Sprüche über Tot
237 Sprüche — Seite 2
Wenn Leben erloschen ist, bleibt für die Zurückbleibenden eine Wirklichkeit, die schwer in Worte zu fassen ist. Das Totsein markiert jene endgültige Grenze, an der Bewegung, Stimme und Gegenwart enden und Erinnerung an ihre Stelle tritt. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur das Denken, sondern vor allem das Empfinden.
Seine Schwere liegt in der Unumkehrbarkeit und in der Leere, die danach zurückbleibt. Die Sprüche zu diesem Thema geben dem Blick auf das Ende des Lebendigen eine ernste Sprache und lassen spüren, wie nah Totsein und Erinnerung beieinander liegen.
Das Leben stirbt nicht, und du dienst ihm getreu, du dienst ihm in deinem Kind, und aus aller Trauer erhebt sich stets neu der ewige Sommerwind.
Für sich selbst ist jeder unsterblich; er mag wissen, dass er sterben muss, aber er kann nie wissen, dass er tot ist
— Samuel Butler
Die Eifersucht wird zwar immer mit der Liebe geboren, aber sie stirbt nicht immer mit ihr
— François de la Rochefoucauld
Man glaubt für gewöhnlich, es gebe keine Steigerungsform von tot. Diese gibt´s aber doch: ausgestorben
— Martin Kessel
Das Leben stirbt, sobald es verglichen wird. Das Leben lebt erst jenseits des Grabes.
— Edward Young
Härte und Steifheit sind die Gefährten des Todes, Weichheit und Zartheit die Gefährten des Lebens
— Laotse
Ich möchte dem Schicksal des Baumes entgehen, der erst kurz vor seinem Tod "Bruder" genannt wird
Sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte; keiner sprach ein Wort zu ihm. Denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war.
Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt, kann uns nicht genommen werden, er lässt eine leuchtende Spur zurück gleich jenen erloschenen Sternen, deren Bild noch nach Jahrhunderten die Erdbewohn …
— Thomas Carlyle
Könnten wir noch einmal in Deine Augen sehen, so würden all unser Leid und Weh schwinden. Könnten wir Deinen Mund noch einmal küssen, so würden wir ganz und gar gesund. Könnten wir Dich noch einma …
Jedesmal, wenn ein guter Mensch stirbt, ist es, als brenne eine Bibliothek ab.
Zur Vollendung des Menschen gehört auch der Tod; denn auch er gehört zur Bestimmung, das heißt zur Natur des Menschen.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Nun legen wir alles still in Gottes ewige Hände, das Leid, den Schmerz, den Anfang und das Ende
Wir sind froh, dass wir ihn hatten. Wir sind traurig, dass er uns genommen wurde. Wir sind dankbar, dass wir bei seinem Abschied nicht einsam sein mussten.
Alles hat seine Zeit: geboren werden und sterben, sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen, reden und schweigen.
Die Menschheit ist die Unsterblichkeit der sterblichen Menschen.
— Ludwig Börne
Wenn ich sterben werde. Herr, ich komme zu Dir, denn ich habe in Deinem Namen den Acker bestellt. Dein ist die Saat. Ich habe diese Kerze gebildet. An dir ist es, sie anzuzünden. Ich habe diesen …
— Antoine de Saint-Exupéry
Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Vergangenheit.
— Berthold Auerbach
Der Tod ist nicht für schlimm zu achten, dem ein gutes Leben vorangegangen
— Augustinus
Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod! Und, wenn du uns genommen, lass uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott.
— Matthias Claudius
Herr, gib ihm die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihm. Lass ihn ruhen in Frieden.
Leben wir, so leben wir dem Herrn. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir darum leben oder sterben, wir gehören dem Herrn.
Über allen Gipfeln ist Ruh, in allen Wipfeln spürest du kaum einen Hauch. Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde ruhest du auch.
