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Die Welt zerstreut oder engt dich ein

Spruchbild: Die Welt zerstreut oder engt dich ein, musst in dir selbst zu Hause sein. Der wird von Unr …

Die Welt zerstreut oder engt dich ein, musst in dir selbst zu Hause sein. Der wird von Unrast nicht verschont, der bei sich selbst zur Miete wohnt.

Bedeutung

Paul Johann Ludwig von Heyse, Nobelpreisträger für Literatur, formuliert in diesem Vers eine Lebensweisheit über innere Heimat: Die Welt kann einen Menschen zerstreuen oder einengen – beides macht unruhig. Den einzigen stabilen Ort findet man nicht außen, sondern in sich selbst. Wer 'bei sich selbst zur Miete wohnt', hat keinen festen inneren Standpunkt und ist deshalb von äußeren Umständen abhängig. Das Bild des Zuhause-Seins in sich selbst ist eine kompakte Formulierung stoischer und romantischer Lebensphilosophie: Innerlichkeit als Quelle von Ruhe und Freiheit, unabhängig davon, was die Welt bietet oder nimmt.

Verwendung

Passend für Texte über innere Ruhe, Selbstfindung und das Verhältnis von Außen- und Innenwelt sowie für philosophische Beiträge über Heimat und Identität. Auch geeignet als literarisches Zitat in Reden oder Essays über Selbstkenntnis, Beständigkeit und den Weg zur inneren Stabilität.

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Über Paul Johann Ludwig von Heyse

Über den Autor

1830 - 1914

Paul Johann Ludwig von Heyse (1830–1914) war der erste deutsche Belletrist, dem 1910 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, und hinterließ u. a. rund 180 Novellen.

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Heyse wurde in Berlin geboren und verbrachte den Großteil seines Lebens in München, wo er als einflussreicher „Dichterfürst" Freundschaften mit den führenden Geistern seiner Zeit pflegte. Sein Gesamtwerk umfasst neben den Novellen auch 68 Dramen, acht Romane und zahlreiche Gedichte – verlegt in 15 Bänden von je rund 700 Seiten. Theodor Fontane traute ihm zu, seiner Epoche den Namen zu geben und ein „Heysesches Zeitalter" einzuleiten.

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