
Die Kirche Roms hat durch die Einführung des Weihnachtsfestes das Christentum gerettet.
Bedeutung
Paul de Lagarde, Orientalist und Theologe des 19. Jahrhunderts, formuliert eine provokante These zur Kirchengeschichte: Das Weihnachtsfest, das in seinen Ursprüngen auf vorchristliche winterliche Traditionen zurückgeht, habe dem Christentum geholfen, sich breiter in der Bevölkerung zu verankern. Durch die Übernahme und Umprägung bestehender Feste sei die Kirche zugänglich und attraktiv geworden, was ihren langfristigen Fortbestand gesichert habe. Lagarde deutet damit an, dass religiöse Institutionen durch kulturelle Anpassungsfähigkeit überleben – nicht allein durch Dogma und Doktrin.
Verwendung
Passend in Diskussionen über Religionsgeschichte, die Entstehung christlicher Feste oder kulturelle Inkulturation. Geeignet für Texte über religiösen Wandel, das Verhältnis von Kirche und Volkskultur sowie die Frage, wie Institutionen durch Anpassung an bestehende Traditionen überleben. Auch treffend im Advent- oder Weihnachtskontext als historischer Denkanstoß.
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Über Paul de Lagarde
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1827 - 1891
Paul de Lagarde (1827–1891) war Berliner Theologe und Orientalist, der als einer der einflussreichsten Antisemiten des 19. Jahrhunderts Assimilation oder Vertreibung der Juden forderte.
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Ursprünglich Paul Anton Bötticher, widmete er sich wissenschaftlich vor allem der Septuaginta nach historisch-kritischer Methode, fand jedoch kaum Anerkennung in Gelehrtenkreisen. Erst seine Berufung 1869 auf den Göttinger Lehrstuhl für orientalische Sprachen verschaffte ihm die Reputation, kulturkritische Traktate einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Darin forderte er eine nationale Religion, lehnte die Frauenbewegung ab und prägte den modernen Antisemitismus kulturphilosophisch.

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