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Viele nennen Diensteifer, was weiter nichts ist

Spruchbild: Viele nennen Diensteifer, was weiter nichts ist  als ihr Hang zur Bosheit und Gewalttätigk …

Viele nennen Diensteifer, was weiter nichts ist als ihr Hang zur Bosheit und Gewalttätigkeit; bei ihrem Eifer haben sie nicht die Sache, sondern ihren Vorteil im Auge

Bedeutung

Montaigne entlarvt einen falschen Diensteifer, der sich als Pflichtbewusstsein tarnt. Manche handeln scheinbar für die Sache, verfolgen aber Bosheit, Machtlust oder den eigenen Vorteil. Der Satz kritisiert Menschen, die Eifer als moralische Fassade nutzen, während sie anderen schaden oder sich selbst bevorzugen. Besonders scharf ist die Unterscheidung zwischen Sache und Vorteil: Nicht jede Aktivität dient dem Gemeinwohl. Wahrer Einsatz zeigt sich daran, ob er der Aufgabe dient oder nur dem eigenen Einfluss.

Verwendung

Passend für Texte über Bürokratie, Machtspiele, berufliche Verantwortung, Politik oder Vereinsarbeit. Der Spruch eignet sich, wenn übertriebener Eifer misstrauisch macht und Motive geprüft werden sollen. Er wirkt besonders treffend bei Konflikten, in denen jemand Pflichtbewusstsein als Vorwand benutzt und eigene Vorteile sucht. Der Anlass sollte klar erkennbar sein.

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Über Michel de Montaigne

Über den Autor

Philosoph · Französisch · 1533 - 1592

Michel de Montaigne (1533–1592) war französischer Jurist, Skeptiker und Humanist – vor allem aber Begründer der Essayistik als eigenständige Literaturgattung.

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Als dem katholischen Glauben verbundener Politiker bewegte er sich im Umfeld der französischen Monarchie in der Spätrenaissance und der beginnenden Gegenreformation. Seine auf Schloss Montaigne im Périgord verfassten „Essais" gelten als Geburtsstunde einer bis heute lebendigen Schreibform, die das eigene Denken und Erleben in den Mittelpunkt stellt.

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