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Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur sich selber

Spruchbild: Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur sich selber

Unzählige Menschen haben Völker und Städte beherrscht, ganz wenige nur sich selber

Bedeutung

Seneca formuliert eine stoische Grundeinsicht über Macht und Selbstbeherrschung: Wer über andere herrscht, hat damit noch nicht bewiesen, dass er sich selbst beherrschen kann. Die Herrschaft über Völker und Städte erfordert Machtmittel; die Herrschaft über sich selbst erfordert Charakter. Das Zitat wertet äußere Macht ab und hebt innere Disziplin als die seltenere und wahrhaft schwierigere Leistung hervor. Politischer Ruhm und innere Reife sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Verwendung

Passt in Texte über Selbstdisziplin, stoische Philosophie oder den Unterschied zwischen äußerer Macht und innerer Stärke. Geeignet als Einstiegszitat für Reden über Führung, Charakter oder politische Verantwortung. Auch gut in Essays über Seneca oder Texte über die seltene Kunst der Selbstbeherrschung.

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Über Seneca

Über den Autor

Philosoph · Römisch · 4 v. Chr. - 65 n. Chr

Lucius Annaeus Seneca (ca. 1–65 n. Chr.) war ein römischer Stoiker, der als Erzieher und Berater Kaiser Neros dessen Herrschaft mitgestaltete und auf kaiserlichen Befehl Selbsttötung beging.

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Obwohl Seneca in seinen Schriften Verzicht und Bescheidenheit predigte, zählte er zu den reichsten und mächtigsten Männern Roms – ein Widerspruch, der ihm schon zu Lebzeiten den Ruf eines Opportunisten einbrachte. Im Jahr 55 bekleidete er ein Suffektkonsulat. Zuletzt beschuldigte ihn Nero der Beteiligung an der Pisonischen Verschwörung und zwang ihn damit in den Tod.

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