
Ganz dumm ist nicht so schlimm als nur halb aufgeklärt.
Bedeutung
Gleim hält Halbbildung für gefährlicher als völlige Unwissenheit. Ganz dumm zu sein ist schlimm, aber wer nur halb aufgeklärt ist, besitzt genug Wissen für Selbstsicherheit und zu wenig für Urteilsfähigkeit. Die Pointe trifft eine besondere Gefahr: unvollständige Aufklärung kann Hochmut erzeugen. Der Satz verteidigt nicht Dummheit, sondern warnt vor Wissen ohne Tiefe, Selbstprüfung, Demut, Lernbereitschaft, Zweifel, Geduld, Genauigkeit und klares Bewusstsein der eigenen Grenzen.
Verwendung
Gut für Bildungstexte, Medienkritik, Debatten über Halbwissen, Unterricht oder Essays über Aufklärung. Der Spruch passt, wenn oberflächliche Informiertheit kritisiert werden soll. In persönlicher Kritik wirkt er hart und sollte eher allgemein als Beobachtung über Wissenskultur oder Diskussionsklima verwendet werden.
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Über Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Über den Autor
Dichter · 1719 - 1803
Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803) war Dichter der Aufklärung, der als Anakreontiker „deutscher Anakreon" und als Autor patriotischer Kriegslyrik „preußischer Grenadier" genannt wurde.
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Gleim wirkte als Literaturmäzen und Sammler in Halberstadt und galt am Ende des 18. Jahrhunderts als Patriarch der deutschen Literatur, weshalb man ihn liebevoll „Vater Gleim" nannte. Er war ein zentraler Vertreter der Freundschaftskultur der Aufklärung und pflegte ein weitreichendes Netzwerk zu den bedeutendsten Dichtern seiner Zeit.

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Der wahre Freund ist Freund in Worten und in Werken.
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
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— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
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— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
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