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Sprüche über Vorschriften

119 Sprüche — Seite 2

Vorschriften ordnen Verhalten, schaffen Verlässlichkeit und sollen Grenzen setzen, wo Beliebigkeit Schaden anrichten könnte. Doch sobald Regeln sich vom Sinn lösen, wirken sie eng, starr oder ungerecht. Deshalb ist dieses Thema immer auch eine Frage nach Maß, Zweck und menschlicher Freiheit.

Ihr Wert liegt in Klarheit und Schutz, ihre Grenze in bloßer Erstarrung. Vorschriften sind hilfreich, wenn sie Leben ordnen, nicht wenn sie das Denken ersetzen oder Verantwortung hinter Paragraphen verschwinden lassen.

  1. Denken lernt man nicht an Regeln zum Denken, sondern an Stoff zum Denken.

    Jean Paul

  2. Die Ehe gibt dem Einzelnen Begrenzung und dadurch dem Ganzen Sicherheit.

    Christian Friedrich Hebbel

  3. Nimm einen Gefallen an, und der Freund wird fordern, dass du dein Urteil über ihn verfälschst, dass du seine schlechten Taten und die schlechten Taten seiner Frau und seiner Kinder lobst.

    August Strindberg

  4. Beim Genie heißt es: Laß dich gehen! Beim Talent: Nimm dich zusammen!

    Marie von Ebner-Eschenbach

  5. Zwei Rechte sind in der Erklärung der Menschenrechte vergessen worden: das Recht, sich zu widersprechen, und das Recht wegzugehen.

    Charles Baudelaire

  6. Es gibt Regeln für das Glück: Denn für den Klugen ist nicht alles Zufall. Die Bemühung kann dem Glücke nachhelfen.

    Baltasar Gracián y Morales

  7. Es würde wenig Glückliche geben, wenn es anderen zustünde, unsere Beschäftigungen und Vergnügungen uns vorzuschreiben.

    Marquis de Vauvenargues

  8. Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.

    Mark Aurel

  9. Der Irrtum und das Unrecht der Könige werden mit ihnen begraben, aber das Unrecht der Gesetzgeber dauert von Geschlecht zu Geschlecht.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  10. Jede neue Steuer hat etwas erstaunlich ungemütliches für denjenigen, der sie zahlen oder auch nur auslegen soll.

    Otto von Bismarck

  11. Die Bürokratie aber ist krebsmässig an Haupt und Gliedern, nur ihr Magen ist gesund.

    Otto von Bismarck

  12. Sie können es nicht allen recht machen. Lassen Sie sich durch Kritik nicht beeinflussen. Sie sollten nicht Ihre Nachbarn die Maßstäbe für Sie setzen lassen.

    Robert Louis Stevenson

  13. Gehorchen wird jeder mit Genuss den Frauen, den hoch geschätzten. Hingegen machen uns meist Verdruss die sonstigen Vorgesetzten.

    Wilhelm Busch

  14. Die gröblichste Torheit ist doch, sich nach einem Glockenschlag zu richten statt nach Bedürfnis und Verstand.

    Francois Rabelais

  15. Die Religion hat der Liebe einen großen Dienst erwiesen, indem sie sie zur Sünde erklärte.

    Anatole France

  16. Das Wort Gottes ist frei; es will nicht Fesseln dulden durch Vorschriften des Menschen.

    Martin Luther

  17. Die Gesellschaft braucht eine strenge Justiz; darin liegt die Humanität des Staates; alles andere ist Humanität der Opernbühne.

    Napoleon

  18. Der Frieden kommt durch Verständigung, nicht durch Vereinbarung

  19. Das bringt bei Weibern manche Not: zu manchem treibt sie ein Verbot, wozu sie gar nichts triebe, wenn‘s unverboten bliebe.

    Gottfried von Strassburg

  20. Der junge Mann kennt die Regeln. Aber der erfahrene Mann kennt die Ausnahmen.

    Oliver Wendell Holmes

  21. Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten

    Johann Wolfgang von Goethe

  22. Der Staat ist eine Notordnung gegen das Chaos

    Gustav Walter Heinemann

  23. Um der Natur befehlen zu können, muss man ihr gehorchen.

    Francis Bacon

  24. Ordnung ist des Himmels oberstes Gebot.

    Alexander Pope

  25. Ich hab' mir's zur Regel gemacht, dass mich die aufgehende Sonne nie im Bett finden soll; solange ich gesund bin.

    Georg Christoph Lichtenberg

  26. Der Mensch, der von der Vernunft geleitet wird, ist freier in einem Staate, wo er nach gemeinsamem Beschlusse lebt, als in der Einsamkeit, wo er sich allein gehorcht.

