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Sprüche über Enttäuschung

175 Sprüche — Seite 3

Wer enttäuscht ist, hat meist mehr erhofft – nicht weniger. Darin liegt eine stille Würde: Enttäuschung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Engagement, von Vertrauen, das sich nicht erfüllt hat. Sie zeigt, dass man bereit war zu glauben, sich zu öffnen, etwas zu wagen.

Deshalb trägt dieses Thema eine ehrliche Tiefe in sich, die weit über bloße Klage hinausreicht. Im Nachdenken darüber gewinnt das Erlebte Abstand – und bisweilen auch den Mut, es trotz allem noch einmal zu wagen.

  1. Das Volk gehört nicht zu jenen Geliebten, welche an Schönheit gewinnen, wenn man sie im Negligé sieht.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  2. Man erlebt immer wieder Enttäuschungen, aber man lernt auch immer besser damit umzugehen.

    Donatien A. F. Marquis de Sade

  3. Nur Siege und keine Niederlagen kennen ist von Nachteil.

  4. Männer, die zur Schmetterlingsjagd tendieren, haben meist schlechte Erfahrungen mit Frauen hinter sich.

    David Herbert Lawrence

  5. Unser Stolz auf den Besitz irgendeiner guten Eigenschaft erleidet einen argen Stoß, wenn wir sehen, wie stolz andere auf das Nichtbesitzen derselben guten Eigenschaft sind

    Marie von Ebner-Eschenbach

  6. Für immer sucht vergebens, wer in seinem Herzen sucht.

    Bettina von Arnim

  7. Unsere Zeit ist eine Zeit der Erfüllung, und Erfüllungen sind immer Enttäuschungen.

    Robert Musil

  8. Wer mit dem Feuer spielt, verbrennt sich dabei.

  9. Um in den Dingen des Menschenherzens durch und durch bewandert zu sein, müssen wir auch noch in dem mit eisernen Schließen verschlossenen Buch der Verzweiflung nachschlagen.

    Edgar Allan Poe

  10. Ich rechne nie! Auf die Art kann's Schicksal mir auch nie einen Strich durch die Rechnung machen.

    Johann Nepomuk Nestroy

  11. Man darf sich nicht kränken, wenn uns andere nicht die Wahrheit sagen: denn wir sagen sie uns oft selber nicht

    François de la Rochefoucauld

  12. Schläge von einem Freund sind wie das Essen von Rosinen

  13. Wahlen sind manchmal die Rache des Bürgers. Der Stimmzettel ist ein Dolch aus Papier

    David Lloyd George

  14. Männer heiraten, weil sie müde, Frauen, weil sie neugierig sind; beide werden enttäuscht.

    Oscar Wilde

  15. Vier Dinge dürfen uns nicht blenden: Die Vertraulichkeit des Fürsten, die Schmeichelei der Damen, das Lächeln des Feindes und die Wärme des Winters; denn sie sind von kurzer Dauer.

  16. Es ist schmerzlich, einem Menschen seine Grenzen anzusehen

    Christian Morgenstern

  17. Ein Gemüt jedoch, das nicht gelernt hat vorauszuschauen und sich die Zukunft stets rosig malt, wird von den ersten Widerwärtigkeiten zu Boden geworfen.

    Francesco Petrarca

  18. Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  19. Enttäuschungen töten nicht und Hoffnungen lassen leben.

    George Sand

  20. Wer die Seele einer Frau sucht, ist nicht immer enttäuscht, ihren Körper zu finden

    Jean Paul

  21. Wenn die Geizhälse nicht das kriegen, was sie wollen, fallen sie in eine Traurigkeit, aus der sie sich nicht leicht erheben können.

    Hildegard von Bingen

  22. Der Mensch ist dazu bestimmt, den Sturz seiner Götter zu überleben.

    David Herbert Lawrence

  23. Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden

    Theodor Storm

  24. Mancher hält sich für taub, bloß weil nicht mehr über ihn gesprochen wird.

    Charles de Talleyrand

  25. Wirklich gute Freunde machen sich erst aus dem Staub, wenn man sie dringend braucht.

    Charles de Talleyrand

  26. Nichts schmerzt so sehr wie fehlgeschlagene Erwartungen, aber gewiss wird auch durch nichts ein zum Nachdenken fähiger Geist so lebhaft wie durch sie erweckt.

