Sprüche und Zitate von Else Pannek
190 Zitate — Seite 3
Über den Autor
*1932
Else Pannek (*1932) ist als deutschsprachige Aphoristikerin mit knappen, oft ernüchternden Sinnsprüchen präsent. Ihre Texte kreisen um Einsamkeit, Freiheit, Verzweiflung und die kleinen Selbsttäuschungen des Alltags, ohne daraus pathetische Lebenslehren zu machen. Gerade die nüchterne Verdichtung gibt ihren Beobachtungen eine stille, manchmal scharfe Wirkung. Diese knappe Härte schützt sie vor bloßer Sentimentalität.
Wünsche in die Realität umzusetzen, ist die Herausforderung, an der alles scheitert oder zu einem großen Abenteuer wird.
Wenn ganzer Einsatz erforderlich ist, bewirkt Taktik allein nichts.
Die gute alte Zeit ist die gute alte Zeit, weil man damals jung gewesen ist.
Die Natur besiegen zu können, ist ein intellektueller Trugschluss. Besiegen setzt bekämpfen und vernichten voraus.
Wer begreift, was er fühlt, kann für sich handeln.
Gleichgültigkeit wirkt wie Raureif auf Knospen — Lieblosigkeit wie Frost.
Freude ist wie das Erblühen einer Knospe, ein Sonnenaufgang, ein erfrischender Quell auf der Wanderung.
Horoskope liest, wer nicht hat, was er braucht. Die Horoskope bringen's nicht.
Wir diskutieren. Als wir noch miteinander sprachen, verstanden wir uns.
Zwischen Wissen und Können liegt manchmal ein langer Weg.
Wenig zu brauchen mag zur Zufriedenheit beitragen — vorausgesetzt, man hat die Wahl.
Auf einem Boden voll ungetaner Dinge hat Neues keinen Platz zum Wachsen.
Erfüllte Wünsche sind oft die, für deren Verwirklichung etwas getan wurde.
Zu viel verschenkt, wer selber Freude braucht.
Schwierigkeiten beim Namen zu nennen, verleiht ihnen Gestalt — lässt sie begreifen, macht sie greifbar.
Hass — Ohnmacht, die sich selbst verletzt. Wer sich liebt, wehrt sich, bevor er hasst.
Wer Gefühle zeigt, lebt aus sich heraus — intensiv und doch geschützt. Wer seine Gefühle nicht verdeutlichen kann, lebt in sich hinein, vor sich hin — wehrlos.
Kinder lieben ihre Eltern. — Sie können nicht anders. — Und sie brauchen für eine unbeschadete Entwicklung: Eltern, die sie und einander lieben, Liebensmögliches an den Eltern.
Auf andere herabzusehen macht kleiner und ärmer. Es geschieht von einem Standpunkt, von dem keine menschliche Wärme ausgeht und an den keine gelangt.
Besserwisser erwecken den Eindruck alle anderen für dumm zu halten.
Vergangenheit ist unabänderlich. Getragen wiegt sie leichter als geschleppt.
Politik ist, wenn Selbstverständliches zur Errungenschaft wird.
Ängste beeinflussen die Entwicklung. — Entfaltung geschieht im Freisein von Angst.
Fortschritt ist, wenn Menschen gezüchtet werden, die die Schadstoffe ihres Fortschritts überleben.
Es macht frei, seine Mitmenschen zu lassen wie sie sind.
Wer Pflanzen wachsen lässt, der hat auch Schmetterlinge.
Selbstgesuchte Vorbilder sind besser als verordnete.
Unsicherheit ist der Begleiter jeder Veränderung.
Krieg verkleinert die Probleme, die ihn angeblich verursachten. Kriegsfolgen lassen sie vergessen.
Eine Aufforderung zum blinden Vertrauen öffnet die Augen — früher oder später.
Ein erreichbares Ziel hilft zu leben.
Vorschriften, deren Einhaltung unmöglich ist, könnten beabsichtigt und der Machterhaltung dienlich sein.
Alt zu werden ist eine Gnade — aber nicht immer ein Vergnügen.
Verstehen ist ein Licht — Begreifen ein Sonnenaufgang.
Gekaufte Anerkennung unterliegt dem Börsenkurs.
Gesetze sind unabhängig von Vernunft. Vernunft darf angewandt werden, obgleich gesetzlich nicht verlangt.
Helden leben gern. Sie wissen wie kostbar und verletzlich Leben ist, haben Herz und Rückgrat es zu schützen.
Wir wurden nicht aus dem Paradies vertrieben. Es war umgekehrt, wir haben das Paradies vertrieben.
Toleranz ist möglich — im Freisein von Angst.
Körper und Seele nehmen die Haltung der Gedanken an. Tief atmen, gerade machen, den Gedanken Richtung weisen.
Alles hat seine Gültigkeit — alles und immer — Gestern, Heute und Morgen. Und doch muss jeder, muss jede Generation alles neu erleben und durchleiden, erkennen und begreifen.
Bestätigung ist für Kinder Lebenselixier und für Erwachsene Balsam.
Etwas Ruhe zum Besinnen, — Jede Atempause feiern und genießen. — Wir wären besinnungslos ohne Ruhe uns zu besinnen.
Jugend weiß alles. Das Alter weiß was alles möglich ist.
Theorie findet im Kopf statt. An der Praxis ist der ganze Mensch beteiligt.
Der Umgang mit Lebewesen hinterlässt Spuren im Seelenleben.
Für Steuergelder wurde gearbeitet. Sie sind es wert mit Sorgfalt und Achtung verwendet zu werden.
Erfolgserlebnisse stärken und helfen Wege etappenweise zu bewältigen.
Jede Wählerstimme ist ein Auftrag. Nur das, nichts sonst.
Jede Tat muss Konsequenzen haben.
Ungebeten spontan geäußerter Rat als Reaktion auf eine Schreckensnachricht vertreibt Mitgefühl und Trost.
Wer nicht für seine Missetaten geradestehen muss, begreift nicht, wo Straftaten beginnen.
Wenn Eltern sich verletzend streiten, verletzen sie auch ihre Kinder.
Für Ehrfurcht vor dem Leben können wir uns nichts kaufen. Alles, was gut und unbezahlbar ist, bekämen wir als Geschenk.
Habgier zerstört den Gierigen, Habgier und Macht haben größere Dimensionen.
Jedes Gefühl hat einen Namen. Nennt man es beim richtigen, kann man sich hineinfühlen, es erkennen, begreifen und lernen damit umzugehen.
Kein noch so zwingender Eid, keine noch so zwingende Vorschrift befreien davon, Herz und Verstand zu gebrauchen.
Gewiss ist, dass es Sonne gibt und Regen — dass es Abend wird und Nacht — und dass danach ein Morgen beginnt das ist gewiss.
Worte öffnen Wege. Sie sind der Schlüssel zur Seele und die Brücke zum Nächsten.
Gleichgültigkeit nimmt die Farbe aus dem Leben.