    Baruch de Spinoza

  27. Was hilft Gesetz, was helfen Strafen, wenn Obrigkeit und Fürsten schlafen.

    Magnus Gottfried Lichtwer

  28. Niemand vermutet, wie viel von seiner Ehrlichkeit er den Gesetzen zu verdanken hat.

    Emanuel Wertheimer

  29. Menschen sind wir Rechenschaft schuldig nach dem Gesetz, aber Gott nach dem Herzen.

    Adolph Kolping

  30. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nur möglich, wenn die Frau sich unterordnet.

    Martial

  31. Besser in der Hölle herrschen, als im Himmel dienen.

    John Milton

  32. Schönheit sollte besteuert werden, und jede schöne Frau sollte ihre Steuer selbst festsetzen. Eine solche Steuer würde gerne gezahlt und hätte die besten Wirkungen.

    Jonathan Swift

  33. Für Geheimnis und anvertrautes Gut gelten die gleichen Regeln.

    Nicolas Chamfort

  34. In dieser Welt gibt es nichts sichereres als den Tod und die Steuern.

    Benjamin Franklin

  35. Wenn die Menschen nicht danach sind, oben und unten, hilft die Verfassung nicht, und wäre sie vom Himmel gefallen.

    Adolph Kolping

  36. Gewohnheit tut mehr als Gesetze.

    Johann Gottfried Herder

  37. Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist.

    Charles-Louis de Montesquieu

  38. In der Aufstellung unserer Grundsätze sind wir strenger als in ihrer Befolgung.

    Theodor Fontane

  39. Ein Ideal, für das ein Mann oder eine Frau nicht kämpfen wollen, stirbt - das ist ein Naturgesetz.

    Kurt Tucholsky

  40. Unbestechlichkeit ist nicht an Regeln gebunden.

    Albert Camus

  41. Die ganze Natur ist eigentlich nichts anderes als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln.

    Immanuel Kant

  42. Vor Feuersglut, vor Wassernot mag sicher fort der Erdball rücken. Wenn noch ein Untergang ihm droht, so wird er in Papier ersticken.

    Gottfried August Bürger

  43. Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?

    Georg Christoph Lichtenberg

  44. Gott hat Mann und Frau erschaffen, damit sie einander lieben, während die Menschen das Dogma erfunden haben, dass Mann und Frau sich nur unter bestimmten Bedingungen lieben dürfen.

    John Knittel

  45. Wer Vorschriften braucht, der soll sie machen — aber nur für sich.

    Else Pannek

  46. Selbstgesuchte Vorbilder sind besser als verordnete.

    Else Pannek

  47. Vorschriften, deren Einhaltung unmöglich ist, könnten beabsichtigt und der Machterhaltung dienlich sein.

    Else Pannek

  48. Gesetze sind unabhängig von Vernunft. Vernunft darf angewandt werden, obgleich gesetzlich nicht verlangt.

    Else Pannek

  49. Kein noch so zwingender Eid, keine noch so zwingende Vorschrift befreien davon, Herz und Verstand zu gebrauchen.

    Else Pannek

  50. Wenn Gott verboten hätte, Wein zu trinken, würde er dann diesen Wein so herrlich haben wachsen lassen?

    Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

  51. Der jetzige Hang zu allgemeinen Gesetzen und Verordnungen ist der gemeinen Freiheit gefährlich

    Justus Möser

  52. Die Zeit, welche die Technik erspart, kostet der Bürokrat, der sie organisiert

    Ludwig Marcuse

  53. Die konsequente Nichtbeachtung von Regeln und Vorschriften führt relativ schnell zu ihrer Abschaffung, weil die konsequente Verfolgung ihrer Nichtbeachtung zu teuer würde.

    Christa Schyboll

  54. Zwinge andere Leute nicht in deine Vorstellungen.

    David Herbert Lawrence

  55. Hass ist etwas Wachsendes – wie alles andere auch. Er ist die unausbleibliche Folge, wenn man das Leben in Ideen zwängt, wenn man den innersten Instinkten Zwang auferlegt.

    David Herbert Lawrence

  56. Das Gesetz hat keine Augen; das Gesetz hat keine Hände; das Gesetz ist nichts, nichts als ein Stück Papier, bis die öffentliche Meinung dem toten Buchstaben den Lebensatem einhaucht.

    Thomas Babington Macaulay

  57. Mehr Schriftsteller, als man glaubt, müssen das schreiben, was Frau und Kinder ihnen in die Feder diktieren.

    Otto Weiss

  58. Die allerbesten Gesetze eines Landes zeigen beleidigendes Misstrauen gegen seine Bewohner.

    Otto Weiss

  59. Weder Herkunft noch Geschlecht setzen dem Genie Grenzen.

    Charlotte Bronté