— Johann Wolfgang von Goethe
Dass wir erschraken, da du starbst, nein, dass dein starker Tod uns dunkel unterbrach, das Bisdahin abreißend vom Seither: das geht uns an; das einzuordnen wird die Arbeit sein, die wir mit allem …
— Rainer Maria Rilke
Die Zeit ist ein Augenblick. Unser Erdendasein wie unser Erdengang ein Fall durch Augenblicke.
— Jean Paul
Die Lächerlichkeit tötet sicherer als jede Waffe.
Ich bin bei Dir, du seist auch noch so ferne, du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne. O wärst Du da!
— Johann Wolfgang von Goethe
Ihr seid jetzt traurig, aber ich werde euch wieder sehen. Dann wird euer Herz sich freuen, und eure Freude wird euch niemand nehmen.
Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
— Bertolt Brecht
Schöne Tage, nicht weinen, wenn sie vergangen, sondern lachen, dass sie gewesen
— Rabindranath Tagore
Unsere Heimat aber ist der Himmel!
Die Welt vergeht mit ihrer Pracht, die Zeit entflieht - eh du's gedacht, und alles nimmt dir einst der Tod, nur eins dir bleibt - nur ich, dein Gott!
Wenn das Schwein am fettesten ist, hat es den Metzger am meisten zu fürchten.
— Abraham a Sancta Clara
Nicht trauern wollen bedeutet nicht fühlen können
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Ich bin doch nicht der erste Mensch, der zu sterben hat auf dieser Erde.
— Epiktet
Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wir sollen nicht trauern, dass wir die Toten verloren haben, sondern dankbar dafür sein, dass wir sie gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen: denn wer heimkehrt zum Herrn, bleibt in der Gemei …
— Hieronymus
Für jeden steht ein Tag fest, kurz und unwiderruflich ist unser aller Zeit.
— Vergil
Lieber auf Erden den Kummer tragen, als in der Erde begraben sein.
Der Geizhals und das Schwein sind zu nichts nütze ehe sie tot sind.
Unsere Herzen sind unendlich traurig. Augenblicke - Erinnerungen an Dich sind unser Trost und bleiben ein wacher Traum, unsere Tränen begleiten Dich
Des einen Tod, des andern Brot
Den Kirchhof deckt die Sünden der Ärzte zu
Die Katze beweint die getötete Maus.
Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es, und immer wieder nieder zur Erde muss es, ewig wechselnd.
— Johann Wolfgang von Goethe
Man stirbt, wie man lebte; das Sterben gehört zum Leben, nicht zum Tod.
— Ludwig Marcuse
Das Leben kann als ein Traum angesehen werden und der Tod als Erwachen.
— Arthur Schopenhauer
Wie gutes Tagwerk frommen Schlummer bringt, so rechtes Leben einen fröhlichen Tod.
— Leonardo da Vinci
Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe bringt, dass wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heilige …
— Martin Luther
Ich scheide endlich aus dieser Welt, wo das Herz entweder zerbrechen oder zu hartem Erz werden muss.
— Nicolas Chamfort
Gelübde beginnen, wenn die Hoffnung tot ist.
— Leonardo da Vinci
Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.
— Jean de la Bruyère
Die Ruhe tötet, nur wer handelt, lebt.
— Theodor Körner
Wenn ein Freund geht, muss man die Türe schließen, sonst wird es kalt.
— Bertolt Brecht
Der weisse, stolze Schwan hat wunderbar gesungen, und weinend bin ich an mein Lebensend gedrungen, welch streng und hartes Schicksal, ist ungetröstet sterben. Um mich der Tod will werben, im Tod w …
— Jakob Arcadelt
O schüttle ab den schweren Traum und die lange Winterruh! Es wagt der alte Apfelbaum, Herze - wag's auch du.
— Theodor Fontane
Der Erben Weinen ist nur unterdrücktes Lachen.
— Publius Syrus
Kein Toter ist so begraben wie eine erloschene Leidenschaft
— Marie von Ebner-Eschenbach
Es liegt im Wesen des Akademischen, nur das Tote zu berücksichtigen, ganz sicher ist man nur dessen, was sich nicht mehr rühren kann.
— Ludwig Marcuse