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Sprüche über Mitleid

158 Sprüche — Seite 3

Wenn das Leid eines anderen nicht gleichgültig lässt, beginnt Mitleid in seiner menschlichen Tiefe. Es ist jene Bewegung des Herzens, die nicht nur wahrnimmt, sondern innerlich mitträgt, was dem Gegenüber widerfährt. Deshalb gehört dieses Thema zu den grundlegenden Formen von Mitmenschlichkeit und moralischer Aufmerksamkeit.

Sein Wert zeigt sich darin, dass Mitleid nicht bloß Gefühl bleibt, sondern Nähe und Hilfe möglich machen kann. Es überwindet Distanz, ohne den anderen zu erniedrigen, und erinnert daran, dass kein Schmerz ganz fremd sein muss.

  1. Wer die Tür nicht auftut, um Almosen zu geben, wird sie für den Arzt aufmachen.

  2. Wir haben alle Kraft genug, um die Leiden anderer zu ertragen.

    François de la Rochefoucauld

  3. Es ist die größte Lust des Lebens, anderen die Last des Lebens zu erleichtern.

    Paul Keller

  4. Hab ein Wort auch für andre in Sorg' und in Pein und sag, was dich selber so fröhlich lässt sein.

    Cäsar Flaischlen

  5. Wer sich dem Selbstmitleid ergibt, kann auch nur von dieser Seite Sympathie erwarten.

    Benjamin Franklin

  6. Die menschliche Sprache ist wie eine gesprungene Kesselpauke, mit deren Tönen wir Bären zum Tanzen bringen, während wir uns immer nur danach sehnen, das Mitleid der Sterne zu wecken.

    Gustave Flaubert

  7. Die Bedrohung durch den Stärksten bewirkt bei mir, dass ich mich auf die Seite des Schwächeren stelle.

    Francois René de Chateaubriand

  8. Erwarte alles vom Mitleid, nur keine Hilfe.

    Emanuel Wertheimer

  9. Ungebeten spontan geäußerter Rat als Reaktion auf eine Schreckensnachricht vertreibt Mitgefühl und Trost.

    Else Pannek

  10. Mit Menschen in Not soll man nicht diskutieren; man soll ihnen helfen.

    Dr. Carl Sonnenschein

  11. Der Zartfühlende vermeidet den Anblick fremden Leides, dem er nicht helfen kann, während der rohe Naturmensch es um dieser egoistischen Lust willen aufsucht.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  12. Gute Taten sind oft nur Kinder der Reue.

    Peter Sirius

  13. Könnte ich unsterblich sein, so wünschte ich es nur, um Unglückliche zu unterstützen.

    Maria Theresia von Österreich

  14. Zwei Wurzeln aller Tugend muss ich loben: Mitleid nach unten, Pietät nach oben.

    Victor Blüthgen

  15. Das Glück ist zum Teilen gemacht

    Jean Racine

  16. Niemand ist aus Bigotterie gut, denn dies verleitet ebenso leicht zur Härte. Aber das gute Herz wählt sich diesen Schleier, um ungesehen zu handeln.

    Sophie Mereau

  17. Es gibt nur drei Methoden, um leben zu können: betteln, stehlen oder etwas leisten.

    Honoré Gabriel Victor de Riqueti

  18. Unglück ist ergiebig: es lehrt nachdenken, es lehrt stark werden, und erwirbt Mitleid.

    Heinrich Laube

  19. Noch nie habe ich ein wildes Tier gesehen, das Mitleid mit sich selbst hatte.

    David Herbert Lawrence

  20. Bisweilen schmerzt mich anderer Leute Unglück mehr als das eigene

    Francesco Petrarca

  21. Meine Freunde teile ich ein in solche, die ich bewundere, solche, die ich verehre, solche, die ich liebe, und solche, mit denen ich Mitleid habe.

    Francesco Petrarca

  22. Mitleidig ist die ganze Welt, sobald nicht Eigennutz das Urteil fällt

    Karl Wilhelm Ramler

  23. Unglücklich will manche Frau um jeden Preis scheinen und bedauert man sie dann, so ist sie ganz glücklich!

    Otto Weiss

  24. Wer die Menschen in guten Stunden von sich weist, kann sie in bösen Stunden, die doch für jeden einmal kommen, auch nicht an sich ziehen, und wenn er es mit Haken und Ketten versuchte.

    Ernst von Wildenbruch

  25. Mitleiden ist den trägen und geschäftigen Egoisten eine so angenehme Sache, weil es eine passive Tätigkeit, ein beschäftigter Müßiggang ist.

    Fanny Lewald

  26. Die Menschen sind oft unfähig, sich in den Zustand eines anderen zu versetzen

    Simone Weil

  27. Man meint immer, für ein großes Unglück brauche es auch einen großen Trost; aber das ist nicht wahr! Je ärmer ein Mensch ist, desto mehr Wert hat ihm die kleinste Gabe, und je unglücklicher er ist – d …

    Wilhelmine von Hillern

  28. Wen die Vorsehung einreihen will in die große Armee, die da kämpfen soll für Menschenwohl und Menschenrecht, dem brennt sie den Stempel des Unglücks in das Herz: denn nur wer selbst den Schmerz gefühl …

    Wilhelmine von Hillern

  29. Mit Tränen wirst du Stahl zur Rührung bringen.

    Ovid

  30. Sage nie, dass du etwas geben wirst. Denn wer so spricht, gibt nichts und verhindert die Gaben anderer.

    Philemon

  31. Leider, dem Mitleid entsprießt nur allzuoft die Verachtung; darum verberge Dein Leid tief in der innersten Brust.

    Heinrich Martin

  32. Das Herz des Reichen ist verarmt, das sich des Dürft'gen nicht erbarmt.

    Heinrich Martin

  33. Blicke demjenigen scharf in die Augen, der allein geht und dem Bettler eine Gabe reicht. Da siehst du den inneren Menschen.

    Heinrich Martin

  34. Wer unter allen Umständen Duldung zeigt, ist entweder ein Dummkopf oder ein Heuchler. Als ersteren können wir ihn nur bemitleiden, als letzterer aber verdient er, dass ihm jeder rechtschaffene Mensch …

    Heinrich Martin

  35. Möglichst viele Leiden kraftvoll in Freuden zu verwandeln, das ist das rechte Mitleid.

    Friedrich Lienhard

  36. Ein untrüglicher Maßstab für einen Menschen ist sein Verhalten gegen fremdes Leid.

    Maria Waser

  37. Ein großer Schmerz verlangt nichts, als sich selbst überlassen zu bleiben; das bestgemeinte Wort klingt da leicht wie eine leere Banalität.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer

  38. Wir lieben die, die mit uns weinen

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer