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Sprüche über Irrtum

293 Sprüche — Seite 4

Was für wahr gehalten wird, erweist sich nicht selten später als trügerisch oder unvollständig. Ein Irrtum gehört deshalb zu den ernüchterndsten, aber auch lehrreichsten Erfahrungen des Denkens, weil er Selbstgewissheit erschüttert und den Blick schärfen kann. Darin liegt seine unbequeme, oft heilsame Kraft.

Nicht jeder Fehler ist bloß ein Makel, manche Irrtümer öffnen erst den Weg zu größerer Klarheit. Wer sie erkennt, gewinnt Bescheidenheit und Urteilskraft, weil Einsicht meist dort reift, wo falsche Sicherheiten aufgegeben werden müssen.

  1. Die Irrtümer des Lebens rufen nach verzeihender Schönheit; sie kann ihre Einsamkeit zur Harmonie mit dem Ganzen verwandeln

  2. Ich glaube, dass sich Gott, als er den Menschen erschaffen hat, gewaltig überschätzt hat.

    Oscar Wilde

  3. Nichts in der Natur ist zufällig. Etwas erscheint nur zufällig aufgrund der Unvollständigkeit unseres Wissens.

    Baruch de Spinoza

  4. Wir sind leicht bereit, uns selbst zu tadeln. Unter der Bedingung, dass niemand einstimmt

    Marie von Ebner-Eschenbach

  5. Was das Wollen selbst anbetrifft, so ist es unrichtig, wenn man sagt, dass es Gegenstand des freien Willens sei

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  6. Wenn Leute mit mir übereinstimmen, habe ich immer das Gefühl, ich müsse mich irren.

    Oscar Wilde

  7. Wir sind nie entfernter von unseren Wünschen, als wenn wir uns einbilden, das Gewünschte zu besitzen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  8. Man darf nur alt werden, um milder zu sein; ich sehe keinen Fehler begehen, den ich nicht auch begangen hätte.

    Johann Wolfgang von Goethe

  9. Wenn man die Menschen lehrt, wie sie denken sollen, und nicht, was sie denken sollen, so wird auch dem Mißverständnis vorgebeugt.

    Georg Christoph Lichtenberg

  10. Die Irrtümer des Menschen machen ihn eigentlich liebenswert.

    Johann Wolfgang von Goethe

  11. Es gibt für uns noch einen anderen Ursprung des Irrtums, nämlich die Krankheiten. Sie verderben uns Urteil und Sinn.

    Blaise Pascal

  12. Der, welcher Zweifel und Angst besiegt hat, hat auch den Fehlschlag besiegt.

    James Allen

  13. Richtig oder falsch, der Kunde hat immer recht.

    Marshall Field

  14. Eine Frau kann hundert Männer täuschen, aber nicht eine einzige Frau

  15. Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  16. Geirrt zu haben, ist menschlich, und einen Irrtum einzugestehen Kennzeichen eines Weisen.

    Hieronymus

  17. Eigenliebe ist oft eher arrogant als blind. Sie verbirgt nicht unsere Fehler vor uns, sondern macht uns glauben, dass sie von anderen nicht bemerkt werden.

    Samuel Johnson

  18. Irrtümer sind die Stationen auf dem Weg zur Wahrheit.

    Fjodor M. Dostojewski

  19. Frauen verwechseln ihre Halluzinationen so leicht mit der Wírklichkeit.

    August Strindberg

  20. Deshalb fehlen wir, weil wir über des Lebens Einzelheiten alle uns den Kopf zerbrechen, um das Ganze aber niemand sich kümmert.

    Wilhelm Raabe

  21. So manche Wahrheit ging von einem Irrtum aus.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  22. Der Mensch sieht oft nur zu spät ein, wie sehr er geliebt wurde, wie vergeßlich und undankbar er war und wie groß das verkannte Herz.

    Jean Paul

  23. Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. Der Arme begeht denselben Irrtum dem Reichen gegenüber.

    George Bernard Shaw

  24. Es ist falsch, zu sagen: Ich denke. Es müsste heißen: Man denkt mich

    Arthur Rimbaud

  25. Am teuflischsten ist der Teufel in ehrbarem Gewand

    Elizabeth Barrett Browning

  26. Nimmer wird dem kranken Herzen Heilung werden, wenn es an nie zu erreichenden Idealen festhält, an einem Wunsche, dem nie Erfüllung blüht.

