
Erst durch das Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann.
Bedeutung
Wilhelm Raabe, der deutsche Erzähler des Bürgerlichen Realismus, formuliert in diesem Satz eine paradoxe Weisheit über das Lesen: Es lehrt uns, was wir besser ungelesen lassen könnten. Das ist keine Warnung vor dem Lesen, sondern eine Aussage über Urteilsvermögen: Wer viel gelesen hat, weiß, welche Bücher die Zeit nicht wert sind. Lesen schult die Fähigkeit zur Auswahl. Raabe, der selbst ein außerordentlich belesener Autor war, beschreibt damit eine Selbstironie des Buchliebhabers: Der Gebildetste ist derjenige, der am klügsten auswählt.
Verwendung
Passend als Raabe-Zitat in Texten über Lesen, Selektion und die Kunst der richtigen Buchauswahl sowie für Beiträge über Bildung, Urteilsvermögen und die Überzeugung, dass echte Lesekultur auch das Weglassen einschließt. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über die Notwendigkeit, klug zu wählen, was man liest.
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Über Wilhelm Raabe
Über den Autor
Deutsch · 1831 - 1910
Wilhelm Raabe (1831–1910) war ein deutscher Schriftsteller des poetischen Realismus, der unter dem Pseudonym Jakob Corvinus gesellschaftskritische Romane und Novellen verfasste.
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Raabe wurde in Eschershausen geboren und verbrachte den Großteil seines Lebens in Braunschweig, wo er fast 40 Jahre wohnte. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war er auch als Zeichner und Maler aktiv. Frühere Lebensstationen führten ihn für acht Jahre nach Stuttgart und mehrere Jahre nach Wolfenbüttel.

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