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Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit

Spruchbild: Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit  ist wohl die, dass Arbeit als Gnade  …

Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: wer die Butter hat, wird frech.

Bedeutung

Tucholsky analysiert Arbeitslosigkeit als soziale Machtverschiebung mit gesellschaftlicher Brutalität. Wenn Arbeit knapp wird, verliert sie den Charakter normaler gesellschaftlicher Teilhabe und erscheint als Gnade, die von oben vergeben wird. Der Vergleich mit Krieg und knapper Butter macht die soziale Brutalität dieses Verhältnisses sichtbar: Wer das Mangelgut besitzt, verhält sich frech gegenüber denen, die darauf angewiesen sind. Der Satz ist politisch bitter, historisch genau und sozial präzise.

Verwendung

Passend für sozialpolitische Texte, Gewerkschaftskontexte, Arbeitsmarktdebatten oder historische Betrachtungen über Arbeitslosigkeit und Machtverhältnisse. Für persönliche Bewerbungs- oder Motivationsseiten ist es viel zu hart und trifft den falschen Ton. Ein klar gesellschaftskritischer Rahmen ist unbedingt erforderlich, damit der Satz nicht falsch gelesen wird.

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Über Kurt Tucholsky

Über den Autor

Schriftsteller · Deutsch · 1890 - 1935

Kurt Tucholsky (1890–1935) war deutscher Satiriker und Mitherausgeber der Weltbühne, der unter vier Pseudonymen als Gesellschaftskritiker gegen den aufkommenden Nationalsozialismus schrieb.

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Als Pazifist, Sozialist und Antimilitarist warnte Tucholsky früh vor der Erstarkung der politischen Rechten in Militär und Justiz. Er war zugleich Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Seine Pseudonyme – Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel – erlaubten ihm, in verschiedenen Rollen und Tonlagen zu publizieren.

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