
Höchstes Glück ist kurzes Blitzen, fühl's und sprich: "Auf Wiederkehr!" Ließ es dauernd sich besitzen, wär' es höchstes Glück nicht mehr.
Bedeutung
Geibels Poesiealbumvers beschreibt höchstes Glück als kurzes Aufleuchten, nicht als dauerhaften Besitz. Das Bild vom Blitzen macht Glück intensiv, hell und flüchtig zugleich. Der Ausruf auf Wiederkehr nimmt Abschied, ohne festhalten zu wollen. Gerade weil das Glück nicht ständig verfügbar ist, bleibt es kostbar. Der Spruch bewahrt eine alte, gereimte Form und verbindet Dankbarkeit mit der Einsicht in Vergänglichkeit. Dauer würde dem höchsten Glück seinen Ausnahmecharakter nehmen.
Verwendung
Der Vers passt in Poesiealben, nostalgische Geburtstagsgrüße, Erinnerungsbücher oder eine Karte nach einem besonders schönen gemeinsamen Tag. Er eignet sich, wenn ein kurzer Moment gewürdigt werden soll, ohne ihn festzuklammern, etwa nach einem Fest, Besuch oder Wiedersehen im Familien- oder Freundeskreis.
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Über Franz Emanuel August Geibel
Über den Autor
Deutsch · 1815 - 1884
Franz Emanuel August Geibel (1815–1884) war ein Lübecker Lyriker, dessen Gedichte von Schumann, Brahms und Mendelssohn vertont wurden und mit „Der Mai ist gekommen" bis heute im Volksmund lebendig sind.
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Über 3500 Kompositionen zu knapp 300 seiner Gedichte entstanden – mehr als jedes andere deutschsprachige Lyrikwerk seiner Epoche. Sein Gedicht „Deutschlands Beruf" (1861) lieferte die Verse, die Kaiser Wilhelm II. zum politischen Schlagwort „Am deutschen Wesen soll dereinst die Welt genesen" umformte. Ab 1843 war Geibel neben Heinrich Heine und Friedrich Rückert der meistgelesene deutsche Dichter seiner Zeit.

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