl Hilty

  2. Wem ein Talent gegeben ist, der muss besonders reinen Herzens sein. Den andern wird vieles verziehen, ihm aber nichts.

    Nikolai Wassiljewitsch Gogol

  3. Es ist nicht leicht, Glück mit Anstand zu tragen.

  4. Beim Genie heißt es: Laß dich gehen! Beim Talent: Nimm dich zusammen!

    Marie von Ebner-Eschenbach

  5. Es kann keine wissenschaftliche Moral geben, aber es kann eine unmoralische Wissenschaft geben.

    Henri Poincaré

  6. Was ist das Menschlichste? - Jemandem Scham ersparen.

    Friedrich Nietzsche

  7. Nichts ist so verzichtbar wie die Sitten und Gebräuche anderer Völker.

    Jack London

  8. Wenn aus dir selbst nicht der Adel spricht, so nützen tausend Ahnen nichts.

  9. Nicht treuer, nur anhänglicher sind die Frauen als wir.

    Arthur Schnitzler

  10. Was moralisch falsch ist, kann gar nicht politisch richtig sein

    William Ewart Gladstone

  11. Lebe ein gutes, ehrbares Leben - wenn du älter wirst und zurückdenkst, wirst du es ein zweites Mal geniessen können.

    Dalai Lama

  12. Talente ohne Tugend sind wie Sklaven ohne Herren: Sie können sich nicht gut benehmen und sind zu allem fähig.

  13. Unterhaltung ist gut, wenn sie nicht unsittlich, sondern anständig ist, und wenn ihretwegen nicht andere leiden müssen.

    Leo Tolstoi

  14. Eine Dame ist eine Frau, deren blosse Anwesenheit zur folge hat, dass sich Männer wie Herren benehmen.

    H. L. Mencken

  15. Im Schlechtesten der Menschen steckt noch so viel Gutes und im Besten noch so viel Böses, dass keiner befugt ist, zu urteilen und zu verurteilen.

    Robert Louis Stevenson

  16. Moralische Entrüstung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein

    Herbert George Wells

  17. Mit Höflichkeit Abstand wahren — mit Freundlichkeit anerkennen — mit Herzlichkeit Brücken bauen — mit Wohlwollen und Ehrfurcht Klima schaffen.

    Else Pannek

  18. Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen.

    George Bernard Shaw

  19. Es ist schwierig, zu beurteilen, ob ein aufrichtiges und ehrliches Benehmen das Ergebnis der Anständigkeit oder der Berechnung ist.

    François de la Rochefoucauld

  20. Am Fortschritt der Moral beteiligt, sind wir darüber einig nun, dass nicht der Zweck die Mittel heiligt. Doch der Erfolg wird's ewig tun.

    Ludwig Anton Salomon Fulda

  21. Wenn man die Redlichkeit eines Politikers allzu laut betont, zweifelt man an seinen Fähigkeiten.

    Charles de Talleyrand

  22. Wer glücklich ist, der ist auch gut, das zeigt auf jedem Schritt sich; Denn wer auf Erden Böses tut, trägt seine Strafe mit sich!

    Friedrich von Bodenstedt

  23. Anmut umgibt die Eleganz und kleidet sie.

    Joseph Joubert

  24. Der Gehorsam heuchelt Unterordnung, so wie die Angst vor der Polizei Anständigkeit heuchelt

    George Bernard Shaw

  25. Stärke und Erfolg stehen über der Moral, über der Kritik.

    John Steinbeck

  26. Die Wahrheit ist die Grammatik des Lebens und die Ehre ein Examen mit Nr. 1.

    Bogumil Goltz

  27. Der erste Schritt zum Laster ist der letzte auf der Bahn der Tugend und der wahren Glückseligkeit.

    Joachim Heinrich Campe

  28. Wenn Du Deinen Kindern viel Reichtum hinterlassen willst, dann gib sie in Gottes Fürsorge und hinterlass ihnen nicht Reichtümer, sondern Tugenden und Qualifikationen.

    Johannes Chrysostomos

  29. Zusammenfassung des Benehmens: die eigene Würde zu bewahren, ohne die Freiheit anderer zu stören

    Francis Bacon

  30. Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit

    Arthur Schopenhauer

  31. Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug ist, ist auch nicht menschlich genug.

