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Sprüche über Kunst

398 Sprüche — Seite 17

Mehr als Verzierung oder bloßer Zeitvertreib ist Kunst eine Form, das Unsichtbare sichtbar zu machen. In ihr finden Empfindung, Idee und Gestaltung zueinander und schaffen Werke, die berühren, stören, erheben oder neu sehen lehren. Deshalb gehört dieses Thema zu den großen Ausdrucksformen menschlicher Kultur.

Ihre eigentliche Kraft liegt darin, dass sie nicht nur abbildet, sondern Wirklichkeit verwandelt. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Kunst als Raum von Schönheit, Freiheit und Deutung, in dem das Leben eine verdichtete und oft überraschende Gestalt annimmt.

  1. Über Rosen läßt sich dichten, in die Äpfel muß man beißen.

    Karl Maria von Weber

  2. Ein gesunder Mensch wird immer rot, wenn er ein Gedicht gemacht hat.

    Frank Wedekind

  3. Was haben wir denn Gemeinsameres als unsere Sprache und Literatur?

    H. J. Christoph von Grimmelshausen

  4. Tüchtigkeit ist nur ein Wert unter vielen - Lebenskunst ist ein anderer.

    John Knittel

  5. Es sind nicht immer die, die vom Publikum Meister genannt werden und sich selber so nennen, die ihr Bestes tun.

    Wilhelm Raabe

  6. Hübsch ist es zwar, wenn ein Künstler nicht zu fett wird, aber unbedingt nötig ist's gerade nicht, wenn er so mager bleibt.

    Wilhelm Raabe

  7. Das Beste, was der Künstler gibt, ist Abglanz dessen, was er liebt.

    Ernst Friedr. Ludwig Adolf Eckstein

  8. Ich spiele jetzt die Rolle eines Kunstmäzens und lasse mir vom lieben Gott täglich schöne Werke vormalen.

    Hans Thoma

  9. Künstler ist nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann.

    Karl Kraus

  10. Die Farbe ist der Ort, wo unser Gehirn und das Weltall sich begegnen. Darum erscheint sie den wahren Malern durchaus dramatisch

    Paul Cezanne

  11. Die griechische Geschichte ist ein Gedicht. Die römische Geschichte ist ein Gemälde. Die derzeitige Geschichte ist eine Chronik

    Francois René de Chateaubriand

  12. Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.

    Sir Arthur Conan Doyle

  13. Der menschlichen Kunst der Täuschung sind Grenzen gezogen.

    Sir Arthur Conan Doyle

  14. Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.

  15. Tadel ist dem Künstler weit nützlicher als Lob: wer vom Tadel zu Grunde geht, war dieses Unterganges wert. Nur wen er fördert, hat die wahre innere Existenzberechtigung.

    Richard Wagner

  16. Ich kann den Geist der Musik nicht anders fassen, als in Liebe.

    Richard Wagner

  17. Man soll in der Kunst das Schöne und Gute in den verschiedensten Gestalten, in denen es sich zeigen mag, anerkennen, statt es nur in einer Richtung zu suchen.

    Adolf Friedrich von Schack

  18. Kunst, Kultur, Natur und alles, was sich nicht rechnet, bereichern das Leben, lassen ahnen, wie heil sein ist.

    Else Pannek

  19. Gehorsam ist eine Kunst, die der Regent selbst lehren muss, und wer gut leitet, dem folgt man gern.

    Plutarch

  20. Die meisten Menschen treiben die Religion, wie man ein Handwerk treibt; sie ist aber durchaus eine freie Kunst.

    Christian Friedrich Wilhelm Jacobs