    Sophie Alberti

  27. In der Jugend verwechselt man das Feuer des Vergnügens sehr leicht mit der Glut der Liebe.

    Guy de Maupassant

  28. Du suchst den Gaul und reitest drauf.

  29. Es ist ein grundsätzlicher Irrtum, Heftigkeit und Starrheit Stärke zu nennen

    Thomas Carlyle

  30. Irrtum erregt, Wahrheit beruhigt.

    Joseph Joubert

  31. Der Irrtum ist, Charakter sei keinen Widerspruch in sich selbst zu dulden.

    Hermann Bahr

  32. Von hundert Verdachten sind neunundneunzig falsch

  33. Der Grund, warum so wenige Ehen glücklich sind, ist, dass die jungen Damen ihre Zeit damit verbringen, Netze zu machen, statt Käfige.

    Jonathan Swift

  34. Tierärzte haben es leichter. Die werden wenigstens nicht durch Äußerungen ihrer Patienten irregeführt.

    Louis Pasteur

  35. Während sich auf anderen Gebieten Irrtümer bisweilen wieder gutmachen lassen, ist dies bei Fehlern, die man im Kriege begeht, unmöglich, weil sie sich sogleich rächen.

    Nicolaus Machiavelli

  36. Es ist die gewöhnlichste und schädlichste Täuschung, dass man sich allzeit für den einzigen hält, der gewisse Dinge bemerkt.

    Jean Paul

  37. Es liegt im Wesen der Ordnung, dass dem freiwilligen Fehltritt die unvermeidliche Strafe folge

    Joseph Joubert

  38. Irrtum ist immer in Eile.

  39. Reife besteht darin, dass einer nicht mehr auf sich selbst hereinfällt

  40. Ich bin immer töricht gewesen, an das Gute im Menschen zu glauben.

    Paul Gauguin

  41. Schwindler machen immer viel Aufhebens und Lärm, und gewisse einfältige Leute halten das für Energie.

    Wladimir Iljitsch Lenin

  42. Zu erkennen, dass man sich geirrt hat, ist ja nur das Eingeständnis, dass man heute schlauer ist als gestern

    Johann Kaspar Lavater

  43. Wenn sich die Mehrheit zur richtigen Ansicht bekehrt, dann sicherlich aus den falschen Gründen.

    Philip Chesterfield

  44. Wer uns vor nutzlosen Wegen warnt, leistet uns einen eben so guten Dienst wie derjenige, der uns den rechten Weg anzeigt.

    Christian Johann Heinrich Heine

  45. Wenn dich jemand "vollkommen versteht", sei gewiss, dass dich niemand vollkommener missversteht.

    Christian Morgenstern

  46. Dadurch haben sich die Menschen die Ehe zur Hölle gemacht, dass sie sie zu ihrem Himmel machen wollten.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  47. Es ist nicht schlimm, wenn man missverstanden wird, schlimmer ist es, wenn man verstanden wird.

    Donatien A. F. Marquis de Sade

  48. Hinter allem menschlichen Leid türmen sich Berge von Unwissenheit, riesige schwarze Wolken falschen Denkens, gespenstische Schwäche des Fleisches.

    John Knittel

  49. Kein Mensch kann einen anderen gerecht tadeln oder verdammen, denn kein Mensch kann einen anderen richtig kennen.

    Thomas Browne

  50. Der menschlichen Kunst der Täuschung sind Grenzen gezogen.

    Sir Arthur Conan Doyle

  51. Die Natur besiegen zu können, ist ein intellektueller Trugschluss. Besiegen setzt bekämpfen und vernichten voraus.

    Else Pannek

  52. Beleidigungen sind die Gründe derjenigen, die unrecht haben.

    Jean-Jacques Rousseau

  53. Es ist unklug, zu verteidigen, was man ohnehin aufgeben muss.

    Nicolaus Machiavelli

  54. Der irrende Glaube ist immer der tiefste.

    Jakob Bosshart

  55. Ein Irrtum bekämpft den anderen; jeder bekämpft seinen Widersacher und die Wahrheit springt hervor.

    Henry Thomas Buckle

  56. Man glaub gewöhnlich, es gibt keine Steigerungsform von tot. Diese gibt es aber doch: ausgestorben

    Martin Kessel

  57. Es ist besser, sich von Zweifeln beunruhigen zu lassen, als lange im Irrtum zu verweilen

    Alessandro Manzoni

  58. Was ist der Mensch? Jedenfalls nicht das, was er sich einbildet zu sein, nämlich die Krone der Schöpfung

    Wilhelm Raabe

  59. Die Fehler gehören zum Leben wie der Schatten zum Licht.

    Friedrich Georg Jünger

  60. Predige Weisheit lang und breit, wer folgt ihren Pfaden? Auf Erden wird kein Mensch gescheit, außer durch eigenen Schaden.

    Victor Blüthgen