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Sprüche über Seele

594 Sprüche — Seite 7

Was den Menschen im Innersten bewegt, lässt sich nur selten vollständig benennen und wird doch seit jeher mit dem Bild der Seele umschrieben. In ihr sammeln sich Sehnsucht, Verletzlichkeit, Tiefe und jene stille Wahrheit, die jenseits äußerer Rollen liegt. Deshalb wirkt dieses Thema zugleich geheimnisvoll und unmittelbar vertraut.

Ihre Sprache ist leiser als die des Verstandes und oft beständiger als flüchtige Stimmung. Die Sprüche zu diesem Thema geben inneren Regungen Form und machen sichtbar, wie sehr Trost, Einsamkeit, Würde und Hoffnung zum seelischen Leben eines Menschen gehören.

  1. Es ist etwas in uns, das über und hinter allen Altern ist und mit allen Altern spielt.

    Hugo von Hofmannsthal

  2. Das Lachen ist ein wetterleuchtendes Aufblitzen der Seelenfreude, ein Aufzucken des Lichtes nach draussen, so wie es innen strahlt.

    Dante Alighieri

  3. Das Paradies kann nur im reinen Herzen sein. Trägst du es nicht in dir, so kommst du nicht hinein.

    Gerhard Tersteegen

  4. Es ist das große Traurige, daß eine Seele stets allein ist.

    Jens Peter Jacobsen

  5. Die niedrige Seele wird durch die Glücksfälle aufgeblasen, durch die Unglücksfälle niedergeworfen.

    Epikur

  6. Die Liebe ist unter den Tugenden, was die Sonne unter den Sternen: Sie gibt ihnen Glanz und Schönheit

    Franz von Sales

  7. Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit, Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern unseres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele, dass wir endlich erblicken, wa …

    Dietrich Bonhoeffer

  8. Jahre runzeln die Haut, aber den Enthusiasmus aufgeben runzelt die Seele

    Albert Schweitzer

  9. Auf rein botanischem Gebiet weilt jeder gern, der voll Gemüt.

    Wilhelm Busch

  10. Alle Vergnügungen auf jede Weise genießen zu wollen, ist unvernünftig. Alle Vergnügungen ganz vermeiden zu wollen, ist gefühllos.

    Plutarch

  11. Unternimm nie etwas, wozu du nicht das Herz hast, dir den Segen des Himmels zu erbitten.

    Georg Christoph Lichtenberg

  12. Wenn du hundert Yen hast, kaufe dir für fünfzig Yen Brot, für die anderen fünfzig aber Hyazinthen für die Seele.

  13. Der Priester wird die Wesensgleichheit von Mensch und Tier nie zugeben, da er auf die unsterbliche Seele nicht verzichten kann, die er braucht, um die Moralforderung zu begründen.

    Sigmund Freud

  14. Das größte Gut, das uns geschenkt ist, ist die Sehnsucht unserer Seele.

    Novalis

  15. Im Grund sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben

    Wilhelm von Humboldt

  16. Nie soll der Freundschaft hoher Preis bloß auf der Zunge spielen. Ein Freund muß ihn durch regen Fleiß und durch Verdienste fühlen. Er muss vom Eigennutze rein ihm seine ganze Seele weihn.

  17. Güte ist das Feingefühl roher Seelen.

    Fernando Pessoa

  18. Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der großen Welt sucht.

    Blaise Pascal

  19. Die Träne ist die Sprache der Seele und die Stimme des Gefühls.

    Filippo Pananti

  20. Der Quell echter Reue sprudelt in heiligen Tiefen, und nur in der einsamen Stille eines göttlichen Ursprungs waschen sich schuldige Hände und Seelen rein.

    Conrad Ferdinand Meyer

  21. Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.

    Hildegard von Bingen

  22. Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst. So tiefen Grund hat sie.

    Heraklit von Ephesos

  23. Tage mit der Natur. Nimm dir Zeit für sie. Sehne sie herbei. Du brauchst sie. Selbst du bist Natur. Eine kurze Zeit bist du wieder zu Hause.

  24. Wir müssen danach streben, Natur, Gebäude und Menschen in einer höheren Einheit zusammenzubringen.

    Le Corbusier

  25. So ist es auf Erden: Jede Seele wird geprüft und wird auch getröstet.

    Fjodor M. Dostojewski

  26. In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit

    Thomas Carlyle

  27. Ein Buch veröffentlichen heißt soviel, wie bei Tisch vor den Ohren der Dienerschaft sprechen.

    Henry de Montherlant

  28. Ist die Seele ruhig, so wird auch der Körper bald beruhigt.

    Novalis

  29. Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nicht von äußeren Dingen, der Mensch bringt aus seinem Innern wie aus einer Quelle Lust und Freude in sein Leben.

