
Gerechtigkeit ist die feste Absicht, jedem zu geben, was ihm von Rechts wegen zukommt; Ungerechtigkeit hingegen ist es, jemandem im Namen des Rechts etwas wegzunehmen, was ihm bei richtiger Auslegung des Rechts zustünde
Bedeutung
Spinoza definiert Gerechtigkeit nicht als äußere Regel oder staatliches Gebot, sondern als innere Haltung des Menschen – einen festen, beständigen Willen, der dauerhaft und nicht situativ wirkt. Die Formulierung, jedem das Seine zu geben, verweist auf die klassische Gerechtigkeitsdefinition, verschiebt sie aber ins Persönliche: Es geht nicht um Gesetze, sondern um die moralische Disposition des Einzelnen. Gerechtigkeit ist für Spinoza eine bewusste Entscheidung der Person, keine bloße gesellschaftliche Pflichterfüllung.
Verwendung
Geeignet für Reden zu Recht, Ethik oder gesellschaftlichem Miteinander – in Gerichtskontexten, politischen Diskussionen oder philosophischen Seminaren und Diskussionsrunden. Auch als Leitspruch für Organisationen oder gemeinnützige Vereine, die auf Fairness, Gemeinsinn und gegenseitige Verantwortung gegenüber allen Mitgliedern ausgerichtet sind.
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Über Baruch de Spinoza
Über den Autor
Philosoph · 1632 - 1677
Baruch de Spinoza (1632–1677) war ein niederländischer Philosoph, Sohn sephardischer Einwanderer aus Portugal, und gilt als einer der Begründer der modernen Bibel- und Religionskritik.
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Spinoza wurde am 24. November 1632 in Amsterdam geboren und wuchs mit Portugiesisch als Erstsprache auf. Als Vertreter des Rationalismus entwickelte er ein streng systematisches Weltbild, in dem Gott und Natur als ein und dasselbe begriffen werden. Er starb am 21. Februar 1677 in Den Haag, wo er als Linsenschleifer seinen Lebensunterhalt verdient hatte.
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