    Benjamin Franklin

  27. Ich hatte mich drauf verlassen wie der Bock auf die Hörner.

  28. Er kommt vom Pferd auf den Esel.

  29. Der Esel trägt das Korn in die Mühle und bekommt Disteln.

  30. Auch gut, hat der Bauer gesagt, da hatt' er einen Floh gefangen. Er war aber auf den Läusefang aus.

  31. Die Henne, die zu früh gackert, legt auf den Tag ein Windei.

  32. Wenn die Hunde gähnen, ist die beste Jagd vorbei.

  33. Der Hund wird nicht ledig, ob er gleich in die Kette beißt.

  34. Damit lockt man keinen Hund vom Ofen.

  35. Die Lieb ist übel angelegt, die keine Lieb herwider trägt.

  36. Er lässt den Schwanz hängen wie ein begossener Pudel.

  37. Man muss oft die Jagd abblasen, ob man gleich nichts gefangen hat.

  38. Jagen und nicht fangen macht verdrossene Jäger.

  39. Später Dank und späte Freuden gleichen der Wintersonne: sie wärmen wenig und wecken müde Kräfte

    Theodor Toeche-Mittler

  40. Ein Mensch ist erst alt, wenn Reue den Platz von Träumen einnimmt.

    John Barrymore

  41. Wem man das Gefühl seiner Verantwortlichkeit nimmt, dem nimmt man das Gefühl seiner Bedeutung.

    Fanny Lewald

  42. Von Menschen kommt kein Glück. Da erwartet man es nur.

    Rahel Varnhagen von Ense

  43. Bei allem Misslingen hofft meine ewig närrische Seele doch immer das Unglaublichste. Wir lassen nicht vom Glück!

    Rahel Varnhagen von Ense

  44. Freundschaft ist sicherlich der beste Balsam für die Wunden einer enttäuschten Liebe.

    Jane Austen

  45. Ja, so sind die meisten Menschen. Die Unglücksfälle schreiben sie sich ins Gedächtnis und memorisieren sie fleißig; aber das Glück, das viele Glück, beachten sie nicht - arme, arme Welt.

    Paula Modersohn-Becker

  46. Dank ist eine seltene Gabe des selten gütigen Schicksals; aber an den steilen Höhen des Geschäftslebens, in seinen Morästen und Einöden muss man nie nach ihr botanisieren, sonst bringt man nur wunde F …

    Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

  47. Hoffen und gewinnen, verlieren und resignieren, das ist die steigende und fallende Welle des Lebens.

    August Pauly

  48. Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

    August Pauly

  49. Schmücke nie Dein Werk mit allzu viel Erwartung, denn nichts Herb'res gibt's, als nüchterne Enttäuschung.

    Heinrich Martin

  50. Mit Spott verscheuchen wir die Toren, aber auch unsere Freunde.

    Heinrich Martin

  51. Viel Kummer bereitet es meinem Herzen, wenn ich daran denke, was der Mensch aus dem Menschen gemacht hat.

    William Wordsworth

  52. Im Leben muss man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  53. Ich glaube, es gibt niemanden, der die Enttäuschung oder vielmehr die Verzweiflung des reiferen und des hohen Alters jemals beschrieben hätte.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  54. Je idealer das Streben, je höher die sittlichen Anforderungen, die man an sich stellt, umso schmerzlicher das Bewusstsein der Schwäche.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer

  55. Vergib einer Liebe, die nicht wissen kann, warum sie etwas tat, und nötige sie nicht um des Warums, weil es deine Verletzung ist!

    Emily Elizabeth Dickinson

Wer enttäuscht ist, hat meist mehr erhofft – nicht weniger. Darin liegt eine stille Würde: Enttäuschung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Engagement, von Vertrauen, das sich nicht erfüllt hat. Sie zeigt, dass man bereit war zu glauben, sich zu öffnen, etwas zu wagen.

Deshalb trägt dieses Thema eine ehrliche Tiefe in sich, die weit über bloße Klage hinausreicht. Im Nachdenken darüber gewinnt das Erlebte Abstand – und bisweilen auch den Mut, es trotz allem noch einmal zu wagen.