
Die Erfindung der Gesetze der Zahlen ist aufgrund des ursprünglich schon herrschenden Irrtums gemacht, dass es mehrere gleiche Dinge gebe, aber tatsächlich gibt es nichts Gleiches.
Bedeutung
Friedrich Nietzsche, der Philosoph des Willens zur Macht, formuliert in diesem Satz eine erkenntnistheoretische Überzeugung: Die Zahlgesetze wurden auf der Basis eines Irrtums erfunden – dem Irrtum, dass es gleiche Dinge gibt. In Wirklichkeit ist nichts mit etwas anderem wirklich gleich; Gleichheit ist eine Fiktion der Abstraktion. Nietzsche, der selbst alle Abstraktionen kritisch hinterfragte, beschreibt damit eine radikale Skepsis gegenüber mathematischen Grundbegriffen: Zählen setzt Gleichheit voraus, die in der Wirklichkeit nicht existiert.
Verwendung
Passend als Nietzsche-Zitat in Texten über Erkenntnistheorie, Mathematik und die philosophische Kritik am Begriff der Gleichheit sowie für Beiträge über Nietzsche, Philosophie und die Überzeugung, dass mathematische Grundbegriffe auf Abstraktionen beruhen, die der Wirklichkeit nicht entsprechen. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über die Grenzen rationaler Systeme.
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Über Friedrich Nietzsche
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1844 - 1900
Friedrich Nietzsche (1844–1900) war ein deutscher Philosoph und Philologe, dessen radikal neue Denk- und Schreibweise alle klassischen Disziplinen sprengte und die Lebensphilosophie begründete.
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Mit 24 Jahren wurde er als jüngster je berufener außerordentlicher Professor für klassische Philologie an die Universität Basel berufen, legte den Lehrstuhl jedoch 1879 aus gesundheitlichen Gründen nieder. Fortan lebte er als rastloser Reisender in Italien und der Schweiz. Ab 1889 machten ihn schwere psychische Störungen arbeitsunfähig – seinen eigenen Weltruhm erlebte er nicht mehr bei Bewusstsein.
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