    Joseph Joubert

  32. Eines schickt sich nicht für alle. Sehe jeder, wie er's treibe! Sehe jeder, wo er bleibe, und wer steht, dass er nicht falle!

  33. Früher wurden die Mädchen noch rot, wenn sie sich schämten; heute schämen sie sich, wenn sie rot werden!

  34. Die Bosheit war sein Hauptpläsier, drum - spricht die Tante - hängt er hier!!

    Wilhelm Busch

  35. Wer seine Ehre durch seine eigene Schuld verloren oder geschmälert hat, der kann sie nur durch unzweideutige Besserung rehabilitieren, und auch dies ist schwer genug.

    Richard Rothe

  36. Man sollte es nicht für möglich halten, aber auch die Tugenden müssen ihre Grenzen haben

    Immanuel Kant

  37. Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.

    Kurt Tucholsky

  38. Es gibt kein Land, wo das Gesetz alles voraussehen kann und die ständigen Einrichtungen der Vernunft und Sitte zu ersetzen in der Lage sind.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  39. Nicht die Sittlichkeit regiert die Welt, sondern eine verhärtete Form derselben: Die Sitte.

    Berthold Auerbach

  40. Es gibt eine natürliche Aristokratie unter den Menschen. Sie beruht auf Tugend und Talent.

    Thomas Jefferson

  41. Ein schlechter Mensch ist nicht immer an seinen Sitten zu erkennen.

  42. Jeder Luxus verdirbt die Sitten oder den Geschmack

    Joseph Joubert

  43. Warum hat Gott den Menschen das Gefühl der Schamhaftigkeit eingeflößt? Damit der Schneider leben kann.

    Georg Büchner

  44. Die feine Lebensart schließt nicht immer Güte, Billigkeit, Gefälligkeit, Dankbarkeit in sich. Aber sie verleiht wenigstens den Anschein davon und stellt den Menschen äußerlich dar, wie er innerlich se …

    Jean de la Bruyère

  45. Überdies wird man dadurch nicht besser, dass man seine Fehler verbirgt, vielmehr gewinnt unser moralischer Wert durch die Aufrichtigkeit, mit der wir sie gestehen.

    Georg Christoph Lichtenberg

  46. Ein Mann wird in hundert Jahren nicht vollkommen, aber verdorben wird er in weniger als einem Tag.

  47. Gute Menschen sind ansteckend.

  48. Nicht Überladung mit totem Wissen, sondern Läuterung und Stärkung des sittlichen Gefühls ist der höchste Zweck der Erziehung.

    Lukian

  49. Wenn eine Frau mehr innere Werte hat als äußere, dann sollte man sie wenden lassen.

    Max Pallenberg

  50. Für Ehrfurcht vor dem Leben können wir uns nichts kaufen. Alles, was gut und unbezahlbar ist, bekämen wir als Geschenk.

    Else Pannek

  51. Was die Theologen auch sagen mögen: Die Menscheit hat im ganzen viel mehr Tugenden als Laster.

    Henry Thomas Buckle

  52. Takt ist die Fähigkeit, die Leute so zu behandeln, als wüßten sie, worüber sie sprechen.

    Franklin P. Jones

  53. Tiere fressen, Menschen essen, aber nur der Mann von Geist weiß, wie man isst.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  54. Wenn du zwischen Wahrheit und Lüge in die Enge kommst, entscheide dich ohne Nachsinnen für die Wahrheit. Sie ist immer die Bessere, gesagt zu werden.

    August von Platen

  55. Fast alle Menschen, die etwas taugen, haben schlechte Manieren.

    Giacomo Leopardi

  56. Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.

    Titus Maccius Plautus

  57. Der sittlich Edlere siegt stets über das wenig Edlere und hat auf Dauer längeren Bestand als das Gemeinere

    Christian Matthias Theodor Mommsen

  58. Mache einen anständigen Menschen aus dir selbst - und du kannst sicher sein, dass ein Schuft weniger auf der Welt ist

    Thomas Carlyle

  59. Wir bräuchten dringend eine Pisa-Studie über unser Gewissen

    Rainer Karius

  60. Takt ist eine Geschicklichkeit, die den Menschen besser als Talent und Wissen über alle Schwierigkeiten fortführt.

    Samuel Smiles