gratis-spruch.de Logogratis-spruch.de

Man braucht nicht immer alles zu sagen, das wäre Tölpelei

Spruchbild: Man braucht nicht immer alles zu sagen, das wäre Tölpelei. Aber was man sagt, soll so sein …

Man braucht nicht immer alles zu sagen, das wäre Tölpelei. Aber was man sagt, soll so sein, wie man es denkt. Lieber will ich taktlos und unhöflich sein als schmeicheln und mich verstellen.

Bedeutung

Montaigne unterscheidet zwischen Schweigen aus Takt und Reden aus Wahrhaftigkeit. Nicht alles auszusprechen ist klug, weil vollständige Offenheit schnell grob werden kann. Wenn man aber spricht, soll das Gesagte mit dem eigenen Denken übereinstimmen. Die scharfe Pointe liegt im Vorrang von Echtheit vor Schmeichelei: Lieber nimmt er Unhöflichkeit in Kauf, als sich durch falsche Freundlichkeit zu verstellen. Der Satz verteidigt ehrliche Rede, ohne unbedachte Redseligkeit zu feiern.

Verwendung

Das Zitat passt zu Debatten über Ehrlichkeit, Kritik, Diplomatie, Freundschaft oder Führung. Es eignet sich in Essays, Gesprächsregeln, Coaching-Kontexten oder persönlichen Briefen, wenn zwischen Taktgefühl und Verstellung unterschieden werden soll. Für verletzende Direktheit ist es keine Entschuldigung; die erste Zeile mahnt ausdrücklich zur Zurückhaltung.

Wie gefällt dir dieser Spruch?

Durchschnittsbewertung: 4.00 von 5 (9 Stimmen)

Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.88 von 5

Über Michel de Montaigne

Über den Autor

Philosoph · Französisch · 1533 - 1592

Michel de Montaigne (1533–1592) war französischer Jurist, Skeptiker und Humanist – vor allem aber Begründer der Essayistik als eigenständige Literaturgattung.

Mehr erfahren

Als dem katholischen Glauben verbundener Politiker bewegte er sich im Umfeld der französischen Monarchie in der Spätrenaissance und der beginnenden Gegenreformation. Seine auf Schloss Montaigne im Périgord verfassten „Essais" gelten als Geburtsstunde einer bis heute lebendigen Schreibform, die das eigene Denken und Erleben in den Mittelpunkt stellt.

Mehr auf Wikipedia

Ähnliche Sprüche