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Einem Kind, das sich im Dunkeln fürchtet, verzeiht man gerne

Spruchbild: Einem Kind, das sich im Dunkeln fürchtet, verzeiht man gerne. Tragisch wird es erst, wenn  …

Einem Kind, das sich im Dunkeln fürchtet, verzeiht man gerne. Tragisch wird es erst, wenn Männer das Licht fürchten.

Bedeutung

Platon unterscheidet zwei Formen der Angst: Kinder fürchten die Dunkelheit – das Unbekannte, Undurchdringliche – das ist natürlich und verzeihlich. Erwachsene, die das Licht fürchten – Wahrheit, Klarheit, Erkenntnis – wählen dagegen bewusst die Unwissenheit. Das ist die eigentliche Tragödie: nicht die kindliche Angst vor dem Unbekannten, sondern die erwachsene Weigerung, sich dem Bekannten zu stellen. Platon richtet die Kritik gegen selbstverschuldete Unmündigkeit in jedem Alter.

Verwendung

Als Argument für Mut zur Wahrheit und Bereitschaft zur Erkenntnis passend, in Bildungsgesprächen, politischen Diskussionen oder als Reflexion über Ignoranz und Aufklärungsverweigerung. Gut in Seminaren, Reden oder analytischen Texten. Besonders scharf, wenn eine konkrete Situation des 'Lichts-Fürchtens' benannt wird.

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Über Platon

Über den Autor

Philosoph · Antik-Griechisch · 427 - 347 v. Chr.

Platon (428/427–348/347 v. Chr.) war ein athenischer Philosoph, Schüler des Sokrates und Lehrer des Aristoteles, der die Ideenlehre begründete.

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Er etablierte den literarischen Dialog als philosophische Schreibform und verhalf dieser Gattung damit zum Durchbruch. Seine Werke umspannen Metaphysik, Ethik, Staatstheorie und Sprachphilosophie und setzten Maßstäbe für Jahrhunderte. Um dogmatische Festlegungen zu vermeiden, ließ er viele Fragen bewusst offen und überließ deren Klärung den Lesern.

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