Sprüche über Genuss
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Wahrer Genuss beginnt dort, wo der Augenblick nicht hastig verbraucht, sondern wirklich wahrgenommen wird. Er verbindet Sinne, Gegenwart und Dankbarkeit und macht aus etwas Gewöhnlichem oft eine Erfahrung von besonderer Dichte. Deshalb gehört dieses Thema zu den feinen Formen gelebter Lebenskunst.
Seine Würde liegt nicht im Übermaß, sondern im bewussten Erleben. Genuss setzt Offenheit voraus und zeigt, dass Reichtum oft weniger mit Besitz als mit der Fähigkeit zu tun hat, Schönes und Gutes wirklich aufnehmen zu können.
Seit der Erfindung der Kochkunst essen die Menschen doppelt soviel wie die Natur verlangt.
— Benjamin Franklin
Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück gefunden im edlen Gerstensaft.
— Frank Wedekind
Die Welt gehört, wie die Frauen, dem, der sie verführt, genießt und mit Füßen tritt.
— Giacomo Leopardi
Glück besteht aus einem hübschen Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung.
— Jean-Jacques Rousseau
Ein Mädchen und ein Gläschen Wein, sind die Retter in der Not, denn wer nicht trinkt und wer nicht küsst, der ist so gut wie tot.
— Johann Wolfgang von Goethe
Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt.
— Martial
Das Leben leicht tragen und tief genießen, ist ja doch die Summe aller Weisheit.
— Wilhelm von Humboldt
Schön Fleisch ist schwer vor den Fliegen zu bewahren
Der Genuß schwerer Speisen beeinträchtigt das innere Gleichgewicht; man wird krank.
— Ferdinand Ebner
Nichts macht uns geneigter, an ein gutes Essen zu denken, als ein leerer Tisch.
— Alexandre Dumas
An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.
Lieber einen Darm im Leibe gesprengt, als dem Wirt einen Tropfen geschenkt.
Eier in der Pfanne geben Kuchen, aber keine Küken.
Aus gebratenen Eiern kommen keine Hühner.
Wo sechse essen, spürt man den siebenten nicht
Auf das schönste Fleisch sitzen gerne Schmeißfliegen
Wenn der Mensch keinen Genuß mehr an der Arbeit findet und nur arbeitet, um so schnell wie möglich zum Genuß zu gelangen, so ist es nur ein Zufall, wenn er kein Verbrecher wird.
— Christian Matthias Theodor Mommsen
Freude treibt zum Genuß, Seligkeit zur Arbeit.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Ich bereue nichts, ich überdenke nichts, ich genieße alles.
— Charles Joseph Fürst von Ligne
Die Sauce ist für die Kochkunst, was die Grammatik für die Sprache.
Es wird mit Recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten, und daß man ihn gehörig mache, ist weibliche Charaktersache.
— Wilhelm Busch
Der Vorteil des schlechten Gedächtnisses ist, dass man dieselben guten Dinge mehrere Male zum erstenmal genießt.
— Friedrich Nietzsche
Die Genußsucht frißt alles auf, am liebsten aber das Glück.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wer keinen Wein trinkt, dem entgeht viel Genuß, wer aber den Wein falsch trinkt, verdirbt sich und anderen den Genuß.
— Joachim Ringelnatz
Es heisst, dass die Natur die Schweine geschaffen hat, damit wir schlemmen können.
Voller Bauch lobt das Fasten.
Die Ehe ist ein Vertrag, bei dem der Mann auf die Hälfte seiner Lebensmittel verzichtet, damit man ihm die andere Hälfte kocht;
— Franklin P. Jones
Die Zigarette ist das vollendete Urbild des Genusses: Sie ist köstlich und läßt uns unbefriedigt.
— Oscar Wilde
Jedem Genusse folgt sein Schatten, die Unlust.
— Nikolai Michailowitsch Karamsin
Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast; ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last
— Christian Fürchtegott Gellert
Ist der Bauch satt, so ist das Herz froh.
Auf einen guten Bissen gehört ein guter Trunk.
Fortwährendem Entbehren folgt Stumpfheit ebenso wie übermässigem Genuss.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wenn der Bauch voll ist, ist das Haupt blöde.
Treibe bei der Arbeit, aber nicht beim Essen.
Wo man isst, geh hinzu, wo man Geld zählt, geh hinweg
Wer ganz mit seinem Schmerz allein, der lernt den Schmerz genießen.
— August von Platen
Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, dass man nichts genossen hat.
— Giovanni Boccaccio
Junge Hähnchen, sanft gebraten, dazu kann man dringend raten.
— Wilhelm Busch
Das Leben muss wie ein kostbarer Wein mit gehörigen Unterbrechungen Schluck für Schluck genossen werden.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Jede Leidenschaft, die Raum zum Genießen und Nachdenken läßt, ist keine starke Leidenschaft.
— Michel de Montaigne
Der Fisch will dreimal schwimmen: Im Wasser, im Schmalz und im Wein.
Die Fische haben gut leben, sie trinken, wann sie wollen.
Ein guter Hahn wird selten fett.
Wer nicht Hundslauch riechen kann, soll auch kein Wildbret essen.
Lieben und nicht genießen möchte den Teufel verdrießen.
Wenn die Maus satt ist, schmeckt das Mehl bitter.
Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu empfinden weiß und am fremden Genuss sich wie am eignen zu freun.
— Johann Wolfgang von Goethe
Bei der Arbeit recht Beginnen, beim Genießen rechter Schluss!
— Franz Emanuel August Geibel
Wir haben nicht mehr Recht, Glück zu empfangen, ohne es zu schaffen, als Reichtum zu genießen, ohne ihn zu produzieren.
— George Bernard Shaw
Letztendlich ist die Liebe im Vergleich zum Esprit einer Tabakspfeife banal.
— Jules de Goncourt
Hoffnung, das ist die Illusionskraft der Seele, die in ihrer Illusion neun Zehntel des Glücks, das sie erwartet, vorweg genießt.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Tee, Kaffee und Leckerli bringen den Bürger ums Äckerli.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zu Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Schlaf ist das einzige Geschenk, das uns die Götter ohne Arbeit gaben, mit der Arbeit aber dreifach versüßen.
— Karl Julius Weber
Hunger wandelt Bohnen in Mandeln.
Unter der Tonkunst schwillt das Meer unseres Herzens auf wie unter dem Mond die Flut.
— Jean Paul
Die Freiheit ist ein Gut, das alle anderen Güter zu genießen erlaubt.
— Charles-Louis de Montesquieu
Genieß die Gegenwart mit frohem Sinn, sorglos, was dir die Zukunft bringen werde; doch nimm auch bittern Kelch mit Lächeln hin - vollkommen ist kein Glück auf dieser Erde.
— Horaz
Die Gegenwart, in der der Mensch lebt, wird nicht für ihn genußreich durch ruhigen Besitz des Erworbenen, sondern durch das Streben nach höheren Zielen.
— Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg