
Der Glaube kann uns niemals von etwas überzeugen, was unserer Erkenntnis zuwiderläuft.
Bedeutung
John Locke, der englische Empirist und Begründer des Liberalismus, formuliert in diesem Satz eine erkenntnistheoretische Grenze des Glaubens: Glaube kann uns nicht zu etwas überreden, das der Erkenntnis widerspricht. Das ist eine aufklärerische Position: Vernunft und Erkenntnis bilden den Rahmen, innerhalb dessen Glaube operiert. Was der klaren Erkenntnis widerspricht, kann nicht Gegenstand echten Glaubens sein. Locke, der selbst religiös war und zugleich auf die Überlegenheit der Vernunft bestand, beschreibt damit eine ausgewogene Position: Glaube und Vernunft schließen sich nicht aus, solange der Glaube die Erkenntnis nicht überschreitet.
Verwendung
Passend als Locke-Zitat in Texten über Glaube, Vernunft und ihre gegenseitigen Grenzen sowie für Beiträge über Aufklärung, Erkenntnistheorie und das Verhältnis von Vernunft und Religion. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über die vernünftige Grundlage des Glaubens und die Grenze zwischen Überzeugung und Erkenntnis.
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Über John Locke
Über den Autor
Philosoph · Englisch · 1632 - 1704
John Locke (1632–1704) war ein englischer Philosoph, der als Vater des Liberalismus gilt und mit seiner Vertragstheorie die US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung maßgeblich beeinflusste.
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Als Hauptvertreter des britischen Empirismus vertrat Locke die Überzeugung, dass alle Erkenntnis allein auf Erfahrung beruht. In seinem Werk „Two Treatises of Government" begründete er das Recht auf Widerstand gegen Regierungen, die Naturrechte wie Leben, Freiheit und Eigentum nicht schützen. Seine Ideen flossen direkt in die Verfassungen der USA und des revolutionären Frankreichs ein.

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