    Plutarch

  30. Bilde dich selbst! Und dann wirke auf andere durch das, was du bist!

    Wilhelm von Humboldt

  31. Schenke mit Geist, ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist

    Joachim Ringelnatz

  32. Nach Hause kommen, das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde.

    Friedrich von Bodelschwingh

  33. Niemand ist reich, der das, was er hat, nicht von der Erde mit fortnehmen kann.

    Augustinus

  34. Jede Schöpfung ist ein Wagnis

    Christian Morgenstern

  35. Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.

    Georg Christoph Lichtenberg

  36. Die Medizin ist eine Leuchte ins Innere.

  37. Ich denke, dass eine tief in die Seele eingewachsene Empfindung sich niemals verliert, niemals altert.

    Stanislaw Brzozowski

  38. Die Welt wird jedes Mal neu erschaffen, wenn ein Kind geboren wird. Geboren zu werden bedeutet, dass uns eine ganze Welt geschenkt wird.

  39. Hätte einer auch mehr Verstand als die drei Weisen aus dem Morgenland und ließe sich dünken, er wäre wohl nie dem Sternlein nachgereist wie sie; dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest seine Lichtle …

    Wilhelm Busch

  40. Es ist besser, einen leeren Geldbeutel zu haben, als an einer leeren Seele zu leiden

    William Pitt

  41. Ein treu Gedenken, lieb Erinnern, das ist die herrlichste der Gaben, die wir von Gott empfangen haben, das ist der goldne Zauberring, der auferstehen macht im Innern, was uns nach aussen untergin …

    Friedrich von Bodenstedt

  42. Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, sie ruhen aus von ihren Leiden und ihre Werke folgen ihnen nach.

  43. Das Lachen ist ein wetterleuchtendes Aufblitzen der Seelenfreude, ein Aufzucken des Lichtes nach draußen, so wie es innen strahlt.

    Dante Alighieri

  44. Freundschaft ist das edelste Gefühl, dessen ein Menschenherz fähig ist.

    Carl Hilty

  45. Der Gedanke klar, die Worte wahr, im Herzen rein, so soll es sein.

  46. Nur in der Tiefe der Seele, mit Hilfe jener Kraft die stärker ist als alle Vernünftigkeit, kann Trost und Ruhe gefunden werden.

    Wilhelm Busch

  47. Hätte ich früher erkannt, was ich jetzt weiß, dass der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig darin allein gelassen

    Theresia von Avila

  48. Wer eine Wohltat zu vergelten weiß, ist mehr denn alle Schätze wert als Freund

    Sophokles

  49. Entrüstung ist ein erregter Zustand der Seele, der meist dann eintritt, wenn man erwischt wird

    Wilhelm Busch

  50. Der Mensch ist ein Mensch mehr durch das, was er verschweigt, als durch das, was er ist.

    Albert Camus

  51. Genieße, wer nicht glauben kann. Die Lehre ist ewig wie die Welt. Wer glauben kann, entbehre.

    Friedrich von Schiller

  52. Die Stimmung der äußeren Natur ist stets nur ein Spiegel unseres Gemüts.

    Peter Rosegger

  53. Das Genie ist die Macht, Gott der menschlichen Seele zu offenbaren.

    Franz Liszt

  54. Stil ist der äußere Ausdruck einer inneren Harmonie der Seele.

    William Hazlitt

  55. Der Mensch ist nur dann an Leib und Seele gesund, wenn ihm alle seine Verrichtungen, geistige und körperliche, zum Spiele werden

    Christoph Martin Wieland

  56. Die Seele der Frau ist unergründlich und unerforschlich. Vor allem jedoch unerfindlich.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  57. Leib und Seele in Harmonie find'st im Grab du, vorher nie.

    Conrad Ferdinand Meyer

  58. Alles, was die Seele durcheinander schüttelt, ist Glück

    Arthur Schnitzler

  59. Siehst du ein Glück vorübergehn, das nie sich wieder findet, ist's gut in einen Strom zu sehn, wo alles wogt und schwindet. Hinträumend wird Vergessenheit des Herzens Wunde schließen; die Seele sie …

    Nikolaus Lenau

  60. Gelobt sei die Krankheit, denn die Kranken sind ihrer Seele näher als die Gesunden

    Marcel Proust